Samstag, 12. Januar 2019

[Samstagstee] mit feministischen Netzfunden

... und den Tee! Und Wochenende!
Jedes Wochenende sammelt Andrea von Karminrot beim Samstagsplausch persönliche Wochenrückblicke. Meiner ist meist ergänzt durch Artikel oder Podcastepisoden, die mir in den letzten Tagen im Netz besonders aufgefallen sind.

Das war eine gute Woche. Aus den Weihnachtsferien ins Leben mit Tageszeiten, Terminen und dem Tragen ordentlicher Kleidung zurückgekehrt. Referat gehalten. Ersten Arbeitstag im neuen Job gehabt. Nach der hochgemütlichen, zeitlosen Phase zwischen den Jahren ein ziemlich rasanter Start. Deswegen wird das Wochenende jetzt wieder ganz entschleunigt. Ich plane feierliches Pyjama-Tragen mit den Besten.

Feministische Netzfunde der Woche

Weil ich mit Powerpointfolien, Studien und Mitarbeitendenhandbüchern beschäftigt war, ist in Sachen Linksammeln nicht so viel passiert. 

Aber die *innenAnsicht war fleißig und hat gleich zwei Artikel rausgehauen: Eine Rezension und einen Erfahrungsbericht. Die Rezension zu "Nicht nur Mütter waren schwanger" ist von mir und ich möchte euch das Buch auch an dieser Stelle nochmal dringend ans Herz legen. Alisa Tretau versammelt darin Stimmen zum Thema Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternsein, die sonst nur selten zu hören sind. Wie es ist, als trans* Mann Fehlgeburten zu haben. Wie es ist, Schwarze Kinder zu bekommen. Wie es ist, im linken Milieu einen Kinderwunsch abzuwägen. Große Empfehlung auch nochmal an dieser Stelle!

Den Erfahrungsbericht in Sachen #metoo schrieb eine Redakteur*in, die anonym bleiben möchte. Sie hat als Jugendliche einen Übergriff erlebt - und erst Jahre später verstanden, dass es einer war. Ein Jahr, nachdem der Hashtag seine Kreise gezogen hat, sucht einer der damals Beteiligten das Gespräch.

Was macht euch eigentlich zur Frau? Die Frage stellte Nina Jaros auf Twitter. Denn als trans Frau werde die sehr häufig dazu aufgefordert, ihre Weiblichkeit zu rechtfertigen. Der verlinkte Artikel im Supernova-Mag zeigt: Eine richtige Antwort auf diese Frage kennen die meisten cis Frauen nicht. Sie spüren halt. Das gilt offensichtlich für cis und trans Frauen gleichermaßen. 

Habt ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 9. Januar 2019

[Rezension] Aus dem Leben einer Abenteurerin: "Hilda and the Troll"

DIe kleine Abenteurerin Hilda aus den gleichnamigen Comics ist die Heldin meines Winters.
Bei Instagram habe ich vor einiger Zeit von der Netflix-Serie "Hilda" geschwärmt und besonders ihre diversen Figuren, die auch mal Genderrollen auf links drehen, gelobt. Mittlerweile ist der erste Band der Comic-Vorlage bei mir eingezogen und es ist Liiiiiebe!

Inhalt

Auf den ersten Blick ist Hilda ein ganz normales Mädchen. Sie liebt ihr Haustier, mag Nächte im Zelt und zeichnet gerne. Aber gleichzeitig ist Hilda auch ein ganz außergewöhnliches Mädchen: Ihr Haustier ist ein kleiner Fuch mit Geweih, Nächte im Zelt gefallen ihr bei heftigem Regen besonders gut und der Felsen, den sie malt, entpuppt sich schon mal als Troll. Aber, naja: "That's the life of an adventurer", so ist das Leben einer Abenteurerin nun mal - findet Hilda.

Im ersten Band der Reihe passiert tatsächlich nicht so viel mehr: Hilda zeltet und macht die Bekanntschaft eines Trolls, die eine ganz unerwartete Wendung nimmt. Nicht besonders gehaltvoll, könnte man meinen. Vor allem, weil die Geschichte keine großen Umwege nimmt, sondern ziemlich straight forward erzählt, was es zu erzählen gibt.

Langweilig oder gar enttäuschend ist "Hilda and the Troll" trotzdem bei Weitem nicht. Ganz im Gegenteil. So kurz und knackig die Handlung ist, so liebevoll führt sie uns doch in Hildas Welt und macht uns vertraut mit der kleinen Abenteurerin und den Wesen in ihrer Umgebung. Und arg viel mehr muss in einem ersten Band ja gar nicht sein, oder?

