Mittwoch, 24. Mai 2017

Zehn Fakten über mich und die Liebe

Auf die Liebe (und gutes Essen - was beinahe das Gleiche ist)!
Astrid sammelt im Mai Fakten über die Liebe. Beim Lesen ihres Posts ist mir ganz warm ums Herz geworden. Trotzdem ist es in der Linksammlung noch recht leer, da ist noch Platz für viel mehr Fakten. Vielleicht hat ja noch jemand Lust, teilzunehmen? Bis zum 31. Mai ist noch Zeit!
  • Als ich deutlich jünger war als heute, habe ich mich diverse Male in fiktionale Charaktere verknallt. Meine Begeisterung für Iros verdanke ich einem jugendlichen Punk mit grünem Haar in einem Kinderbuch über eine besetzte Fabrik, deren punkige Bewohner gegen Umweltschweine und Hundekampfveranstalter kämpften. Das hatte ich nur einmal aus der Bücherei ausgeliehen und es ist sicher zehn Jahre her, aber ich erinnere mich immer noch an Satzfetzen.
  • So gern ich fiktionale Charaktere mag: Mit Liebesromanen kann man mich normalerweise jagen. Ziemlich weit sogar. Über "Die Frau des Zeitreisenden" (Audrey Niffenegger) und "Gut gegen Nordwind" (Daniel Glattauer) habe ich allerdings literweise Tränen vergossen und beschlossen, dass es sich dabei um Bücher handelt, ohne die ich nicht mehr leben möchte. Sie ziehen daher häufiger mit mir um, anstatt in einem Bücherregal meiner Eltern auf mich zu warten.
  • Vor einiger Zeit habe ich die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren gelesen - besonders berührt hat mich dabei ihre Liebe und ihr Mitgefühl für all die Menschen, die im Krieg ihr Leben, ihre Angehörigen oder ihr Zuhause verloren haben. Ganz unabhängig von der Nationalität schaute Astrid Lindgren einfach auf die Menschen. Von diesem Buch muss ich euch bei Gelegenheit noch mehr erzählen.
Durch ihre Kriegstagebücher ist mir Astrid Lindgren noch mehr ans Herz gewachsen.
  • Man sagt, Liebe geht durch den Magen. Für mich stimmt das definitiv. Ein zuverlässiger Weg in mein Herz führt über die Zubereitung eines guten Frühstücks. Das ist übrigens auch der einzige Weg, mich am frühen Morgen dazu zu bewegen, freiwillig das Bett zu verlassen.
  • Ich glaube nicht an Liebe auf den ersten Blick. Natürlich haben auch mir schon Menschen auf Anhieb gefallen. Aber es liegen Welten zwischen der anfänglichen Begeisterung für jemanden, die sich anfühlt als hätte ich kiloweise Brausepulver verschluckt und der ruhigen, vertrauensvollen Wärme, die mich bei längerfristiger Zuneigung erfüllt. Schön ist aber natürlich beides. 
  • Übrigens habe ich dieses aufgeregte Kribbeln nicht nur bei romantischen Begegnungen: Auch der Beginn einer Freundschaft ist bei mir erfüllt von geröteten Wangen, viel Gekicher und einer entschieden zu großen Portion "Und dann hat sie gesagt..." Falling in friendship ist definitiv ein Ding (und äußerst großartig!).

Inschrift an der Stuttgarter Grabkapelle. Über diesen schönen Ort habe ich hier mehr berichtet.

  • Es ist mir in Sachen Liebe herzlich egal, wer da eigentlich mit wem verbunden ist. Frauen mit Frauen, Frauen mit Männern, Männer mit Männern, mehr als zwei Menschen? Das ist mir alles herzlich egal, so lange alle Beteiligten sich freiwillig und aus vollem Herzen auf ihre jeweilige Konstellation einlassen. Liebe ist Liebe. Dass wir in Deutschland nach wie vor keine rechtliche Gleichstellung der homosexuellen Nicht-Ehe haben, macht mich wütend. Von Zuständen im Rest der Welt wie beispielsweise Konzentrationslagern für schwule Männer in Tschetschenien mal ganz zu schweigen.
  • Bei aller Begeisterung für die romantische Liebe: Ich bin entschieden dagegen, den Zustand als Single nur als möglichst rasch hinter sich zu bringende Übergangsphase zu sehen, die keinen Wert in sich selbst hat. Alleinstehend zu sein ist kein Mangel, der möglichst rasch behoben gehört und schon gar kein Zustand, der den eigenen Wert irgendwie einschränkt. Es macht mich traurig, wenn wundervolle Singlefreundinnen und -freunde an sich als Mensch zweifeln, weil sie keine Beziehung führen.
    Ich liebe Handarbeiten. Sowohl den Akt an sich, als auch das Endergebnis.
    • Do what you love and love what you do. So überstrapaziert dieser Spruch sein mag, so wahr ist er auch. Nun ist es den meisten Menschen nicht vergönnt, den ganzen Tag nur ihren Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen. Beispielsweise wäscht sich mein Geschirr nicht von allein und nach Feierabend in einer langen Supermarktschlange zu stehen ist auch eher ungeil. Aber wenigstens einen Ausgleich zu haben, der einen weit weg bringt von aller Blödigkeit, ist Gold wert. In der Kombination aus Handarbeiten, Hörbuch und einer Tasse Tee  habe ich diesen Ausgleich für mich gefunden. Das beste daran? Ich kann ihn fast überall haben und in beinahe jeden Tag integrieren.
    • Handgemachte Geschenke sind nicht nur eine ziemlich logische Folge meiner Begeisterung für Handarbeiten, sondern haben auch ganz viel mit Liebe zu tun. Nicht nur, weil so viel Zeit und Arbeit drinsteckt, sondern auch, weil man so intensiv an die andere Person denkt, während mal eine Auswahl trifft. Jede Entscheidung für einen Schnitt oder ein Muster, ein Material, eine Farbe oder eine Verzierung wird an der empfangenden Person gemessen und so genau wie möglich getroffen. Bei gekauften Produkten ist mir das kaum möglich. So gerne ich selbst solche Geschenke mache, so gerne bekomme ich sie auch. 

