Samstag, 18. August 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Beim heutigen Samstagstee geht es auch um sie: Frida Kahlo.
Jeden Woche sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind. 

Vielen Dank für eure Genesungswünsche in der letzten Woche! Mittlerweile genieße ich manuelle Therapie bei einer ganz wunderbaren Physiotherapeutin um's Eck, die mir unheimlich hilft. Offenbar war's eine sehr gemeine Zerrung im Hüftbereich, die mich schachmatt gesetzt hatte. So ganz groß ist mein Bewegungsradius noch nicht, aber es wird.

Netzfunde der Woche

Im Internet war ich auch wieder unterwegs - (zivile) Seenotrettung und Feminismus haben mich dabei diese Woche verstärkt beschäftigt.

Seenotrettung

Heute marschieren Rechtsextreme in Spandau (Bericht bei Neues Deutschland), um Rudolf Heß zu gedenken, der hier vor dreißig Jahren starb. Von der geplanten Route wurden sie bereits abgedrängt, außerdem wird die Gegendemo deutlich größer. Parallel läuft die Aktion "Ein Cent gegen Nazis - Der unfreiwillige Spendenlauf für Menschenrechte". Dabei werden für jede*n marschierende*n Rechtsextreme*n Spenden gesammelt: Ein Cent pro Kopf. Das Spendenaufkommen geht an Sea-Watch e.V., um zivile Seenotrettung zu unterstützen.

Apropos zivile Seenotrettung: Eine liebe Freundin hat mich auf den Seenot-Montag aufmerksam gemacht, einen "dezentralen Flashmob der Rettungsboote". Dieser ist geschaffen worden angesichts der Schwierigkeiten, die zivile Seenotrettungsgruppen im Mittelmeer gerade haben. Überall soll dabei, unabhängig von Großdemonstrationen, Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit der Rettung gerichtet werden. Mitmachen kann jede*r, ob allein oder als Gruppe, mit viel und auch mit wenig Aufwand. Als Beispiele wurden von den Organisator*innen "gefaltete, mit Straßenkreide gemalte, auf dem Fahrradgepäckträger herum gefahrene, als Brosche getragene" Boote - der Fantasie sind also keine Grenze gesetzt: "Hauptsache, viele viele Boote im öffentlichen Raum." Um die Aktion noch sichtbarer zu machen, wird darum gebeten, die Fotos unter dem Hashtag #seenotmontag zu veröffentlichen. In dieser Facebook-Veranstaltung zum Seenotmontag gibt es noch mehr Infos, aber vielleicht ist ja auch jemand interessiert, der*die nicht so sehr auf Facebook unterwegs ist.

Feminimus

Ist euch mal aufgefallen, dass Frida Kahlo zur Zeit quasi überall ist? Ich hab sie auf Jutebeuteln gesehen, auf T-Shirts, in Büchern - und sogar über meinem Bett hängt ja ein selbstgemaltes Porträt von Frida. Der Deutschlandfunk widmete ihr angesichts einer aktuellen Ausstellung in London einen Bericht. Darin geht's nicht nur darum, inwiefern Frida Kahlo eine Stilikone ist, sondern auch darum, warum sie im Feminismus so eine wichtige Rolle spielt. (Anmerkung: Angesichts der Inspiration, die sich Modeschöpfende aus Fridas Kleidung tragen, denke ich natürlich direkt an kulturelle Aneignung im Sinne der Critical-Whiteness-Bewegung und finde es mindestens schwierig.)

Beim brause*mag ist diese Woche ein Artikel erschienen, der einen Blick auf feministische Kämpfe in Iran, Südkorea, Südafrika und Argentinien wirft.

Im innenAnsicht-Magazin gibt es diese Woche den Erfahrungsbericht einer Betroffenen von Vaginismus, also Schmerzen im Bereich des Scheideneingangs. Diese Schmerzen sind so intensiv, dass vielen Betroffenen jegliches Einführen von Fingern, Sexspielzeugen, aber eben auch Tampons unmöglich ist.

Habt ein schönes Wochenende!

Samstag, 11. August 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden

Samstagstee ist besonders wichtig, wenn man nicht aus dem Bett kommt.

Jeden Woche sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind. 

Das war keine schöne Woche für mich. Kurz nachdem ich den letzten Samstagstee veröffentlicht habe, lag ich vor dem örtlichen Rossmann auf dem Boden. Aufstehen war nicht. Und üble Schmerzen hatte ich auch: Hexenschuss. Was folgte, war eine Krankenwagenfahrt und diverse Stunden auf einem Flur in der Notaufnahme. Immerhin: Nur nette Leute um mich herum.

Die folgenden Tage habe ich hauptsächlich auf der Couch verbracht, lange stehen geht immer noch nicht besonders gut, aber immerhin kann ich wieder ohne Hilfe aufs Klo.

Alles ein bisschen blöd also. Nicht mal im Internet hab ich gelesen. Aber solche Wochen gibt es einfach auch - und definitiv freue ich mich darauf, wieder ungehindert in die Hocke zu gehen und mich zügig durch die Stadt zu bewegen. Drückt ihr mir die Daumen, dass ich bald wieder soweit bin?

Netzfunde der Woche 

Ein wenig habe ich die Zeit natürlich auch genutzt, um im Internet zu stöbern.