Zusätzlich zur Hauptgeschichte finden sich im hinteren Teil des Buchs noch ergänzende Skizzen, ein Kurzcomic über den Mann aus Holz und großformatige Zeichnungen, auf denen man Hildas Schreibtisch sowie eine Seite im Sachbuch über Trolle ganz genau begutachten kann. Ich liebe solche ergänzenden Inhalte.

Schreib- und Zeichenstil

Was mich sofort für "Hilda" eingenommen hat, sind die skurrilen Charaktere. Neben Hilda mit ihren blauen Haaren und ihrem gehörnten Fuchs gibt es nämlich auch noch den Wood Man, einen grummeligen Mann aus Holz, der ungebeten das Haus betritt, einen kurzarmigen Troll und - persönliche Favoriten! - fliegende gelbe Bobbel mit Hundegesichtern.

Die Zeichnungen sind in einer reduzierten, warmen Farbwelt gehalten. Neben dem tiefen Petrol dominieren ein gedämpftes Gelb neben Tomatenrot und Brauntönen. Ich weiß nicht, ob man durch diese Seiten blättern kann, ohne sich darin einwickeln zu wollen. Ich kann es nicht, denn die Farben versprechen extreme Kuscheligkeit.

Dass zusätzlich auch noch Schnee fällt, macht "Hilda and the Troll" zu einem perfekten Einkuschelcomic für Herbst- und Winterabende.

Fazit

Die Hilda-Comics sind eigentlich für Kinder gedacht. Aber: No way! Dieses Plädoyer für Liebe zur Natur, Abenteuerlust und Mitgefühl ist super für alle, die auf coole Heldinnen und skandinavisch angehauchte Mythen stehen und einen Spritzer Abenteuer im Leben haben wollen. (Jedenfalls von der Couch aus.)

Übrigens: Ich habe mich zwar für die englischsprachige Originalausgabe entschieden. Aber Hilda ist auch auf deutsch erschienen, beim Reprodukt-Verlag. Nur, falls ihr die kleine Abenteurerin lieber ohne Fremdsprache genießen oder an jüngere Trollfreund*innen verschenken wollt.

Außerdem gibt's Hilda wie gesagt auch als Netflix-Serie! Die erste Staffel habe ich quasi in einem Sitz durchgeschaut und kann sie nur wärmstens empfehlen. 

Harte Fakten

Titel: Hilda and the Troll
Autor: Luke Pearson
Verlag: Flying Eye Books
Umfang: 40 Seiten
Erscheinung: Dezember 2015
Preis: 10,95 €

Montag, 24. Dezember 2018

[Weihnachtstee] mit Netzfund

Mehr Tee für den Jahresendspurt.
Exklusiver Weihnachtstee! Der Samstagstee ist aus Wuseligkeitsgründen am Wochenende schlicht ausgefallen. Es begab sich nämlich, dass ich am Montagvormittag schnell noch eine Bewerbung verschickte, am Dienstag ein Vorstellungsgespräch hatte, am Mittwoch eine Zusage erhielt und am Donnerstag einen Vertrag unterschrieb. Puh! Ab Januar arbeite ich Teilzeit in einem Projekt für politische Bildung, das sich gegen Hate Speech im Internet einsetzt. Wenn das kein grandioses Weihnachtsgeschenk ist!

Daneben war nicht so recht Zeit für Online-Gewusel - und auch nicht für besonders viel vorweihnachtliche Stimmung. Aber der Blick in meine Social Media-Bubble zeigt mir, dass es vielen Menschen so geht: Stress bis kurz vor Heiligabend, keinerlei vorweihnachtliche Besinnlichkeit. Bei manchen kommen noch Familienbesuche dazu, die leider nicht durch Liebe, Lachen und lustige Schneemannpullis geprägt sind. Sondern durch noch mehr Stress, Streit am Esstisch und zu viel Glühwein, um es irgendwie zu ertragen.

Für die Fälle, in denen eine solche Situation ganz eskaliert, hat die *innenAnsicht einen Artikel ausgegraben, der Tipps für ein friedliche(re)s Fest, aber auch Hilfemöglichkeiten für Notfälle versammelt. Haben ist ja bei sowas immer besser als brauchen. Aber leider ist Weihnachten zuverlässig der Zeitpunkt im Jahr, an dem die meisten Frauen in Frauenhäuser flüchten (Quelle).

Wenn ihr feiert: Habt ein schönes Fest und seid lieb zu euren Mitmenschen! Helft in der Küche, lobt auch verkochte Kartoffeln, macht zwischendurch Spaziergänge allein oder verschwindet im Bad, bevor ihr ausrastet.

Wenn ihr - wie ich - nicht feiert: Genießt die Feiertage und lasst es euch gut gehen!

Wir lesen uns dann im nächsten Jahr!