Dienstag, 26. Dezember 2017

[3 of a Kind] Dinge, die ich an mir mag

Drei Dinge, die ich an mir mag. Die blonden Haare hab ich nicht mehr, die mochte ich aber auch.
Im Dezember möchte Sas gerne drei Dinge von uns erfahren, die wir an uns selbst mögen. Es ist eventuell der letzte Aufruf in dieser Reihe, da Sas mindestens pausieren, wenn nicht sogar aufhören möchte, monatlich drei Dinge zu sammeln - aber dafür hat sie ein wunderschönes Motto für den Dezember gewählt. Mein Eindruck ist, dass viele Menschen sehr genau wissen, was sie an sich selbst stört - mich selbst möchte ich da gar nicht ausnehmen. Da schadet es keinesfalls, mal mit  Wohlwollen auf die eigenen Stärken zu schauen.

Ich schätze das Durchhaltevermögen, mit dem ich auch langwierige Projekte durchziehe und vollende. Manchmal mit Pausen, ab und zu mit zusammengebissenen Zähnen. Aber mit dem Ziel immer vor Augen - und irgendwann in der Hand. Oder eben auch im Bett, wenn wir von einem Hexagonquilt sprechen.

Ich mag meine Freude an Sprache, an Wortbildern und Vergleichen. Ich liebe es, wenn beim Sprehen oder Schreiben in meinem Kopf Bilder und Satzfragmente aufploppen, wenn ich zu Beginn des Satzes nur grob weiß, wohin ich damit möchte und auf halbem Wege die nächsten Worte irgendwo in meinem Kopf Worte verschlafen die Augen öffnen, sich umgucken und dann aufgeregt auf und ab hüpfen. Genau so fühlt es sich an, wenn ich Sätze bastle. Derselbe Teil meines Kopfes sprüht Herzchen, wenn er in den Texten anderer Leute auf besonders schöne Sätze trifft. Und ja, manchmal hab ich mich auch schon in die Eloquenz von Chatnachrichten verliebt.

Über den dritten Punkt hab ich ein Weilchen nachgedacht. Es ist mir schwer gefallen, mich für diesen zu entscheiden: Ich mag meinen Körper. Es fühlt sich seltsam an, das zu schreiben - aus verschiedenen Gründen. Zum einen, weil ich das Gefühl habe, das sei total oberflächlich und es seien doch bitteschön die inneren Werte, die zählen und ich sollte hier doch bitteschön voll deepen Shit präsentieren. Zum anderen aber auch, weil es mir angesichts all der Diätgespräche und der glattgebügelten Modelfotos um mich herum manchmal gar nicht so leicht fällt, mich selbst anzuschauen und gut zu finden. Dabei kann mein Körper so viele wunderbare Dinge: im Wald spazieren gehen, durch die Nacht tanzen, einen tollen Menschen umarmen, laut lachen und sich Geschichten ausdenken...Und ja, meistens gucke ich ihn (oder vielmehr: mich!) auch gerne an.

Was mögt ihr an euch selbst? Sas' Linkparty ist noch bis Silvester offen. Oder ihr verratet es mir einfach in den Kommentaren.

Kommentare:

  1. Auch wenn ich eher selten Blogpostings kommentiere, ich muss dir einfach sagen, dass du nicht die einzige bist, die deinen Körper toll findet! Du hast alles Recht dazu, du siehst echt spitze aus und ich mag dein Gesicht und deine Schulterpartien besonders (in dem Kleid auf dem Bücherball warst du der Eye-Catcher!). Ich finde zudem, dass den eigenen Körper zu mögen "deep shit" ist; die meisten können doch heute nicht mehr ohne Meckern mit dem eigenen Körper umgehen (eigene Nase pack). Ich glaube der eigene Körper ist das meist verachtetste Gut der heutigen Welt. Um so schöner ist es doch ein solches Statement wie deines zu lesen!

