Samstag, 13. Januar 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Großartige Tasse ist großartig.
Hallo ihr Lieben,

meine letzte Arbeitswoche liegt hinter mir. So richtig angekommen, ist diese Erkenntnis noch nicht. Als ich gestern Abend noch mit ein paar Lieblingskolleginnen zusammensaß, fühlte ich mich jedenfalls eindeutig so, als würde ich am Montag wieder ganz normal hingehen. Deswegen gibt es heute auch ein Büroselfie mit der besten Tasse, die dort im Schrank aufzutreiben war.
Beim Abschiedsfrühstück flossen tatsächlich einige Tränen - nicht nur mein eigenes Team stand zum Feiern bereit, sondern auch mehrere Menschen aus anderen Abteilungen. Sehr rührend. Abschiedskarten sind eine noch rührendere Sache, die zumindest bei mir alle Schleußen öffnen. Meine Abschiedsrunde hat dann auch über eine Stunde gedauert - eine Menge Menschen musste umarmt werden. Jetzt hoffe ich, nicht zu viele Bazillen verteilt zu haben, denn kaum starte ich ins Wochenende, lässt sich eine die typische Urlaubsstart-Erkältung nicht mehr verbergen. Das Blöde daran: Am Wochenende muss ich noch mehrere Wohnungsbesichtigungen abhalten, denn die Suche nach der Nachmieterin wird langsam dringender.

Netzfunde gibt es diese Woche trotz Abschiedstaumel auch wieder: Über Dobrindts Aufruf zu einer konservativen Revolution habe ich hier schon berichtet. Natürlich gab es auch Anfang dieser Woche noch ein entsprechendes Medienecho. Besonders lesenswert fand ich dabei diesen offenen Brief von Gisa Bodenstein im Humanistischen Pressedienst. Darin geht es um die CSU als selbsterklärtes Bindeglied zwischen Christen und Konfessionslosen, um Selbstbestimmung und Menschenrechte. Und natürlich um Patriotismus. Vom vielen Nicken wurde mir ganz schwindelig. 

Ein Produktfoto von H&M hat es in dieser Woche geschafft, gleich auf diversen Wegen in meine Feeds gespült zu werden. Den Pulli mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" an einem schwarzen Kind zu präsentieren wurde vielfach als rassistisch kritisiert. Selbstverständlich nicht ohne, dass andere Leute "Stellt euch doch nicht so an!", "Wenn ihr da gleich Rassismus seht, habt einfach ihr rassistische Bilder im Kopf!" und ähnliches krakeelten. Diesen Stimmen und insbesondere einem Kommentar auf welt.de tritt BILDblog hier entgegen: Diese Argumentation sei "ein Freibrief für den täglichen Rassismus, weil er die, die sich gegen ihn wehren, zu Simulanten erklärt."


Gern gelesen habe ich auch Eda Lindgrens Absage an die ständige Selbstoptimierungsrhetorik zum Jahresbeginn. Ihre Vorsätze für 2018: "Zufrieden sein, mit dem was ich habe. Öfter Pommes essen. Und rumliegen. Definitiv mehr rumliegen."

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein zufriedenes, leckeres und entspanntes Wochenende! Ich hüpfe mit meinem Beitrag jetzt noch rüber zu Andrea und mache es mir dann erstmal mit einem Buch gemütlich.


Kommentare:

  1. Liebe Sabrina, hoffentlich klappt das bald mit Deiner Nachmieterin. Ja, der D und die konservative Revolution. Das Interview mit Slomka war schon gut... Mehr habe ich dann schon nicht mehr dazu gelesen, war mir zu abseits. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und einen schönen Urlaub, liebe Grüße Petra

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  2. Ja, Wochenende ganz entspannt. Ich hoffe, die Bazillen bei dir schlagen nicht zu fest zu. LG von Regula

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    1. Im Moment leide ich ganz schrecklich, weil mir das Nasenspray ausgegangen ist und ich nach Luft schnappe wie ein Fisch an Land. Aber mit etwas Glück bleibts bei der Erkältung.

      Liebe Grüße und genieß die Entspannung
      Sabrina

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  3. Ich mag das Foto!
    Viel Erfolg beim Abwickeln der "Altbestände" in S!
    LG
    Astrid

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    1. Vielen Dank!

