Samstag, 6. Oktober 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Samstag! Zeit für Tee und Netzfunde!
Jeden Samstag sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.   
 
Na, hattet ihr alle eine gute Woche? Meine war (privat) recht ereignisarm - ich genieße ein paar freie Tage, bevor die Vorlesungszeit des Masters losgeht. Die Tage habe ich größtenteils mit Spaziergängen begonnen. Ein schöner Start in den Tag, mit einem durchgelüfteten Kopf.

Übers Wochenende ist eine Freundin zu Besuch. Zum Auftakt sind wir gemeinsam durch die Alte Nationalgalerie spaziert - inklusive angefertigter Skizzen und Schwärmerei für Details ("Dieses Liiiiicht! Und schau dir die Teppichfransen an!"). Das war schön!

Netzfunde der Woche

Während es hier bei mir so ereignisarm war, sah es in der Welt deutlich anders aus - und nicht gerade schön. Meine Netzfunde können davon nur einen Bruchteil abbilden. Sie umfassen immer nur die Artikel, die für mich besonders hervorgestochen sind. Und manchmal bin ich mir schmerzlich bewusst, dass ich Themen auslasse, mit denen ich mich (bewusst oder unbewusst) in dieser Woche nicht beschäftigt habe.

Neue Rechte

In Chemnitz wurde die Gruppe "Revolution Chemnitz" festgenommen (verlinkt ist ein Bericht von tagesschau.de), die einen Bürgerkrieg auslösen wollten. Mit Waffengewalt planten sie gegen die Leute vorzugehen, die ihnen nicht in den Kram passen: "Ausländer", Linke, Politiker*innen, Medienmacher*innen.

Im Freitag zieht Elsa Koester eine Verbindung zwischen dem starken Männerüberschuss in den neuen Bundesländern - in einer Gemeinde bei Görlitz steht das Verhältnis 56:100 - und dem dortigen Rechtsruck.

Geschichte der Gegenwart wiederum zeigen die Verbindungen zwischen rechter Ideologie und übersteigerter Männlichkeit.

Feminismus

Für das *innenAnsicht-Magazin habe ich den Begriff "White Feminism" erklärt - einen Feminismus, der sich in erster Linie um die Bedürfnisse weißer Frauen aus der gebildeten Mittelschicht kümmert und Minderheiten dabei außer Acht lässt. Wie sich das äußert und was wir - auch als weiße Frauen aus der gebildeten Mittelschicht - dagegen tun können, findet ihr dort.

Spiegel Online berichtet über sexualisierte Gewalt an deutschen Schulen. Laut Studien habe jede*r vierte Schüler*in sexualisierte Gewalt erlebt - Mädchen häufiger als Jungen - , die oft von Mitschüler*innen ausgehe.

In den USA ist mit Brett Kavanaugh ein Mann für einen Richterposten beim Supreme Court vorgesehen, der der versuchten Vergewaltigung beschuldigt wird. Dagegen verteidigt er sich äußerst emotional - und wird in Margarete Stokowskis Augen zu einer "Ikone des Untergangs" des Patriarchats. Ich wäre ja dankbar, wenn es sich mit dem Untergehen beeilen und dabei nicht so viele Leute mitreißen könnte, herzlichen Dank.

Habt ein schönes Wochenende!

Kommentare:

  1. Ich hoffe doch, dass da was dran ist, was die Stokowski da schreibt - mein Gefühl ist da momentan ganz anders.Lies mal die Kommentare unter solchen Artikel in der "Zeit" und dir wird schlecht.
    Aber vielleicht ist das auch so ein Ausdruck von Endkampf...
    Ein schönes Wochenende!
    Astrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, die Kommentare sind übel. Und sie sind so, so viele. Was Feminist*innen in ihren privaten Postfächern vorfinden, ist ja noch ärger.
      Aber mir vorzustellen, dass es Gezappel im Endkampf ist, gibt mir zumindest Kraft, um weiterzumachen.

      Liebe Grüße und auch dir ein schönes Wochenende!
      Sabrina

      Löschen
  2. Ich frage mich jetzt, was zuerst kam: Frau Koester und ihr Artikel oder Frau Kebekus mit ihrem Auftritt am 25.09. in der Anstalt. Rein zeitlich vom Veröffentlichungs-Datum her müsste es Frau Kebekus sein.

    Ich finde es gut, dass solche harten Themen angesprochen werden und Satire ist heute ja auch ein gern genutztes Medium.

    Danke für deine Gedanken zum Samstag, deinen Blog zu lesen gehört für mich zum Wochenend-Ritual dazu!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh den Aufrtitt von Frau Kebekus habe ich noch nicht gesehen. Das muss ich vielleicht mal ändern. Danke für den Tipp. Und tausend Dank für deinen lieben Kommentar überhaupt - ich freue mich riesig, sowas zu lesen, gerade von stilleren Mitlesenden! <3

      Liebe Grüße
      Sabrina

      Löschen
  3. Ich bin im Fall Brett Kavanaugh nicht sehr optimistisch. Da werden Verhältnisse zementiert, mit der auch künftige Regierungen noch zu kämpfen haben, auch wenn sie eigentlich fortschrittlicher sind.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, mit der tatsächlichen Vergabe des Richterpostens an Kavanaugh haben sich die letzten Tage des Patriarchats vermutlich nochmal deutlich vermehrt. Ich saß gestern Abend auf einer Party mit vielen fröhlichen Menschen. Zwischendurch waren wir mal nur zu dritt im Raum, eine schaut auf ihr Handy, checkt schnell die Anwesenden, erkennt nur klar positionierte Feministinnen um sich und sagt: "Die haben ihn gewählt. Die haben ihn wirklich gewählt." Und allen drei gefror das Grinsen im Gesicht. Das war zwar kein schöner Moment, aber einer mit viel spontaner Verbundenheit.

      Liebe Grüße
      Sabrina

      Löschen
  4. Achja, mich wundert nicht mehr viel. Ein bißchen, daß die Polizei tatsächlich mal gegen die Rechten vorgegangen ist, auch auf dem Konzert. Beim Link zum Bericht von Spiegel Online hat sich leider ein Fehler eingeschlichen, hab ihn trotzdem gefunden. Ziemlich erschreckend auch die Nachricht, die ich vor kurzen gehört hab, daß jedes dritte britische Mädchen schon in Schuluniform außerhalb der Schule belästigt wurde.
    Liebe Grüße
    Janina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, danke für den Hinweis! Das habe ich natürlich gleich mal angepasst, bevor der Artikel komplett im Archiv vergraben wird. Die Nachricht zu den britischen Mädchen ist tatsächlich auch echt krass...

      Liebe Grüße
      Sabrina

      Löschen

Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß!

Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du, dass der von dir geschriebene Kommentar und die personenbezogenen Daten, die damit verbunden sind (z.B. Username, E-Mailadresse, verknüpftes Profil auf Google/ Wordpress) an Google-Server übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhältst du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.

Bitte nicht wundern, wenn es ein wenig dauert, bis der Kommentar sichtbar wird: Ich moderiere und beantworte jeden einzelnen, um Spam auszuschließen und nichts zu verpassen.