Dienstag, 23. Januar 2018

[Tell a Story] Mein Lieblingsplatz

Blick auf die Ostsee in Ruissalo, Finnland - mein liebstes Foto ever.
Emma von Frühstück bei Emma sammelt unter dem Motto Tell a Story jeden Dienstag Fotos (und Worte) zu einem bestimmten Thema. Diese Woche ist "Dein Lieblingsplatz" dran - und angesichts einer Wohnung, die mittlerweile jede Wohnlichkeit hinter sich gelassen hat, bin ich gerne wieder mit dabei.

Monatelang habe ich nach meinem Auslandssemester in Turku, Finnland, von meinen Ausflügen ins Umland geschwärmt. Vom Himmel, der blauer ist, als irgendwo sonst. Vom Sonnenlicht, das auf dem Wasser glitzert. Vom Wunsch, die Zeit anzuhalten und nie wieder weggehen zu müssen. Irgendwo am Ostseestrand hatte ich mein Herz verloren. Und ich glaube, ein Teil davon liegt immer noch irgendwo zwischen diesen Steinen.

Auf dem Foto zu sehen ist die Insel Ruissalo, die vor den Toren der Stadt liegt. Bekannt ist sie vor das Ruisrock-Festival, das hier im Sommer stattfindet. Außerdem gibt es ein riesiges Gewächshaus, das auch einen Besuch wert sein soll und einen Golfplatz. Mir war das alles egal, ich wollte mir nur die Meeresluft um die Nase wehen und mit meinen Haaren spielen lassen. Ihr merkt es sicher schon: Hier ist eine ordentliche Portion Fernweh am Start!

Was ist euer Lieblingsplatz?

Samstag, 20. Januar 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Tee zum Frühstück ist immer eine gute Idee.
Hallo ihr Lieben!
Wie war eure Woche? Meine war voller gepackter Kisten, Tüten, Koffer - und einer Menge unerwarteter Krempel in irgendwelchen Schränken. Puh! Wenn mein Bruder morgen kommt, um mir mir den Möbeln zu helfen, soll alles andere verpackt sein. Ein bisschen gibt es da noch für mich zu tun, daher werde ich mich gleich wieder auf die Arbeit stürzen. Aber vorher habe ich noch ein paar Netzfunde für euch:

Catcontent ist wichtig für die Seele: Die neu entdeckte Rusty Spotted Cat aus Sri Lanka ist zum Sterben niedlich. Guckt euch unbedingt den BBC-Trailer an (die zugehörige Doku ist noch bis Ende des Monats verfügbar!).

Vor nicht allzu langer Zeit hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass es in Zukunft möglich sein soll, ein neues, drittes Geschlecht im Geburtenregister eintragen zu lassen. Dazu gibt es im Deutschlandfunk einen Beitrag, in dem direkt und indirekt Betroffene sowie eine Sexualwissenschaftlerin interviewt werden. Besonders berührend fand ich die Geschichte von Lucie Veith, Gründungsmitglied des bundesweiten Vereins Intersexuelle Menschen .e.V. Als sie mit 23 Jahren von ihrer Intersexualität erfuhr, war sie bereits mit ihrem Mann verheiratet. Er sagte ihr, "dass er genau diesen Körper und diesen Menschen und diese Seele, die in mir lebt, liebt. Dass ich genau die Person bin, die er begehrt und dass er daran nichts ändern möchte." Heute sind sie seit über 40 Jahren verheiratet. 

Über Pimmelwitze hat Margarete Stockowski in ihrer Kolumne schon in der letzten Woche geschrieben, aber mir ist der Text erst jetzt über den Weg gelaufen. "Männerkörper bleiben oft unsichtbar [...]: Sie scheinen nicht der Rede wert, außer da, wo man ihnen Schwäche andichten möchte"- nämlich mit der Unterstellung, sie hätten einen kleinen Penis. Dafür nennt die Kolumnistin diverse Beispiele, darunter natürlich auch den US-amerikanischen Präsidenten. Ganz ehrlich? Es gibt so vieles an diesem Mann zu kritisieren, die Größe seiner Genitalien kann man da gut aus dem Spiel lassen.