      Das war mein letztes Büroselfie in Stuttgart.
      Mit meiner Vermieterin hab ich jetzt ausgemacht, dass die tollen Möbel, die meine Nachfolgerin nicht übernehmen wird, erstmal in den Keller kommen. Das hilft mir schon sehr weiter, weil hier wirklich einiges zu schade ist, um auf dem Sperrmüll zu landen.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  4. ach, was für eine fabelhafte tasse. selber machen! ran an die prozellanfarben. wenn du umgezogen bist. und immer schön ungezogen bleiben. dank für die erinnerung an eda.
    liebst,
    jule*

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    1. Das ist eine verdammt gute Idee! Wird gemacht. Da ist so eine weiße Tasse, die Brüste vertragen könnte.
      Kürzlich hat mir eine Bekannte gesagt, ich hätte mit den langen Haaren total "anständig" ausgesehen. Sie war entsetzt - und ich war sehr zufrieden, dass sich das offensichtlich geändert hat. Ungezogen bleiben ist definitiv der Plan.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  5. Sieht ja aus, als hättest Du vielleicht schon eine Nachmieterin gefunden. Wunderbar! Dann heißt es nur noch gesund werden und nicht zu viele Bazillen verbreiten.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Meine Vermieterin will sich morgen schon entscheiden - danach weiß ich, was ich mit der Wohnung hier noch anstellen muss.
      Im Moment sieht es aus, als hätte ich alle Bazillen für mich behalten, anders kann ich mir das massive Gerotze nicht erklären.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  6. Ich wünschte, es wäre alles so ein bisschen weniger "hartfrontig". Dass man bei dem Bild einfach sagen könnte, "Ich finde das sehr unangenehm", statt dass "Rassismus!" geschrien wird, und die Reaktion wäre dann nicht (leider ja gern in beiden Fällen) "Gar nicht, stell dich nicht so an, du Rassismusmimose!", sondern ein nachdenkliches "Blöd, darüber haben wir so nicht nachgedacht, aber stimmt, so kann das auch ankommen". Aber dafür wär natürlich die Grundvoraussetzung, dass Menschen einander prinzipiell wohlwollend gegenüberstehen. Grunz.
    Ich finde es immer wieder so verblüffend, dass es Rassismus und Homophobie und so überhaupt gibt. Es erschließt sich mir nicht, ich bin dafür irgendwie zu doof.

    Liebe Grüße
    Maike

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    1. Grundsätzliches Wohlwollen wäre eine feine Sache, ja. Und so ein bisschen Achtsamtkeit. Ich muss nämlich gestehen, dass ich wirklich nicht verstehe, wie dieses Foto durch säntliche Freigabeprozesse kommen konnte. Nicht, dass ich H&M vorsätzlichen Rassismus vorwerfen möchte, aber es hätte schon jemandem auffallen können (und meiner Meinung nach: müssen), dass der Affe ein gern genutztes rassistisches Bild für schwarze Menschen ist. Vor dem Hintergrund kann ich dann auch verstehen, dass Menschen, die damit häufig konfrontiert sind, irgendwann keine Lust mehr haben, höflich darauf hinzuweisen, dass das jetzt vielleicht nicht unbedingt die bestmögliche Präsentation des Pullis war und ob man da bitte in Zukunft eventuell, wenn es nicht zu viele Umstände macht, ein bisschen bewusster mit umgehen könnte?
      Den Vorteil von solch größeren Aufschreien sehe ich darin, dass sie natürlich mehr Menschen erreichen - mit dem möglichen Erfolg, dass auch mehr Menschen da etwas bewusster drauf achten. Klar, da kommt auch breiterer Widerstand - der unvermeidliche Backlash quasi. Aber nur wenn überhaupt öffentlich über solche Themen gesprochen wird, kann das halt auch Leute mit reichlich homogenem Umfeld (und damit meine ich mich) erreichen.

      Aber ja. Warum es Rassismus und Homophobie überhaupt gibt, check ich auch nicht. Ob das wirklich mit Doofheit zu tun hat, weiß ich aber nicht. :D

      Liebe Grüße
      Sabrina

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