Samstag, 24. November 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden zu partnerschaftlicher Gewalt

Tee zum Samstagmorgen - mit Katze, für die Niedlichkeit.
Jeden Samstag sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.

Inhaltswarnung: Es geht unter anderem um sexualisierte Gewalt.

Mitte der Woche habe ich "Female Pleasure" im Kino gesehen.Vielleicht habt ihr von diesem Film schon gehört? In meiner Blase wird er jedenfalls sehr gefeiert. "Female Pleasure" porträtiert Frauen aus den fünf Weltreligionen - und zeigt, wie Islam, Christentum, Judentum, Buddhismus und Hinduismus gleichermaßen Frauen und die weibliche Lust unterdrücken. 

Leyla kämpft mit Workshops gegen Genitalverstümmelung, Doris wurde im Kloster vergewaltigt, Deborah ist aus ihrer Zwangsehe geflüchtet, Rokudenashiko wurde wegen "3D-Unzüchtigkeit für ihre Vulvakunst verhaftet und Vithika bietet in Indien Sexualaufklärung. Da nur diese fünf Frauen über ihre oft bitteren Erfahrungen und ihren Werdegang sprechen, kann man ihrem Schmerz und ihrer Stärke ganz nah kommen.

Dass dabei aber konsequent Vulven "Vagina" genannt werden und das entscheidende Merkmal für's Frausein sind: Ganz schön bitter für einen feministischen Film. .
 

Dass gleichzeitig die weibliche Lust, von der doch der Titel erzählt, so unendlich unsichtbar bleibt, fand ich noch trauriger. Das höchste der Gefühle waren süßliche Szenen aus Heterobeziehungen mit den jeweiligen Partnern – „so muss es sein“, strahlte die Ex-Nonne.
Und so sehr ich mich freue, dass sie ihr Glück gefunden hat und der Film auf ein empowerndes Finale zusteuert: Weibliche Lust besteht dann doch aus mehr als aus dem Familiegründen mit dem Herzallerliebsten.

Das macht den Film nicht schlecht - er funktioniert gut als Portät fünf mutiger Frauen, die sich gegen religiöse Unterdrückung engagieren. Aber als Film über weibliche Lust, ist er mir definitiv zu eindimensional.


Auf jeden Fall passt "Female Pleasure" thematisch super zu den Artikeln, die ich euch diese Woche zusammengetragen habe.

Netzfunde der Woche

Morgen, am 25. November ist der Internationale Gedenktag gegen Gewalt an Frauen. Entsprechend habe ich mich bei der Auswahl der dieswöchigen Linktipps auf dieses Thema konzentriert.

Beziehungsgewalt

Wie tagesschau.de berichtet, hat Familienministerin Giffey für Opfer häuslicher Gewalt mehr Hilfe und Schutz angekündigt. Im Artikel gibt es eine Menge Zahlen und Hintergrundinformationen zum Thema, ebenso beim Deutschlandfunk.

Patricia Hecht kritisiert in der taz, dass Gewalt gegen Frauen in den Medien nur skandalisiert wird, wenn der Täter kein Deutscher ist. Beziehungstaten hingegen bekämen kaum Aufmerksamkeit.

Zeit Online hat Stefanie Leich vom Hamburger Frauenhaus interviewt. Sie meint, um Beziehungsgewalt zu reduzieren, sei Täter*innenarbeit extrem wichtig - aber es gebe dafür kaum Angebote.  

Katharina Göpner vom Frauenhilfeverband geht im Interview mit der taz unter anderem darauf ein, warum Frauen in gewalttätigen Beziehungen oft keine Hilfe suchen, welche Gruppen besonders häufig betroffen sind und wie Prävention aussehen kann. 

Hengameh Yaghoobifarah macht bei der taz darauf aufmerksam, dass besonders trans Frauen in den Statistiken zu Gewalt gegen Frauen oft unsichtbar bleiben.

Gewalt in der Beziehung betrifft auch ältere Menschen, berichtet Simone Schmollak bei der taz. In dieser Gruppe sei aber die gegenseitige Abhängigkeit besonders groß und daher auch die Chancen, aus der Beziehung auszubrechen sehr gering.

Spiegel Online erzählt die Geschichte von Thea, deren (Ex-)Partner sie isoliert und misshandelt hat und die von Anneliese, deren Ehemann sie nach fast 60 Jahren mutmaßlich ermordet hat.

Maja Bogojević hat auf Instagram Demotermine für morgen geteilt:
Insbruck · 14.00 · Maria-Theresien-Straße
Berlin · 15.00 · Herrmannplatz (flti* only)
Hamburg · 13.00 · Landungsbrücken
München · 14.00 · Münchener Freiheit
Köln · 18.00 · Bahnhofsvorplatz
Cottbus · 10.00 · Quasimono
Salzburg · 16.00 · Am Platz

Habt ein schönes Wochenende - und passt gut aufeinander auf!

Kommentare:

  1. Ja, das ist auch für mich DAS THEMA der Woche, regt mich schon lange auf, nur an die Zahlen bin ich bisher nicht rangekommen. Leider komme ich an die Artikel der TAZ nicht ran, die habe ich noch nicht abonniert.
    Würde mich freuen, mal wieder von dir zu hören...;-)
    Bon week-end!
    Astrid

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  2. Wieder eine Menge zum nachschauen... Ich mach mich dann mal auf die Socken.
    Den Demotermin in Berlin habe ich verpasst...
    Die Gewalt in der eigenen vier Wänden, wird ja regelmäßig ausgeklammert. Ich glaube bei Astrid (lemondekitchi) darüber etwas gelesen zu haben.
    Lieben Gruß
    Andrea

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