Samstag, 22. September 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Jetzt ham wir den Salat. Immer noch das Gefühl der Woche. Trotz Tee.
Jeden Samstag sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind. 

Ehrlich gesagt: Ich hatte keine gute Woche. Oberflächlich betrachtet sah sie eigentlich ganz okay aus. Ich war bei der Weiterbildung, habe nachmittags für die *innenansicht recherchiert, editiert und geschrieben. Bei im gegenteil ist mein erster Text erschienen - das Porträt einer wirklich tollen Frau auf Partnersuche.

Leider ging es mir trotzdem nicht gut. Während mich die PMS ziemlich im Griff hatte (Schmerzen, Wassereinlagerungen, Nebel im Kopf - dürften einige von euch ja kennen), zeigt die Depression im nahen Umfeld an mehreren Fronten ihre scheußliche Fratze (Jule hat dazu am Donnerstag einen super Text veröffentlicht) und auch vor dem Fenster scheint, politisch betrachtet, alles den Bach runter zu gehen. 

Über's Wochenende habe ich Besuch und werde einfach das Internet ausmachen. Und so tun, als wäre damit jedes Problem einfach auch weg. Wenigstens bis Montagmorgen. Oder so.

Netzfunde

Bevor ich das Internet abschalte, habe ich trotzdem ein paar Netzfunde für euch - auch wenn ich mehr als einmal dachte, es wäre vielleicht besser, nicht so viel Berichterstattung zu konsumieren. Nur: Es wird ja auch nicht besser, wenn man sich die sprichwörtlichen Finger in die Ohren steckt und laut singt.

Verfassungsschutzdebakel

Maaßen wurde zwar als Verfassungsschutzpräsident entlassen, aber einfach zum Staatssekretär ins Innenministerium befördert. Da bekommt er jetzt nochmal mehr Geld und soll sich in Zukunft um innere Sicherheit kümmern.

Wer gerne Beiträge, kann sich bei Deutschlandfunk Kultur über eine ironische Stellenausschreibung für die freigewordene Stelle als Verfassungsschutzpräsident sowie ein pointiertes Interview mit dem Politologen Albrecht von Lucke freuen.

Bernd Ulrich hat für Zeit Online einen Kommentar darüber verfasst, was Maaßens Beförderung für die große Koalition bedeutet und die SPD scharf kritsiert.

Kritik an der eigenen Partei übt auch Politikerin Hilde Mattheis im Deutschlandfunk. Sie sieht durch die Wegbeförderung Maaßens als Bedrohung für die SPD. Ausführlich zum Nachhören gibt's das Interview hier, wer lieber liest, findet hier eine Kurzfassung in Buchstaben. Ich bin keine SPD-Wählerin, aber Sozialdemokratie halte ich grundsätzlich für wichtig. Und es tut mir weh zu sehen, wie sich diese alte Volkspartei zerlegt (und das halt auch nicht erst jetzt, ne?).

Wer jetzt immer noch nicht die Nase voll hat von Maaßen, dem Verfassungsschutz und ätzenden Skandalen, dem empfehle ich zuguterletzt noch die Analyse des Verfassungsschutzes bei Zeit Online.  Darin geht's um die (hochgradig gruselige) Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Behörde. Fazit der Analyse: Der Verfassungsschutz richtet mehr Schaden an, als er verhindert.

Hambacher Forst

Im Hambacher-Forst starb ein 27-jähriger Journalist, der die Aktivist*innen dort begleitet hatte. Inwieweit das mit der Räumung zusammenhängt, ist unklar - Aktivist*innen und Staatanwalt haben da unterschiedliche Versionen (Zeit online berichtet hier). An der Stelle möchte ich nochmal erwähnen, dass da für fucking Braunkohle gerodet wird, die als dreckigster Energielieferant überhaupt gilt.

Lichtblick hier: Die Arbeitsbühnenvermietung Gerken hat ihre Arbeitsbühnen aus dem Hambacher Forst abgezogen, "[d]a auch wir mit der Vorgehensweise im Hambacher Forst absolut nicht einverstanden waren". Ich habe der Firma eine freundliche Nachricht über das Kontaktformular hinterlassen, weil ich finde, dass so eine klare Positionierung Lob verdient - und weil sie vermutlich auch viele wütende Nachrichten bekommen.

Schwangerschaftsabbruch

"Die Anti-Choice-Bewegung zeigt sich stark wie lange nicht mehr", schreibt das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung im Aufruf zum heutigen Aktionstag unter dem Motto "219a ist erst der Anfang! Leben schützen heißt Schwangerschaftsabbruch legalisieren!"

Heute findet in Berlin nämlich der sogenannte "Marsch für das Leben" statt, eine Demo von Abtreibungsgeger*innen. Ich hoffe, die Gegendemo wird groß, laut und bunt sein!

Habt ein schönes Wochenende!

Kommentare:

  1. ha! danke! ich habe bei mir tatsächlich einige links vergessen. wie gut, dass du sie auf dem schirm hattest. ich wünsche dir viel kraft für den kampf gegen die drecksdepression und ihre auswüchse!
    liebst,
    jule*

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  2. oh und: sehr schönes portrait bei im gegenteil )sowohl von franzi als auch von dir ;) ).
    magst du den depressionsartikel noch verlinken? vielleicht fänden menschen das spannend.
    liebstens (!!!),
    jule*

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    1. Der ist verlinkt, aber ich mache es gleich noch fett, damit es besser sichtbar ist. :)
      Den sollten nämlich tatsächlich so viele Leute wie möglich lesen.

      Liebste Grüße
      Sabrina

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  3. Na, da hast du ja alles aufgelistet, was mir auch unter den Nägeln brennt, ich aber nun nicht in meinen Posts aufgegriffen habe, weil es mir einfach zu viel wird. Ich müsste, könnte, sollte, habe aber nicht mehr für alles die physische Verfassung, da mitzuhalten. Gut tut aber, Gleichgesinnte auch hier in Bloggershausen zu treffen.
    Auf diese merkwürdigen "Anti-Choice" bewegten bin ich über eine Anzeige im Kommentarbereich der "Zeit" gestoßen und habe dann für mich eine Büchse der Pandorra geöffnet, die mich erschaudern ließ.
    Ich hoffe, das WE wird für dich aufbauender!
    Alles Liebe!
    Astrid

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    1. Ja, die Anti-Choice-Leute sind ziemlich übel. Mich besorgen da einfach auch die Verbindungen zu Rechtsradikalen wie auch tief rein in die CDU und so...

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  4. Ja, manchmal muss man sich mal für ein Wochenende ausklinken, sonst kann man das einfach nicht mehr ertragen. Über den Abzug der Arbeitsbühnen habe ich auch gehört. Ich hoffe, dass die Firma nur positive Resonanzen erfährt!!
    Ich finde es unfassbar, wie die Landesregierung in NRW der RWE in die Hände spielt. Wer wundert sich da noch über Politikverdrossenheit?
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Mich wundert das jedenfalls nicht... Und ich halte mich eigentlich für relativ demokratiebegeistert.
      Liebe Grüße
      Sabrina

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Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß!

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