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    1. Danke! Deinetwegen hab ich jetzt leuchtend rote Ohren. <3

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  2. Huhu Sabrina,

    zuerst möchte (ganz oberflächlich) sagen, dass ich finde, dass du auf dem Foto sehr sympathisch aussiehst. Und so ziemlich genau die Frisur hast, die ich immer haben wollte, aber dank meiner Haarstuktur nicht umsetzen kann. Also ja, es schwingt ein wenig Neid mit, was aber nichts daran ändert, dass ich meine, was ich gesagt habe ;)

    Um dein Durchhaltevermögen beneide ich dich ein wenig. Ich bin jemand, der extrem wenig Geduld hat und wenn etwas nicht spätestens beim zweiten Anlauf klappt, landet es in der Ecke ;)

    Es freut mich wirklich zu hören, dass du deinen Körper magst. Für mich ist das einfach unvorstellbar, umso mehr beeindruckt es mich, wenn Menschen mich sich selbst (zumindest zum größten Teil) im Reinen sind. Keep that feeling ♥

    Liebe Grüße
    Sas


    p.s. Ein kleiner Spoiler: 3oaK wird im Januar weiter gehen. Allerdings in etwas abgewandelter Form, mit einem neuen Schwerpunkt. Also, wenn ich es denn bis nächste Woche auf die Reihe kriege ;) Drück mir die Daumen.

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    1. Vielen, vielen Dank!

      Bei mir fliegen auch hin und wieder Dinge in Ecken, aber meistens hole ich sie da früher oder später wieder raus...

      Meine Daumen sind sowas von gedrückt - für dich, für mich, für die 3oaK. Die sind mir doch ziemlich ans Herz gewachsen, so als Gelegenheit mal über verschiedene Dinge einfach nachzudenken.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  3. Komisch, ich hätte jetzt lauter "Äußerlichkeiten" bei mir aufgeschrieben...
    Ich mag dein Foto auch sehr, kess und offen schaust du!
    Hab ein gutes Neues Jahr in der großen Stadt!
    Astrid

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    1. Hm, bei mir hat es ziemlich lange gedauert, bis ich von "Ich habe halt einen Körper" auf "Ich bin mein Körper" gekommen bin. Besonders als Jugendliche habe ich dazu geneigt, Menschen, die ihren Körper pflegen oder gar herausputzen, geradezu mit Verachtung zu begegnen (internalisierte Misogynie ahoi!). Ich glaube, das hallt bis heute dahingehend nach, dass ich immer erst mal nach inneren Werten Ausschau halte, wenn ich über mich selbst was Nettes sagen soll und mich bewusst daran erinnern muss, dass meine inneren Werte auch davon profitieren, wenn es meiner Oberfläche gut geht.

      Vielen Dank für das Kompliment und deine guten Wünsche!

      Sabrina

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  4. Hallo Sabrina,
    also erstmal: das ist ein soooo schönes Foto von dir!
    Und dann möchte ich dir sagen, dass ich auch dein Durchhaltevermögen gerade für langwierige Projekte sehr bewundere und schätze. Gerade wenn ich bei insta mal Bilder von zwischendurch sehe - von hexagonen oder Stickerei - dann bin ich voller Ehrfurcht!

    Und dass du deinen Körper magst, finde ich klasse! Genau das sollten viel mehr Frauen tun! Einfach zufrieden in seiner Haut sein und sich nicht zermartern wie man aussieht und ob man hübsch ist. Oder zu dick, zu dünn, zu wasweißich...

    Ich wünsche dir alles Gute weiterhin und einen guten Rutsch! Wir lesen uns - und teilen auch diese Leidenschaft :)

    Ganz lieber Gruß,
    Sonja

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    1. Vielen lieben Dank! Ich weiß noch, dass ich an dem Tag morgens keine Lust hatte, mich zu schminken oder mir die Haare ordentlich zu kämmen. Zwischendurch dachte ich dann "Verdammt und das ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen es Bilder von dir gibt!" und hab mich geärgert. Vor ein paar Tagen bin ich dann diesen Ordner durchgegangen und war ganz begeistert von diesem Bild, weil man einfach sieht (glaube ich), dass ich in dem Moment sehr zufrieden und mit mir im Reinen war.