Im Rahmen der #metoo-Diskussion haben Catherine Deneuve und andere berühmte Frauen einen offenen Brief unterzeichnet, indem sie die Debatte mit den Worten diskreditieren, die Freiheit jemandem lästig zu werden gehöre zum Miteinander der Geschlechter unbedingt dazu, um nicht in einer totalitären Gesellschaft zu enden. Mittlerweile gab es dazu auch eine Nicht-Entschuldigung, aber eben auch die eine oder andere kritische Antwort. Die bei bento fand ich gut. In einem Punkt widerspricht Birte Vogel in diesem Post auf thea: Sie vertritt die Ansicht, dass die unterzeichnenden Frauen in den gegebenen Strukturen einfach so lange profitiert haben, dass sie sie "womöglich auch annehmen, ihr Marktwert würde ins Bodenlose sinken, wenn sie nun dafür wären, Täter zur Rechenschaft zu ziehen." Traurige Vorstellung. Darüber hinaus beantwortet der Post außerdem die Frage, warum so viele Frauen sich erst jetzt, als unter Umständen nach vielen Jahren, zu Wort melden. Damit ist er vielleicht eine ganz gute Grundlage für eine der ermüdenden Diskussionen, in denen den Betroffenen eine (Mit-)Schuld gegeben wird.

Bevor ich mich nun wieder über Kisten beuge, schubse ich diesen Post rüber zu Andreas Samstagsplausch. Nachher mache ich dann eine Runde durch eure Blogs, um nachzuschauen wie eure Woche so war.

Habt ein wunderschönes Wochenende!


Samstag, 13. Januar 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Großartige Tasse ist großartig.
Hallo ihr Lieben,

meine letzte Arbeitswoche liegt hinter mir. So richtig angekommen, ist diese Erkenntnis noch nicht. Als ich gestern Abend noch mit ein paar Lieblingskolleginnen zusammensaß, fühlte ich mich jedenfalls eindeutig so, als würde ich am Montag wieder ganz normal hingehen. Deswegen gibt es heute auch ein Büroselfie mit der besten Tasse, die dort im Schrank aufzutreiben war.
Beim Abschiedsfrühstück flossen tatsächlich einige Tränen - nicht nur mein eigenes Team stand zum Feiern bereit, sondern auch mehrere Menschen aus anderen Abteilungen. Sehr rührend. Abschiedskarten sind eine noch rührendere Sache, die zumindest bei mir alle Schleußen öffnen. Meine Abschiedsrunde hat dann auch über eine Stunde gedauert - eine Menge Menschen musste umarmt werden. Jetzt hoffe ich, nicht zu viele Bazillen verteilt zu haben, denn kaum starte ich ins Wochenende, lässt sich eine die typische Urlaubsstart-Erkältung nicht mehr verbergen. Das Blöde daran: Am Wochenende muss ich noch mehrere Wohnungsbesichtigungen abhalten, denn die Suche nach der Nachmieterin wird langsam dringender.

Netzfunde gibt es diese Woche trotz Abschiedstaumel auch wieder: Über Dobrindts Aufruf zu einer konservativen Revolution habe ich hier schon berichtet. Natürlich gab es auch Anfang dieser Woche noch ein entsprechendes Medienecho. Besonders lesenswert fand ich dabei diesen offenen Brief von Gisa Bodenstein im Humanistischen Pressedienst. Darin geht es um die CSU als selbsterklärtes Bindeglied zwischen Christen und Konfessionslosen, um Selbstbestimmung und Menschenrechte. Und natürlich um Patriotismus. Vom vielen Nicken wurde mir ganz schwindelig. 

Ein Produktfoto von H&M hat es in dieser Woche geschafft, gleich auf diversen Wegen in meine Feeds gespült zu werden. Den Pulli mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" an einem schwarzen Kind zu präsentieren wurde vielfach als rassistisch kritisiert. Selbstverständlich nicht ohne, dass andere Leute "Stellt euch doch nicht so an!", "Wenn ihr da gleich Rassismus seht, habt einfach ihr rassistische Bilder im Kopf!" und ähnliches krakeelten. Diesen Stimmen und insbesondere einem Kommentar auf welt.de tritt BILDblog hier entgegen: Diese Argumentation sei "ein Freibrief für den täglichen Rassismus, weil er die, die sich gegen ihn wehren, zu Simulanten erklärt."


Gern gelesen habe ich auch Eda Lindgrens Absage an die ständige Selbstoptimierungsrhetorik zum Jahresbeginn. Ihre Vorsätze für 2018: "Zufrieden sein, mit dem was ich habe. Öfter Pommes essen. Und rumliegen. Definitiv mehr rumliegen."

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein zufriedenes, leckeres und entspanntes Wochenende! Ich hüpfe mit meinem Beitrag jetzt noch rüber zu Andrea und mache es mir dann erstmal mit einem Buch gemütlich.