Gute Idee für gelangweilte Nachmittage, an denen man mit Schmerzen im Bett liegt: Podcasts. Höre ich ja grundsätzlich gerne, aber diese Woche hatte ich auch Zeit für richtig lange Strecken. Und so habe ich Sophie Passmann im Podcast "Alles gesagt" von Zeit Online gehört. Vier Stunden lang. Frau Passmann spricht darin - unter anderem versteht sich - über Feminismus, Sozialdemokratie und antifaschistisches Liedgut. Die erste halbe Stunde oder so fand ich schwer erträglich, weil die beiden Typen ständig reinquatschen. Aber entweder wird es besser oder ich hab mich dran gewöhnt. Auf jeden Fall bin ich einmal mehr begeistert von Frau Passmann. (Zuletzt war ich das öffentlich im Juni. Nachzulesen hier.)

Videos gehen auch: ze.tt hat ein Video zum Thema Brustkrebsvorsorge geteilt, das ich sehenswert finde. Weil Brustkrebsvorsorge wichtig ist. Und weil das Video schön anzusehen ist. 

Unter dem Titel "Elon Musk und die Mobmaschine" schreibt Sascha Lobo auf Spiegel Online über Männlichkeitsperformance, (Cyber-)Mobbing und Meinungsfreiheit.

Habt ein wunderschönes Wochenende, ihr Lieben!

Samstag, 4. August 2018

[Samstagstee] mit Netzfunden zu Rassismus

Für heiße Schokolade war es diese Woche eigentlich zu warm. Aber so lecker!
Jeden Woche sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.  

Einmal mehr ist die Woche an mir vorbeigerauscht. Das liegt auch an meinem Übernachtungsgast: Seit Donnerstag ist Murphy zu Besuch, ein betagter French Bulldog-Herr. Er hasst die Hitze so sehr wie ich, pupst infernalisch und hat die niedlichsten Kulleraugen ever. Wahrscheinlich werde ich sein Geschnaufe fürchterlich vermissen, wenn er morgen Abend wieder zurück zu seiner Mama geht.

Netzfunde der Woche

Gelesen habe ich im Netz diese Woche natürlich trotz Hundebesuch. Besonders präsent war mir dabei ein Punkt: Rassismus ist gerade aufgrund des neuen Hashtags #metwo endlich wieder in der großen Diskussion.

Rassismus

Die taz berichtete online über den Hashtag #metwo: "Dass über Alltagsrassismus in Deutschland öffentlich gesprochen wird, ist absolut überfällig. Noch überfälliger ist allerdings eine Grundhaltung, die Selbstreflexion und Selbstkritik zulässt. Die nicht sofort abblockt, wenn das Wort Rassismus fällt." Denn genau das ist es, was immer wieder sichtbar wird: Sobald Mesut Özil oder irgendjemand sonst auf rassistische Angriffe hinweist, antworten hauptsächlich weiße Menschen ohne Migrationshintergrund wutschnaubend, das sei doch kein Rassismus. Und sowieso nicht schlimm. 

Dass Rassismus aber halt sehr wohl schlimm ist, zeigt ein Vice-Artikel: "Deutscher schießt auf minderjährige Geflüchtete und niemand interessiert sich dafür" Laut Artikel habe es 2019 bereits mindestens 359 Angriffe auf Geflüchtete und Unterkünfte gegeben. Einige Beispiele vom Juli werden im Artikel auch genannt, etwa ein Mann in Halle (Saale), der mit einer Eisenstange auf zwei Geflüchtete einschlug. Problematisch: Medien berichten kaum noch über Gewalt gegen Geflüchtete und gleichzeitig findet eine Bagatellisierung durch die Polizei statt, die rassistische Motive eher nicht so unbedingt sieht.

Ein langes persönliches Gespräch mit Mo Asumang hat Deutschlandfunk Kultur zum Thema Rassismus geführt. Darin erzählt sie, sie habe sich lange als Opfer geführt. Durch eine konkrete Morddrohung ändert sich das: Nach einer Phase voll Angst geht sie in die Gegenwehr und will die Leute treffen, die sie so sehr hassen. Sie arbeitet mit Häftlingen, besucht Pegida-Demos und besucht sogar den Ku-Klux-Klan in den USA.

Persönlich wird es auch kurz im Interview zu "Ankerzentren" im Deutschlandfunk Kultur. Darin spricht Vanessa Vu, die einem bayerischen Asylbewerber*innenheim aufgewachsen ist, unter anderem auch über ihre Erfahrungen und wie diese sich auf ihre Haltung zu den "Ankerzentren" auswirken. (Aufmerksame Leser*innen kennen Vanessa vielleicht schon, seit ich euch kürzlich den Podcast Rice and Shine vorgeschlagen habe.)

Auch Sascha Lobo spricht in der aktuellen Ausgabe seines Debatten- und Reflexionscasts über Rassismus und Integration - und konzentriert sich dabei auf die Rolle des Journalismus. Seine These: Medien könnten "nicht mehr so zu tun, als könne man neutral und objektiv über Vorgänge berichten, über die sich aus der Perspektive der liberalen Demokratie nicht neutral und objektiv berichten lässt."

Feminismus

Zum Abschluss habe ich noch etwas Schönes aus Neuseeland für euch: In Wellington hat sich die siebenjährige Zoe darüber geärgert, dass auf ein Hinweisschild zu Bauarbeiten an den Oberleitungen nur auf "Linemen" hingewiesen wurde. Dass Frauen zwar an den Leitungen arbeiteten, aber nicht genannt wurden, fand sie "falsch und unfair" - und teilte das der zuständigen Behörde in einem Beschwerdebrief mit. Sehr cool: Die Behörde versprach laut Bento-Informationen, in Zukunft von einer "Linecrew" zu sprechen. Ich bin entzückt und sehr begeistert von Zoe.  

Habt ein schönes Wochenende!