      Vielen Dank für deine lieben Worte - und auch dir einen guten Start ins neue Jahr!
      Sabrina

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  5. Deine Liebe zur Sprache, die aus ganz vielen Deiner Sätze spricht und auch an Deiner Freude an kleinen "Fundstücken" in den Texten anderer, liebe ich auch sehr!
    Und nee, den eigenen Körper mögen ist gar nicht oberflächlich. Sein Aussehen wichtiger zu finden als alles andere ("Vielleicht bin ich ein Arsch, aber wenigstens sehe ich beim Arschsein gut aus!") oder andere abzuwerten, weil sie nicht irgendwelchen Normen entsprechen - das ist oberflächlich. Seinen eigenen Körper zu mögen ist einfach nur gut und richtig und schön, schließlich verbringt man mit dem eine ganze Menge Zeit und erlebt gemeinsam eine Menge! Ich mag meinen auch, so, wie ich einen Freund mag - ich erfreue mich an dem, was ich an mir schön finde, ich mag die Spannkraft, die mein Körper hat, seine Bereitschaft, blitzschnell Muskeln aufzubauen (da hat er nicht ganz geschnallt, dass er eigentlich ein weiblicher Körper ist), bedaure liebevoll mein durch einen Reitunfall zerdeppertes Knie, das alle paar Jahre mal ein paar Tage bis Wochen Probleme macht, klopfe vorwurfsvoll seufzend, aber ohne rechte Innigkeit dabei auf zu mopsig gewordene Oberschenkel, trainiere gegen die nach einem Autounfall verbliebene Steifheit eines Lendenwirbels an (da wurde aus "ich lege mit ausgestreckten Beinen die Stirn auf meine Knie und schlafe ein" eher so ein "Knie, Knie, ich winke euch aus der Ferne, wie geht es euch denn da unten?") und freue mich darüber, dass das Allermeiste wunderbar funktioniert und gesund ist. Mein Körper ist das Vehikel, über das ich in Kontakt zur Welt treten kann, und chemisch betrachtet BIN ich mein Körper, man bildet sich ja so gern ein, es wäre anders, aber wenn mein Körper auf einmal andere Hormone oder andere Hirnwellen produzieren würde, dann wäre "ich" mit einem Mal eine andere ... es ist eine kuriose Beziehung, und wir sind sehr viel stofflicher, als wir oft meinen. Ich bin gern ich, und deshalb mag ich meinen Körper. So. Das muss jetzt aber an Deepheit auch reichen für heute, muss frühstücken gehen. :D

    Das Foto mag ich auch sehr, da möchte man direkt eine ganze Pferdeherde mit Dir klauen gehen.

    Liebe Grüße
    Maike

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    1. Dankedankedanke für deinen tollen Kommentar, für deine klugen Worte zu Oberflächlichkeit und Stofflichkeit, der wir uns sehr oft gar nicht so bewusst sind.

      Mit dir würde ich definitiv eine Pferdeherde klauen gehen!

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  6. Liebe Sabrina,

    mit allen drei Dingen, die du an dir magst, kann ich mich auch identifizieren - ich glaube, ich mag die alle drei auch an mir.
    Dein Foto gefällt mir sehr - du strahlst so!

    Liebe Grüße
    Veronika

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    1. Liebe Veronika,

      vielen Dank! Schön, dass wir drei Dinge gemeinsam haben, die wir auch beide so toll finden.
      Das Foto ist auf einem sehr schönen Spaziergang entstanden, ich glaube, man sieht, wie wohl ich mich in dem Moment gefühlt habe.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß!

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