Dienstag, 9. Januar 2018

[Tell a Story] Meine Stadt

Der Stuttgarter Fernsehturm, Wahrzeichen meiner Heimatstadt, von oben betrachtet.
 Emma von Frühstück bei Emma hat sich für 2018 eine neue Linkparty ausgedacht: Unter dem Motto Tell a Story sammelt sie jeden Dienstag Fotos (und Worte) zu einem bestimmten Thema. Heute macht sie mit "Deine Stadt" den Anfang - und ich bin dabei. Vermutlich nicht jede Woche, vermutlich nicht zu jedem Thema. Aber mit dem Umzug vor Augen ist mir die Heimatstadt doch sehr präsent. Es ist Zeit für einen Liebesbrief.

Liebes Stuttgart,

du warst für mich immer die Stadt, die ich ohne mit der Wimper zu zucken zurücklassen konnte. Ohne auch nur einmal über die Schulter zu gucken bin ich nach Bamberg und nach Turku, Finnland, gezogen. Ich bin davon ausgegangen, dass das bei meinem Umzug nach Berlin einmal mehr so sein würde - vor allem, weil ich dieses Mal nicht ins Unbekannte, sondern zum Lieblingsmenschen ziehe und die Vorfreude so groß ist, dass ich manchmal zu platzen fürchte. 

Aber plötzlich stelle ich fest: Du hast dich in den vergangenen beiden Jahren in mein Herz geschlichen, es gefüllt mit Erinnerungen an Abende in der Sneak Preview, an akribisch gezählte Centmünzen vor dem Palast der Republik, an Gespräche morgens um vier, nach denen man einander plötzlich viel besser kennt. Gerade in den letzten Monaten hast du mir Menschen in die Arme geschubst, von denen ich monatelang gar nicht bemerkt hatte, dass da Freundschaften möglich wären. Ich bin dankbar für diese teils wenigen Wochen, auch wenn der eine oder andere Abschied sicher weh tun wird.

Ich werde dich mit einem weinenden Auge verlassen, Stuttgart, und mich unterwegs wahrscheinlich mehr als einmal nach dir umdrehen. Du warst mir ein gutes Zuhause. Und vielleicht werde ich dich sogar dann und wann ein bisschen vermissen.

Aber ich verspreche dir, dass ich dich besuchen komme. Auf ein Bier am Palast, auf einen Döner morgens um vier.

Die, die auf gepackten Koffern sitzt

Samstag, 6. Januar 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Tee und schlechte Wortwitze zum Frühstück: immer gut.

Hallo ihr Lieben!

Seid ihr alle gut in 2018 angekommen? Ich habe den Jahreswechsel sehr gemütlich in Berlin verbracht und dort mein neues Zuhause vorbereitet - noch ein IKEA-Besuch, Möbel schrauben, Klamotten aufhängen, Regaleinrichtung überlegen. Der Januar stand vom ersten Tag an im Zweichen des Um- und Aufbruchs. Im Büro bin ich auch schon dabei, die Übergabe vorzubereiten und die laufenden Projekte so weit wie möglich voranzubringen. Nur noch fünf Arbeitstage, dann räume ich diesen Schreibtisch - ein seltsames Gefühl. Im Moment verbringe ich viel Zeit damit, mich "ein letztes Mal" für Mittagspausen zu verabreden. Nächsten Samstag kann ich euch dann wohl berichten, ob und wie viele Tränen ich beim Abschied vergossen habe (von den Kolleginnen, nicht vom Schreibtisch).

Weil ich so mit meinem eigenen Umbruch beschäftigt war, hätte ich fast verpasst, dass auch CSU-Politiker Dobrindt einen wünscht: In der Welt forderte er eine "konservative Revolution". Das klingt für mich nach einem mythischen Wesen aus dem Reich der Oxymora - und auch Marietta Slomka zeigt sich in diesem Interview in ZDF heute sehr irritiert: "Revolution ist nicht nur "Wir wollen wieder ein bisschen bürgerlicher werden", Revolution ist Aufstand, Systemveränderung, radikaler Wandel. Sind Sie sicher, dass das deutsche Bürgertum eine Revolution möchte? [...] Revolution ist per Definiton ein radikaler Umwechsel, ein Sturz." Nach diesem Interview habe ich einen guten Vorsatz für 2018: Ein bisschen mehr wie Marietta Slomka sein, ein bisschen häufiger Contra geben und widersprechen und weniger Dinge abnicken.

Da Alexander Dobrindt im Interview kaum Substanzielles sagt, wusste ich anschließend nichts mehr, als dass unsere Definitionen von "Revolution" auseinandergehen. Gleichzeitig habe ich aus verschiedenen Gründen keinerlei Lust, mir ein WELTonline-Abo zu besorgen, um den Ursprungstext zu lesen. Nicht mal auf Probe. Zum Glück hat Stand up-Comedian Markus Barth das für mich getan und den Text in diesem Blogpost auseinander genommen. Sein Ergebnis: "[...] man braucht das Gegenteil einer bürgerlich-konservativen Wende" - nämlich unter anderem Offenheit und Kompromissbereitschaft, um ein gutes Zusammenleben aller Menschen zu ermöglichen.

