Mittwoch, 12. Juli 2017

Feministenmonster

Das grüne Herz am rechten Fleck: Mein neuestes Monsterchen ist fertig!

Anfang des Jahres habe ich mich auf Instagram bereit erklärt, bei #freudeschenken 2017 teilzunehmen und im Rahmen dessen fünf weiteren Menschen in diesem Kalenderjahr eine Freude zu machen. Mittlerweile ging das zweite Päckchen auf Reisen - zu Veronika, erneut mit einem revoluzzzionären Monsterchen nach einen kostenlosen Tutorial von Revoluzzza.

Veronika mochte das erste #freudeschenken-Monsterchen und beschreibt sich in ihrer Instagram-Bio als Feministin. Was lag da näher, als mal wieder ein feministisches Monster zu verschicken?


Kämpferisch: Die Rückenverzierung.
Warum eigentlich Feminismus? "Wenn du für Gleichberechtigung bist, warum dann eine Bezeichnung, die Frauen so herausstellt?", hat mich ein Freund mal gefragt - und er ist bei weitem nicht der Einzige, der diese Bezeichnung nicht einleuchtend findet. 
Mir erscheint sie passend, weil es immer noch weiblich konnotierte Eigenschaften und Tätigkeiten sind, die in der Gesellschaft weniger Anerkennung erfahren.

Beispiel gefällig? Dass textile Handarbeiten nicht als Handwerk, sondern als Tüddelkram gelten, entspricht diesem Mechanismus. "Das kann man doch alles kaufen. Was für eine Zeitverschwendung!" höre ich sehr viel häufiger als Argument gegen meine Hobbys als mein Bruder, der gerne an Autos herumschraubt.

Das Ziel kann an der Stelle ja nun nicht sein, die Nase über meinen Werkzeug schwingenden Bruder zu rümpfen, damit wir beide gleich (mies) behandelt werden. Wünschenswert ist in meinen Augen stattdessen, dass weiblich konnotierte Eigenschaften und Tätigkeiten eine Aufwertung erfahren, um sie auf denselben kulturellen Status zu heben, wie ihre männlichen Pendants.

Natürlich ist das bei weitem nicht alles, was man über Feminismus sagen kann. Deswegen schreiben andere ganze Bücher oder Blogs darüber oder nehmen Podcasts dazu auf. Aber dieser Mechanismus ist der Grund, warum ich mich mit dem Begriff des Feminismus identifizieren kann. 

Und damit geht dieses Monsterchen mit erhobener Faust zu Jules Monatssammlung politischer Handarbeiten.

Kommentare:

  1. Ich finde deine feministischen Monsterchen ganz klasse.
    Was die Wertschätzung von textilen Arbeiten angeht, muss ich dir leider zustimmen, allerdings beobachte ich in meinen Kinderkursen eine zögerliche Entwicklung. Es kommen auch Jungs in die Nähkurse, für die es ganz normal ist, sich etwas zu entwerfen und zu nähen, und deren Eltern auch stolz darauf sind. Ich hoffe natürlich, dass der eine oder andere bei der Stange bleibt und auch später noch Spaß am textilen Arbeiten hat.
    Danke auch für den Link zu den politischen Handarbeiten - sehr spannend.
    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Liebe Susanne,

      wie schön von dir zu lesen! Ich freue mich sehr, dass bei dir zunehmend auch Jungs in die Nähkurse kommen. Es ist schön zu sehen, dass diese Zuschreibungen sich langsam aufweichen.

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  2. liebe sabrina,
    awwww...ich bin so fan von deinen feministischen monsterchen!
    ich habs immer noch nicht geschafft auch so ein revoluzzionäres monster zu nähen...aber ich wüsste auch nicht, ob ich es so unfassbar niedlich schauen lassen könnten....
    feministische (und begeisterte) grüße,
    lisa

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    1. Liebe Lisa,

      aww, vielen Dank! Das freut mich riesig. <3
      Da kommen bestimmt auch noch einige mehr in den nächsten Monaten, ich hab nämlich unheimlich Freude dran... Vielleicht braucht mal wieder eines ein Zuhause?^^

      Gerührte Grüße,
      Sabrina

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  3. Ich mag sie ja, deine Monster!
    Bei Menschen, die sich an der Bezeichnung einer ansonsten guten Sache so aufregen, habe ich immer im Kopf: "Gehen dir die Argumente aus? Fällt dir nur etwas zu der Bezeichnung ein? " ;)
    Deinen Text finde ich auch gut, kurz, aber präzise.
    Liebe Grüße
    Antje

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    1. Dankeschön! Ja, sich an Bezeichnungen aufzuhängen ist manchmal nicht die beste Idee. Aber als dezent sprachfixierter Mensch passiert mir das manchmal auch.^^ Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich dann mal geschaut habe, was es für Gründe gibt, diese Bezeichnung so und nicht anders zu wählen.

