Samstag, 28. Juli 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Samstagmorgende enthalten Tee. Und eine Menge Netzfunde.
Jeden Woche sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.  

Diese Woche habe ich in erster Linie mit Vorfreude verbracht: Seit Freitagabend verbringe ich das Wochenende nämlich mit dem wunderbaren Vorstandsteam des *innenAnsicht-Magazins - zum Kennenlernen, Planen, Lesen. Ich bin im feministischen Aktivismushimmel, sag ich euch. Wer gucken möchte, was wir die ganze Zeit so treiben, kann gerne mal bei Instagram vorbeischauen, dort halten wir euch auf dem Laufenden. 

Netzfunde der Woche

Damit sich diejenigen von euch, die nicht mit mir ein einem Vorstandsmeetingwochenende sitzen, trotzdem Gehirnfutter bekommen, folgen hier wie üblich die Netzfunde der Woche.

Feminismus

Kennt ihr Jess Wade? Ich bis gestern auch nicht. Aber dann bin ich auf diesen Artikel im Online-Angebot des Guardian gestoßen: "Academic writes 270 Wikipedia pages in a year to get female scientists noticed". Darin erzählt Frau Wade nicht nur, dass sie 2017 diese 270 Wikipedia-Einträge zu Naturwissenschaftlerinnen verfasst hat, sondern auch warum: Die üblichen Kampagnen mit dem Ziel, Mädchen für Naturwissenschaften zu begeistern, seien alle wirkungslos.

Im Interview "Wir haben uns zu sicher gewähnt" des Gunda-Werner-Institus mit der Migrationsforscherin Naika Foroutan geht es um Radikalität. Sie sei "ein wichtiger gesellschaftlicher Motor", sagt die Professorin und meint, genau diese Radikalität habe der Feminismus in den letzten Jahren vermissen lassen. Denn es gebe auch heute noch genügend Kämpfe, die dringend ausgefochten werden müssten - so große Themen wie #metoo, Schwangerschaftsabbrüche und die Debatte um das Kopftuchverbot.

Rechtsextremismus

Diese Woche jährte sich der Jahrestag des Anschlags auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944. Zu diesem Tag berichtet der Deutschlandfunk Kultur unter dem Titel "Anständig bleiben in schwierigen Zeiten" über den offenen Brief, den die Nachfahren der Widerstandskämpfer von damals zur "Verteidigung eines geeinten Europas" geschrieben haben. Im Interview mit der Initiatorin Christina Rahtgens geht es um die aktuelle Verrohung der Sprache, die versuchte Vereinnahmung des Tages durch die AfD sowie darum, wie man in der heutigen Situation Widerstand leisten kann. 
(Ich möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass Stauffenberg, als bekannter Akteur des 20. Juli keineswegs unproblematisch ist. Das war nun nicht unbedingt das, was ich unter einem netten Menschen verstehen würde. Aber die versuchte Vereinnahmung von Widerstandskämpfern aus dem Dritten Reich durch rechte Akteur*innen ist reichlich widerlich.)

Auch am 22. Juli  jährte sich ein Ereignis - das Massaker, das der rechtsextreme Terrorist Anders Behring Breivik 2011 auf auf der norwegischen Insel Utøya verübt hat. Dabei starben 69 Menschen, vor allem Jugendliche, die an einem sozialdemokratischen Sommercamp teilnahmen. Der Freitag sprach anlässlich des Jahrestages mit dem 25-jährigen Überlebenden Erik Kursetgjerde. Im Interview "Aber Hass löst ja nichts" spricht der junge Mann über seine Erinnerungen an den Tag und sein heutiges politisches Engagement.

Habt ein schönes Wochenende!


Kommentare:

  1. Deinem Hinweis auf die nachfahren des Widerstandes bin ich noch mal nachgegangen, wusste ich doch nur vom Enkel Stauffenbergs, dass er sich gegen die Vereinnahme wehrt. Ja, ein sehr wichtiger Aspekt ist die Sprache: Wenn ein Seehofa von "Unrechtsstaat" spricht ( und jetzt ist er dessen Innenminister!!!! ) oder nun auf eine Replik dazu von einem obersten Mitglied der Judiskative mit "Sprachpolizei" reagiert, dann finde ich das schon sehr bedenklich nah am Nazisprech. Kein Wunder, wenn man die Dinge so darstellt, dass sich Populisten zum "Widerstand" berufen fühlen...
    Es ist unglaublich, was sich da entwickelt.
    Dir ein schönes Wochenende unter Gleichgesinnten!
    Astrid

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    1. „Unglaublich“ trifft es sehr. Das Wochenende unter Gleichgesinnten hat da tatsächlich sehr gut getan. Vielen Dank für deine lieben Wünsche!
      Sabrina

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  2. puh, an diesen harten politikkrams taste ich mich gerade wieder vorsichtig ran. aktivismus benötigt auch energie. und deine tätigkeit bei innnenansicht verfolge ich ja schon einige zeit (das "magazin" ja auch schon länger). da schwirrt mir auch noch was im kopf rum. ich wünsche euch ein fantastisches, produktives und empowerndes wochenende!
    liebst,
    jule*

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    1. Vielen Dank, das hatten wir! Melde dich gerne, wenn das Etwas in deinem Kopf fertig geschwirrt hat. Ich bin gespannt!

      Liebe Grüße
      Sabrina

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Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß!

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