Samstag, 20. Oktober 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Erinnerungen an den letzten Master zum Studienbeginn: Natürlich mit einer Tasse Tee,
Jeden Samstag sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.  

Diese Woche hat mein Studium angefangen - und ich befinde mich im euphorischen Zustand einer frischen Verliebtheit. Vor allem die Uni-Bibliothek hat es mir angetan, deren Bestände ich in den nächsten Monaten zu plündern gedenke. Und das deutlich über meinen fachlichen Rahmen hinaus. Es gibt nämlich massig Lesestoff zu Harry-Potter-Studies (ja, it's a thing und ich liebe es). Momentan schmökere ich beispielsweise in einer Masterthesis, die untersucht, ob Hermione Granger eine feministische Figur ist. Hach. An der Uni zu sein tut mir unendlich gut. Drückt mir die Daumen, dass es so weitergeht!

Netzfunde der Woche

Unänhängig von privater Euphorie habe ich natürlich trotzdem im Internet gestöbert. Einige Links stehen schon länger in meinen Notizen, sind also nicht zwangsläufig von dieser Woche. In diesen Fällen halte ich sie aber für einigermaßen zeitlos.

Rechtsruck, Seenotrettung und Rassismus

Lyrikerin Kerstin Preiwuß und Dichter Marcel Beyer kritisieren im Deutschlandfunk Kultur eine "Verrohung der öffentlichen Sprache", eine Wiederkehr völkischer Begriffe und rassistischer Sprachbilder.

Bei bento findet sich eine Reportage über die Rettungschiffscrews der Organisation "Sea Eye".

Im September habe ich schon einmal einen Text über Rassismus der Aktivistin Tupoka Ogette verlinkt (hier ist der Blogpost zu finden). Im MiGAZIN hat sie sich nun selbst interviewt - weil sie frustriert ist von den Fragen, die weiße Journalist*innen zu Rassismus stellen.

Feminismus

Gunda Windmüller fordert auf watson.de "Schluss mit Scham! Lasst uns Vulvalippen statt Schamlippen sagen". Das finde ich sehr charmant und werde es in meinen eigenen Texten wahrscheinlich ausprobieren - allerdings sehe ich da noch das Hindernis, dass die meisten Leute ja nach wie vor nicht mal das Wort "Vulva" in ihrer Alltagssprache nutzen.

Letzte Woche erwähnte ich die Österreicherin Sigi Maurer. Sie war wegen übler Nachrede verurteilt worden, nachdem sie belästigende Nachrichten auf Twitter veröffentlicht hatte. Jetzt hat sie innerhalb von zwei Tagen 100.000 € in einem Crowdfunding zusammengekommen. Mit diesem Geld soll zum einen ihr Prozess bezahlt werden, aber auch die Klagen anderer Betroffener von Stalking und Belästigung sollen finanziell unterstützt werden (Spiegel Online berichtete hier).

Margarete Stokowski verehre ich auch diese Woche wieder. Ihr Buch "Die letzten Tage des Patriarchats", in dem gesammelte Kolumnen aus mehreren Jahren erneut erschienen sind, habe ich Anfang des Monats verschlungen. In der Deutschlandradio-Audiothek findet sich ein Interview mit der Autorin, in dem sie leider nicht genau sagen kann, wie viele Tage es noch sind.

Ihre aktuelle Kolumne ist ein Grund, dass ich mir weitere solche Bände wünsche. Darin greift sie die immerwiederkehrende Behauptung auf, dank #metoo und Vorwürfen gegen Kavanaugh handele es sich derzeit um gruselige Zeiten - für Männer. Unfug, schreibt Margarete Stokowksi. Stattdessen seien es gruselige Zeiten für streitbare Frauen, die sich für ihre eigenen Rechte oder die anderer einsetzten. Für die Sigi Maurers, Christine Blasey Fords und Kristina Hänels dieser Welt.  

Genießt euer Wochenende!

Kommentare:

  1. oh, ich drücke die daumen, dass das studium weiterhin flowt. hört sich doch in den grundlagen großartig an.
    danke für die links. das wird wohl eher was für den sonntagskaffee ;)
    hab es gut.
    liebst,
    jule*

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    1. Danke dir! Es hat auf jeden Fall eine enge Potenzial. :)

      Alles Liebe
      Sabrina

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  2. Du bist immer so informiert... Ich komme kaum noch dazu im Netz zu surfen.
    Die Bibliothek ist bestimmt der Hammer. Ich war noch nie dort.
    Viel Spaß
    Andrea

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    1. Man muss aber dazu auch sagen, dass ich einen extrem großen Teil meiner Zeit lese - und dass davon ein großer Teil für Nachrichten und Co draufgeht. :)
      (Ich habe trotdem immer das Gefühl, euch nur einen sehr kleinen und vielleicht nichtmal repräsentativen Ausschnitt der Woche abbilden zu können. Es fallen immer wieder Links raus, die ich eigentlich wichtig fände, aber für die mir Zeit für weitere Recherche fehlt o.ä.)

      Vielen lieben Dank!
      Sabrina

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  3. Ja, studieren fände ich auch noch einmal toll. Aber ich habe mich jetzt für meine Privatstudien entschieden und das macht mir Freude ( nur der Kontakt fehlt, andererseits bin ich endlich mal meine eigene Frau ).-
    Toll, das Sigi Maurer finanzielle Unterstützung bekommt und diese Chose weiter ausgefochten werden kann, es ist einfach unglaublich. Aber die Männer sind halt immer die Opfer, der arme saudische Kronprinz ja auch, ich bin so voller Mitleid.
    Deine Links sind auch für mich immer Anstöße, hänge aber oft auch an meinen Schwerpunkten fest, weil es manchmal doch etwas zu viel ist. Aber wenn jeder in eine andere Richtung liest, kommt ja doch was zusammen.
    Alles Liebe!
    Astrid

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    1. In Finnland hatte ich sogenannte Self-study courses - da habe ich auch einfach alleine an einem Projekt gewerkelt, in Absprache mit der Dozentin. Das fand ich damals sehr bereichernd...

      Haha, ich habe in den letzten Tagen/Wochen auch viel über "male tears" nachgedacht.

      Und ich finde es vollkommen okay, die eigenen Schwerpunkte zu setzen - ich bin sehr froh über die Links und Gedankenanstöße, die du einbringst. Ich glaube, es gibt einfach so viele Probleme, dass sich nicht jede*r um alle kümmern kann. Leider.

      Liebe Grüße!

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