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  4. Ehrlichbgesagt habe ich mich mit der Bezeichnung der netten Figur erst sehr schwer getan, denn Feministinnen gelten ja etlichen Mitmenschen als fürchterliche Monster & werden ordentlich diffamiert. Aber deine Erklärung, wieso, weshalb, warum hat es dann wieder zurechtgerückt.
    Kunstgewerblicher Plunder hat mein vermstorbener Schwager mal die textilen Produkte einer Künstlerin genannt...
    Muss ich nicht mehr kommentieren, oder?
    LG
    Astrid

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    1. Ja, diese Diffaminierungen hatte ich im Kopf, als ich den Titel getippt habe. Und ich glaube, deswegen hatte ich auch ein bisschen diebische Freude daran, darunter ein knuddeliges Tierchen abzubilden, das so gar nicht das Bild eines typischen Monsters erfüllt.

      Und nee, zum "kunstgewerblichen Plunder" muss man tatsächlich nicht mehr viel sagen, das unterstreicht sich ja leider selbst...

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  5. Liebe Sabrina,

    deine Monster sind klasse! Und ihre Message ist verdammt nötig auf der Welt.
    Leider ist sich "der Feminismus" in sich ja auch nicht einig, z.B. in punkto Prostitution.
    Und ich als glücklich verheiratete Frau mit Kindern muss mir von diversen Radikalfeministinnen auch den Vorwurf gefallen lassen keine Feministin zu sein, weil mein Leben einem traditionellen Rollenbild folgt... ( diese Frage beschäftigt mich hin und wieder).

    Trotzdem halte ich die feministische Bewegung für eine der wichtigsten überhaupt. Eine starke Frauenbewegung ist auch ein Zeichen einer Demokratie.

    Ach ja, und wenn mich jemand fragt, wozu Feminismus, dann sage ich immer: "Solange es Sexismus gibt, ist der Feminismus noch nicht fertig."

    Ich werde das hoffentlich allen meinen Kindern mitgeben können.

    Lieber Gruß,
    Sonja

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    1. Liebe Sonja,

      danke dir!
      Du hast natürlich Recht: "der Feminismus" ist in sich ziemlich uneins. Ich würde ja sogar sagen, dass es etliche verschiedenen Feminismen gibt - und nicht jeder gefällt mir (die Exklusion von Transmenschen ist ja auch so ein Punkt, in dem Uneinigkeit herrscht, ähnlich wie bei Prostitution). Dass Frauen für ihre persönlichen Lebensentscheidungen beschimpft werden, ist reichlich unschön - du hattest an anderer Stelle ja auch schon beschrieben, dass du dir das Hausfrauendasein auch eher ungeplant zuteil geworden ist, unter anderem aufgrund der in Deutschland herrschenden Betreuungsstrukturen usw.

      Dein Punkt bezüglich Sexismus bringt es wahrscheinlich ziemlich gut auf den Punkt: Solange Menschen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit diskriminiert werden, bleibt der Feminismus notwendig.

      Ich wünsch dir ganz viel Erfolg dabei, das an deine Kinder weiterzugeben, denn ich fürchte, sie müssen da auch noch mit dran arbeiten...

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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    2. Liebe Sabrina,

      auch wenn ich mich wiederhole - ich finde deine feministischen Stickereien so gut und wichtig. Viele Frauen haben eine Scheu sich als Feministinnen zu bezeichnen, weil das nich lieb, umgänglich und angenehm klingt; und weil sie eben gefallen wollen. Mir gefällst du, weil du dir Gedanken machst, mutig bist und dabei schöne Dinge erschaffst und gleichzeitig auch nicht so schöne Dinge und Zustände ansprichst :D

      Liebe Grüße,
      Veronika

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    3. Liebe Veronika,

      ich freue mich auch über wiederholte Zustimmung - und für so liebe Worte. Ich wäre eigentlich gerne noch weitaus mutiger, aber ich schätze, Kommentare wie deiner helfen mir auf diesem Weg. :)

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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