Samstag, 7. Juli 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Mit einem Stapel Bücher und Tee ins Wochenende. Jippieh!
Jeden Woche sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.  
 
Wie war eure Woche? Meine war gut, jedenfalls in privater Hinsicht. Ich habe gleich zum Wochenstart ein Exemplar der neuen brav_a erhalten. Die brav_a ist ein queer-feministisches Zine, in dessen aktueller Ausgabe auch ein Artikel von mir drin ist. Dieser handelt von den Reaktionen, die ich bekommen habe, als ich mir vor vier Jahren die langen Haare hab absäbeln lassen ("Dann fasst dich doch nie wieder ein Mann an!!1elf"), Geschlechterrollen und Schönheit. Yay!

Am Donnerstag ging es gleich toll weiter, denn da fand in Berlin der Salon der Graphischen Literatur statt. Mehrere Verlage zeigten hier ihre Graphic Novels - Neuerscheinungen und Bestseller. Die Ausbeute: Mehrere Rezensionsexemplare direkt in meine Tasche gewandert, weitere spannende Bücher erscheinen im September. Ich bin jetzt schon voller Vorfreude und kann euch versichern, dass ihr hier noch diverse Rezensionen zu lesen bekommen werdet. 

Unter anderem auch, weil ich beim Bibliotheksbesuch am Freitag nochmal so viele Bücher mitgenommen habe, dass ich jetzt Türme damit bauen könnte. Mit ein wenig Mühe könnte es sogar eine kleine Burg werden. Super!

Aber gleichzeitig ist in dieser Woche politisch so viel passiert, dass ich mir tatsächlich gerne eine kleine Bücherburg bauen würde, aus der ich erst wieder rauskäme, wenn die Welt wieder ein netterer Ort ist: In den USA sind immer noch kleine Kinder getrennt von ihren Eltern eingesperrt, unser Heimatminister ist mit großem Getöse doch-nicht-zurückgetreten und bekommt seinen Willen in Sachen Flüchtlingspolitik, in Österreicht gibt's jetzt die total freiwilligen 12-Stunden-Tage und im Mittelmeer ertrinken hunderte von Menschen.

Weil vom Buchburgbauen aber bekanntermaßen nichts besser wird, mach ich mich nachher auf den Weg zum Neptunbrunnen. Hier beginnt um 13 Uhr die Demo "Seebrücke - Schafft sichere Häfen". Gefordert werden sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Unterbringung geflüchteter Menschen. Also wenn ihr in Berlin seid und noch nichts vorhabt...

Weitere Seebrücke-Demos gibt's in vielen deutschen Städten, darunter Gießen, München und Leipzig. Für diejenigen von euch, bei denen es keine Demos gibt oder die aus anderen Gründen nicht dabei sein werden, habe ich auch in dieser Woche wieder einige Netzfunde zusammengetragen.

Netzfunde der Woche

Im Süddeutsche Zeitung Magazin schreibt Wolfgang Luef, es sei der "erste Schritt in die Barbarei", wenn es geteilte Meinungen darüber gebe, ob man ertrinkenden Menschen helfen solle oder nicht. Dass aber genau das so großflächig geschehe, sei "der Anfang vom Ende der europäischen Idee".

Ein flammendes Plädoyer für Europa von Wolfgang Tillmans bei Zeit Online hat Astrid gestern schon geteilt. Ich möchte aber, dass so viele wie möglich es wirklich lesen, denn es steht eine Menge auf dem Spiel. Die zwei Generationen Friedensjahre, die die Bundesrepublik erlebt hat, sind nicht vom Himmel gefallen. Und das dritte Reich zuvor ebenfalls nicht. Die industrielle Vernichtung jüdischer (und anderer) Menschen kam nicht von einem Tag auf den anderen, sondern begann mit dem Schüren von Ressentiments, mit dem Köcheln eines ekligen Süppchens aus Nationalismus, Neid und der Abwertung anderer. Das sind Dinge, die ich auch heute beobachte - und gerade aufgrund dieser Sorgen verstärkt zurück blicke.

Am Mittwoch habe ich meine Rezension zu "Die Frauen der Nazis" veröffentlicht und kurz darauf bei Spiegel Online einen Artikel zu Heinrich Himmlers Tochter Gudrun gefunden. Sie hätte auch toll in diese Reihe gepasst, denn auch sie trug, wie ihre Mutter, die Ansichten des Nazi-Regimes noch lange nach dem Krieg weiter.

Weil die Verbreitung menschenverachtender Ansichten so abhängig von Sprache sind, möchte ich euch die Broschüre 24 Fragen und Antworten zu  Hate Speech und Fake News der Belltower News ans Herz legen.  

Habt ein schönes Wochenende!

Kommentare:

  1. Danke für deine Worte, dein Handeln, deine Hinweise!
    Bin froh, samstags von dir zu hören.
    Eine gute neue Woche!
    Astrid

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    Antworten
    1. Gleichfalls! (Also, nicht nur am Samstag, sondern grundsätzlich.)

      Liebe Grüße
      Sabrina

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Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß!

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