Mittwoch, 9. Januar 2019

[Rezension] Aus dem Leben einer Abenteurerin: "Hilda and the Troll"

DIe kleine Abenteurerin Hilda aus den gleichnamigen Comics ist die Heldin meines Winters.
Bei Instagram habe ich vor einiger Zeit von der Netflix-Serie "Hilda" geschwärmt und besonders ihre diversen Figuren, die auch mal Genderrollen auf links drehen, gelobt. Mittlerweile ist der erste Band der Comic-Vorlage bei mir eingezogen und es ist Liiiiiebe!

Inhalt

Auf den ersten Blick ist Hilda ein ganz normales Mädchen. Sie liebt ihr Haustier, mag Nächte im Zelt und zeichnet gerne. Aber gleichzeitig ist Hilda auch ein ganz außergewöhnliches Mädchen: Ihr Haustier ist ein kleiner Fuch mit Geweih, Nächte im Zelt gefallen ihr bei heftigem Regen besonders gut und der Felsen, den sie malt, entpuppt sich schon mal als Troll. Aber, naja: "That's the life of an adventurer", so ist das Leben einer Abenteurerin nun mal - findet Hilda.

Im ersten Band der Reihe passiert tatsächlich nicht so viel mehr: Hilda zeltet und macht die Bekanntschaft eines Trolls, die eine ganz unerwartete Wendung nimmt. Nicht besonders gehaltvoll, könnte man meinen. Vor allem, weil die Geschichte keine großen Umwege nimmt, sondern ziemlich straight forward erzählt, was es zu erzählen gibt.

Langweilig oder gar enttäuschend ist "Hilda and the Troll" trotzdem bei Weitem nicht. Ganz im Gegenteil. So kurz und knackig die Handlung ist, so liebevoll führt sie uns doch in Hildas Welt und macht uns vertraut mit der kleinen Abenteurerin und den Wesen in ihrer Umgebung. Und arg viel mehr muss in einem ersten Band ja gar nicht sein, oder?

Zusätzlich zur Hauptgeschichte finden sich im hinteren Teil des Buchs noch ergänzende Skizzen, ein Kurzcomic über den Mann aus Holz und großformatige Zeichnungen, auf denen man Hildas Schreibtisch sowie eine Seite im Sachbuch über Trolle ganz genau begutachten kann. Ich liebe solche ergänzenden Inhalte.

Schreib- und Zeichenstil

Was mich sofort für "Hilda" eingenommen hat, sind die skurrilen Charaktere. Neben Hilda mit ihren blauen Haaren und ihrem gehörnten Fuchs gibt es nämlich auch noch den Wood Man, einen grummeligen Mann aus Holz, der ungebeten das Haus betritt, einen kurzarmigen Troll und - persönliche Favoriten! - fliegende gelbe Bobbel mit Hundegesichtern.

Die Zeichnungen sind in einer reduzierten, warmen Farbwelt gehalten. Neben dem tiefen Petrol dominieren ein gedämpftes Gelb neben Tomatenrot und Brauntönen. Ich weiß nicht, ob man durch diese Seiten blättern kann, ohne sich darin einwickeln zu wollen. Ich kann es nicht, denn die Farben versprechen extreme Kuscheligkeit.

Dass zusätzlich auch noch Schnee fällt, macht "Hilda and the Troll" zu einem perfekten Einkuschelcomic für Herbst- und Winterabende.

Fazit

Die Hilda-Comics sind eigentlich für Kinder gedacht. Aber: No way! Dieses Plädoyer für Liebe zur Natur, Abenteuerlust und Mitgefühl ist super für alle, die auf coole Heldinnen und skandinavisch angehauchte Mythen stehen und einen Spritzer Abenteuer im Leben haben wollen. (Jedenfalls von der Couch aus.)

Übrigens: Ich habe mich zwar für die englischsprachige Originalausgabe entschieden. Aber Hilda ist auch auf deutsch erschienen, beim Reprodukt-Verlag. Nur, falls ihr die kleine Abenteurerin lieber ohne Fremdsprache genießen oder an jüngere Trollfreund*innen verschenken wollt.

Außerdem gibt's Hilda wie gesagt auch als Netflix-Serie! Die erste Staffel habe ich quasi in einem Sitz durchgeschaut und kann sie nur wärmstens empfehlen. 

Harte Fakten

Titel: Hilda and the Troll
Autor: Luke Pearson
Verlag: Flying Eye Books
Umfang: 40 Seiten
Erscheinung: Dezember 2015
Preis: 10,95 €

Kommentare:

  1. Ohhh... das klingt ja toll. Ich bin zwar sonst kein Comicfan, aber da könnte man ja glatt eine Ausnahme machen. Vielen Dank für den Tipp!
    LG
    Centi

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    1. Sehr gerne. Falls du reinschaust: Viel Vergnügen!

      Liebe Grüße
      Sabrina

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Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß!

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