Montag, 24. Dezember 2018

[Weihnachtstee] mit Netzfund

Mehr Tee für den Jahresendspurt.
Exklusiver Weihnachtstee! Der Samstagstee ist aus Wuseligkeitsgründen am Wochenende schlicht ausgefallen. Es begab sich nämlich, dass ich am Montagvormittag schnell noch eine Bewerbung verschickte, am Dienstag ein Vorstellungsgespräch hatte, am Mittwoch eine Zusage erhielt und am Donnerstag einen Vertrag unterschrieb. Puh! Ab Januar arbeite ich Teilzeit in einem Projekt für politische Bildung, das sich gegen Hate Speech im Internet einsetzt. Wenn das kein grandioses Weihnachtsgeschenk ist!

Daneben war nicht so recht Zeit für Online-Gewusel - und auch nicht für besonders viel vorweihnachtliche Stimmung. Aber der Blick in meine Social Media-Bubble zeigt mir, dass es vielen Menschen so geht: Stress bis kurz vor Heiligabend, keinerlei vorweihnachtliche Besinnlichkeit. Bei manchen kommen noch Familienbesuche dazu, die leider nicht durch Liebe, Lachen und lustige Schneemannpullis geprägt sind. Sondern durch noch mehr Stress, Streit am Esstisch und zu viel Glühwein, um es irgendwie zu ertragen.

Für die Fälle, in denen eine solche Situation ganz eskaliert, hat die *innenAnsicht einen Artikel ausgegraben, der Tipps für ein friedliche(re)s Fest, aber auch Hilfemöglichkeiten für Notfälle versammelt. Haben ist ja bei sowas immer besser als brauchen. Aber leider ist Weihnachten zuverlässig der Zeitpunkt im Jahr, an dem die meisten Frauen in Frauenhäuser flüchten (Quelle).

Wenn ihr feiert: Habt ein schönes Fest und seid lieb zu euren Mitmenschen! Helft in der Küche, lobt auch verkochte Kartoffeln, macht zwischendurch Spaziergänge allein oder verschwindet im Bad, bevor ihr ausrastet.

Wenn ihr - wie ich - nicht feiert: Genießt die Feiertage und lasst es euch gut gehen!

Wir lesen uns dann im nächsten Jahr!

Sonntag, 16. Dezember 2018

[Sonntagstee] mit Schwangerschaftsabbrüchen

Netzfunde der Woche mit viel Tee runterspülen.
Jedes Wochenende sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.

Diese Woche kommt mein Wochenrückblick einen Tag später. Das liegt unter anderem daran, dass ich für ein paar Tage vorweihnachtliche Familienbesuche gemacht habe - und im ICE das versprochene WLAN nicht funktioniert. "Das tut mir sehr leid, aber da können wir gar nichts machen. Die Elektronik sitzt unter der Decke, da kommen wir nicht ran", sagte der freundliche Zugbegleiter zu der Dame hinter mir und wies mit dem Zeigefinger nach oben. Höhere Gewalt sozusagen.

Statt Netzfunde zusammenzufassen, habe ich also wissenschaftliche Artikel für die Uni gelesen und die besten Brezeln von allen in mich hinein gestopft. An dieser Stelle ein Hinweis: Wenn es um Laugengebäck wird, bin ich entschiedene Lokalpatriotin. Brezeln müssen dünne, knackige Ärmchen haben! Wenn Brezeln durchgehend weich sind, kann man auch Laugenbrötchen essen!
 

Netzfunde zu Schwangerschaftsabbrüchen

In der vergangenen Woche sind in Sachen Abtreibung wieder einige lesenswerte Artikel online gegangen: Die Große Koalition hat sich nämlich nach langem, zähem Ringen in Sachen §219a StGB (ich habe berichtet) geeinigt. Leider nicht auf seine Abschaffung, sondern auf eine Reform. Wie die aussieht, lässt sich hier bei Spiegel Online nachlesen.

Kristina Hänel, Nora Szász und Natascha Nicklaus sind aufgrund dieses Paragraphen angeklagt worden. In ihrer Presseerklärung bezeichneten sie den Kompromissvorschlag als "Nullnummer"

Katharina Alexander hat auf zett einen wütenden Kommentar geschrieben. Sie ärgert sich über die "Rückgratlosigkeit der SPD", die sich zwar monatelang gegen diesen Paragraphen ausgesprochen hat, aber dennoch einem Kompromiss zustimmt, der Forderungen von Abtreibungsgegner*innen enthält.

Die Twitterperlen zum Kompromiss haben mich zumindest zum Lachen gebracht: "Es wird endlich Zeit, dass Ärzte über Abtreibungen frei reden dürfen. Es ist ein medizinischer Eingriff und nicht Lord Voldemort", schrieb beispielsweise Shahak Shapira.

Über den deutschen Tellerrand hinausgucken konnte man diese Woche auch: Feli beschreibt in ihrem Blog "Berlinerin in Frankreich", wie entschieden sich die Französ*innen für das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche einsetzen. Wer hier eine abtreibungswillige Person an ihrem Vorhaben hindern will, kann mit bis zu zwei Jahren Gefängnis und einer saftigen Geldstrafe bestragt werden.

In die andere Richtung entwickelt sich Italien momentan: Die taz berichtet von Forderungen nach drakonischen Strafen für Schwangerschaftsabbrüche - und von einer insgesamt reaktionären Politik in Sachen Frauenrechte.


Habt einen schönen Sonntag!

Samstag, 8. Dezember 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Samstag mit viel Tee. So soll's sein.
Jeden Samstag sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.

Nachdem der Samstagstee letzte Woche krankheitsbedingt ausgefallen ist, bin ich heute wieder am Start. Beim Auf-die-Beine-Kommen hat ganz bestimmt auch der Adventskalender meiner Mama geholfen. Der steckt nämlich voller selbstgebackener Plätzchen. Und wie könnte es einem nicht gleich ganz wohlig-warm zumute sein, wenn man jeden Morgen mit Zimtsternen, Gewürzkeksen und Müsliriegelchen beginnt?

Habt ihr auch Adventskalender? Oder verschenkt ihr welche?

Netzfunde der Woche

Meine Kollegin Paula hat im *innenAnsicht-Magazin einen Artikel über Barrierefreiheit in Clubs veröffentlicht. Darin finden sich neben einer Definition zur Erinnerung auch Stimmen Betroffener, die erzählen, wie es so ist, wenn man mit Behinderung feiern gehen will. Morgen erscheint zusätzlich noch ein Interview mit Sebi, die im Rollstuhl sitzt und alle zwei Wochen feiern geht.

Schon etwas älter, aber (leider) immer aktuell: Deutschlandfunk Kultur hat Anne Wizorek zu Trollen interviewt. Es geht darum, wie sie sich juristisch gegen Hatespeech wehrt - leider derzeit mit wenig Erfolg. Deswegen geht es auch um weitere Strategien, wie man mit den Angriffen umgehen kann.

Margarete Stokowski hat in ihrer Kolumne letzte Woche über Zweisprachigkeit geschrieben. "Als Kind dachte ich lange Zeit, bilingual aufzuwachsen heißt, dass man außer Deutsch auch noch Französisch oder Englisch zu Hause spricht und nicht das, was die "Polacken" und "Kanaken" tun."

Habt ein schönes Wochenende!