Samstag, 4. August 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden zu Rassismus

Für heiße Schokolade war es diese Woche eigentlich zu warm. Aber so lecker!
Jeden Woche sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.  

Einmal mehr ist die Woche an mir vorbeigerauscht. Das liegt auch an meinem Übernachtungsgast: Seit Donnerstag ist Murphy zu Besuch, ein betagter French Bulldog-Herr. Er hasst die Hitze so sehr wie ich, pupst infernalisch und hat die niedlichsten Kulleraugen ever. Wahrscheinlich werde ich sein Geschnaufe fürchterlich vermissen, wenn er morgen Abend wieder zurück zu seiner Mama geht.

Netzfunde der Woche

Gelesen habe ich im Netz diese Woche natürlich trotz Hundebesuch. Besonders präsent war mir dabei ein Punkt: Rassismus ist gerade aufgrund des neuen Hashtags #metwo endlich wieder in der großen Diskussion.

Rassismus

Die taz berichtete online über den Hashtag #metwo: "Dass über Alltagsrassismus in Deutschland öffentlich gesprochen wird, ist absolut überfällig. Noch überfälliger ist allerdings eine Grundhaltung, die Selbstreflexion und Selbstkritik zulässt. Die nicht sofort abblockt, wenn das Wort Rassismus fällt." Denn genau das ist es, was immer wieder sichtbar wird: Sobald Mesut Özil oder irgendjemand sonst auf rassistische Angriffe hinweist, antworten hauptsächlich weiße Menschen ohne Migrationshintergrund wutschnaubend, das sei doch kein Rassismus. Und sowieso nicht schlimm. 

Dass Rassismus aber halt sehr wohl schlimm ist, zeigt ein Vice-Artikel: "Deutscher schießt auf minderjährige Geflüchtete und niemand interessiert sich dafür" Laut Artikel habe es 2019 bereits mindestens 359 Angriffe auf Geflüchtete und Unterkünfte gegeben. Einige Beispiele vom Juli werden im Artikel auch genannt, etwa ein Mann in Halle (Saale), der mit einer Eisenstange auf zwei Geflüchtete einschlug. Problematisch: Medien berichten kaum noch über Gewalt gegen Geflüchtete und gleichzeitig findet eine Bagatellisierung durch die Polizei statt, die rassistische Motive eher nicht so unbedingt sieht.

Ein langes persönliches Gespräch mit Mo Asumang hat Deutschlandfunk Kultur zum Thema Rassismus geführt. Darin erzählt sie, sie habe sich lange als Opfer geführt. Durch eine konkrete Morddrohung ändert sich das: Nach einer Phase voll Angst geht sie in die Gegenwehr und will die Leute treffen, die sie so sehr hassen. Sie arbeitet mit Häftlingen, besucht Pegida-Demos und besucht sogar den Ku-Klux-Klan in den USA.

Persönlich wird es auch kurz im Interview zu "Ankerzentren" im Deutschlandfunk Kultur. Darin spricht Vanessa Vu, die einem bayerischen Asylbewerber*innenheim aufgewachsen ist, unter anderem auch über ihre Erfahrungen und wie diese sich auf ihre Haltung zu den "Ankerzentren" auswirken. (Aufmerksame Leser*innen kennen Vanessa vielleicht schon, seit ich euch kürzlich den Podcast Rice and Shine vorgeschlagen habe.)

Auch Sascha Lobo spricht in der aktuellen Ausgabe seines Debatten- und Reflexionscasts über Rassismus und Integration - und konzentriert sich dabei auf die Rolle des Journalismus. Seine These: Medien könnten "nicht mehr so zu tun, als könne man neutral und objektiv über Vorgänge berichten, über die sich aus der Perspektive der liberalen Demokratie nicht neutral und objektiv berichten lässt."

Feminismus

Zum Abschluss habe ich noch etwas Schönes aus Neuseeland für euch: In Wellington hat sich die siebenjährige Zoe darüber geärgert, dass auf ein Hinweisschild zu Bauarbeiten an den Oberleitungen nur auf "Linemen" hingewiesen wurde. Dass Frauen zwar an den Leitungen arbeiteten, aber nicht genannt wurden, fand sie "falsch und unfair" - und teilte das der zuständigen Behörde in einem Beschwerdebrief mit. Sehr cool: Die Behörde versprach laut Bento-Informationen, in Zukunft von einer "Linecrew" zu sprechen. Ich bin entzückt und sehr begeistert von Zoe.  

Habt ein schönes Wochenende!

Kommentare:

  1. Letztere Geschichte habe ich auch gelesen, aber auch was Ähnliches über Ampelfiguren...
    Danke für deine Tipps. Ich war in dieser Woche eher wieder in der jüngeren Zeitgeschichte unterwegs und habe mich mit drei verschiedenen Frauenleben beschäftigt..
    Bon week-end!
    Astrid

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    1. Ich habe aus den Augenwinkeln gesehen, was dich umgetrieben hat. Ich muss mir noch die Zeit nehmen und deine Posts in Ruhe lesen!

      Liebe Grüße und eine schöne Woche dir
      Sabrina

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  2. über alltagsrassismus könnte ich auch mal wieder was schreiben... habe ich schon, aber ich habe tolle neue erfahrungen damit gemacht... ach, was ich nicht alles schreiben könnte. eine sehr feine linksammlung an diesem samstag.
    hab es frisch!
    liebst,
    jule*

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    1. Ich danke dir! Und ich freue mich so so so sehr auf und über deine Posts.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß!

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