Während Markus Barth insgesamt einen versöhnlichen Ton anschlägt, ist Robin Detje auf ZEIT online eher gepflegt der Arsch geplatzt.  Lust auf eloquenten Rage-Mode? Dann bitte hier entlang. Ich weiß nämlich nicht, welchen Satz ich daraus zitieren soll, da ich nahezu jeden einzelnen davon küssen möchte. 


Mit diesen Links schaue ich bei Andrea zum Samstagsplausch vorbei, bevor ich mich daran mache, die Wohnung zu schrubben. Am Dienstag kommt meine Friseurin vorbei, die eventuell gerne meine Nachmieterin sein möchte. Ich bin gespannt!

Habt ein wunderschönes Wochenende!

Donnerstag, 4. Januar 2018

[3 of a Kind] Musikalischer Jahresrückblick

Verstörendes Ergebnis meines Spotify-Jahresrückblicks. Wann soll ich denn so viel Bibi Blocksberg gehört haben?

Seid ihr alle gut ins neue Jahr gekommen? Ein erster Grund zur Freude war für mich, dass sich Sas von sas.verse dazu entschieden hat, ihre 3 of a Kind-Linkparty nicht einzustampfen. Allerdings stellt sie diese 2018 komplett unter ein Motto: Musik - mal sehen, wie oft mir dazu etwas einfällt. Die Januar-Aufgabe ist noch verhältnismäßig einfach, Sas möchte nämlich wissen, was bei uns in musikalischer Hinsicht im vergangenen Jahr so passiert ist. 

Hörverhalten
Zuerst muss ich ein Geständnis machen - ich höre eigentlich gar nicht so viel Musik. Spotify verzeichnet für das vergangene Jahr gerade mal 177 gehörte Stunden und vermutlich gehen davon die meisten für irgendwelche Podcasts drauf. Von den angeblichen 100 Songs, die mein Jahr bestimmt haben sollen, kenn ich nämlich ein paar meiner Meinung nach gar nicht (und die Podcasts hat der Jahresrückblick einfach unterschlagen - dabei laufen die auch in der Gratisversion ohne Werbeunterbrechung, was sie für mich sehr attraktiv macht!).

Da auf Spotify manche Bands ja gar nicht zu finden sind, höre ich auch gerne über Bandcamp. Oder krame CDs aus meinem Schrank - davon habe ich 2017 doch auch wieder einige gekauft. Nämlich auf...

Konzerten und Festivals
In Sachen Livemusik war 2017 definitiv ein gutes Jahr. Im letzten Jahr war ich auf drei Festivals: dem Prophecy Fest, das mir vor allem wegen der geilen Location, der größten Kulturhöhle Europas, in Erinnerung geblieben ist, dem Summer Breeze und schließlich dem Gloomaar Festival. Letzteres hat mich mit Abstand am meisten überzeugt. Sound und Licht waren an diesem Abend überragend, die Bands fand ich durch die Bank gut bis überragend. Dass ich dieses Jahr unbedingt wieder hin will, stand schon fest, bevor ich wieder im Auto saß. Pluspunkte gibt's außerdem dafür, dass der Parkplatz sowie ein Einkaufszentrum direkt daneben sind, so dass sowohl Anreise als auch Versorgung sehr angenehm waren.

Bei den Einzelkonzerten muss ich gestehen, dass ich mich gar nicht mehr an alle erinnern kann, beziehungsweise sie nicht zweifelsfrei dem letzten Jahr zuordnen kann. Aber Alcest und Anathema waren großartig und bei Amanda Palmer habe ich vor lauter Begeisterung mehrmals angefangen zu heulen. Much intense.

Neuentdeckung des Jahres
Diese verdanke ich dem Prophecy Fest in Balve. Dool haben mich da nämlich einfach mal gepflegt vom Hocker gerissen. Eingeordnet werden die Niederländer laut Wikipedia irgendwo zwischen Porgressive Rock und Doom Metal mit Einflüssen aus Psychedelic Rock und Gothic Rock. Hörprobe gefällig?



Nachdem ich mich also im Sommer Hals über Kopf verliebt habe, wundert es wahrscheinlich niemanden, dass mein erstes geplantes Konzert in diesem Jahr tatsächlich Dool sein wird. Ich freu mich riesig darauf!

Was habt ihr 2017 so gehört?