    Und jetzt ihr! Ich freue mich darauf, von euren romantischen und anderen Lieben zu lesen!

    Kommentare:

    1. kiloweise brausepulver verschluckt? super formulierung! und auch ansonsten ein paar ganz famose sätze. ich hatte auch erst überlegt, ob ich bei der linksammlung mit machen soll, aber irgendwie ... hmpf.... naja....
      liebst (!!!),
      jule*

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      1. Schade, ich hätte gerne auch von dir gelesen. Wenig überraschend, ne?^^
        Liebe Grüße,
        Sabrina

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    2. Jetzt ist mit definitiv klar, weshalb der Herr K die Liebe über vier Jahrzehnte aufrecht erhalten konnte: Er macht mir immer das Frühstück ( hoffentlich überwinde ich morgen den inneren Schweinehund, da hat er nämlich Geburtstag )! Ja, und mit der Liebe auf den ersten Blick sagst du auch was Nachvollziehbares, wobei bei uns beides zutrifft, sowohl der erste Blick wie 10 Monate tolle Teamarbeit.
      Schön hast du das alles aufgeschrieben und bebildert, hat mich sehr erfreut.
      Einen schönen Feiertag!
      Astrid

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      1. Hihi, ich drücke die Daumen, dass der innere Schweinehund morgen nicht allzu laut quengelt. Aber jetzt erst einmal einen entspannten Feiertag!

        Liebe Grüße,
        Sabrina

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    3. Da hast Du wunderbare Worte zu diesem Thema gefunden. Die Kombination von Brausepulver und vertrauensvoller Wärme kenne ich aber auch, wichtig ist nur, dass der Vorgang auf beiden Seiten gleichzeitig verläuft ;-).
      Die Bindung an fiktionale Charaktere ist mir als Bücherwurm auch schon passiert.
      Liebe Grüße
      Andrea

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      1. Hui, da hast du aber auch was ganz gemeines angesprochen - dass Verliebtheit und Liebe auch unerwidert bleiben können. Das habe ich in diesem wattigweichen Post ganz verschwiegen, wie fies schmerzhaft sowas auch sein kann. Aber es gehört ja auch einfach mit dazu, ne?

        Liebe Grüße,
        Sabrina

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    4. Liebe Sabrina,

      das klingt sowas von sympathisch, da kann ich jedes Wort unterschreiben. Mir geht es sehr ähnlich: Lieben und lieben lassen!
      Ich finde es übrigens toll, wie eng jeder deiner Posts mit der Liebe zum Buch verbunden ist ;).

      Ich bin ja auch eher die Romantikerin, und mein Mann auch (er steht auch dazu, dass ihm die Tränen kommen, wenn Elsa ihr Solo singt.). Kennengelernt haben wir uns aber ganz unromantisch über eine Partnerbörse im Internet! Insofern würde ich auch sagen: Ja, man kann auf Anhieb verliebt sein, aber es geht auch auf anderen Wegen! :)

      Lieber Gruß,
      Sonja

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      1. Die Liebe zum Buch - mir ist gar nicht aufgefallen, dass sich das in letzter Zeit wieder so durchzieht. Tatsächlich habe ich zwischendurch ganz lange nicht mehr gelesen, was ich unheimlich schade fand. Derzeit bin ich aber wieder ein bisschen lesefreudiger - schön, wenn das auch nach außen rüberkommt! :)

        Oft wird ja so getan, als sei es irgendwie "weniger wert", seinen Partner im Internet kennen zu lernen. Als hätte man es "im echten Leben" nicht hinbekommen. Finde ich total seltsam - als ob es da einen einzig richtigen Weg geben würde.^^

        Liebe Grüße,
        Sabrina

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    5. "Falling in friendship" ist ein toller Begriff. Und ja das bin ich dann wohl ein bisschen mit Dir... <3
      Dass ich da ganz viele meiner eigenen Überzeugungen wiederfinde, überrascht uns jetzt auch nicht wirklich, oder ;)

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      1. Awww! Aber: gleichfalls. :D
        Und nein, das überrascht uns so gar nicht.^^

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    6. Danke für diesen wunderbaren Text über die Liebe.

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    7. Das hast du wieder mal toll geschrieben!
      Die beiden erstgenannten Bücher habe ich auch schon gelesen (sehr schön).
      Alles Liebe!
      Kerstin

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    8. Da muss ich jetzt auch noch einen Kommentar hinterlassen, weil ich beim ersten Drüberlesen vor ein paar Wochen so gar keine Zeit hatte: Falling in Friendship ist wunderbar, und wer wen liebt ist mir ebenfalls egal - solange.. Ach, du hast das alles ganz wunderbar ausgedrückt! lg, Gabi

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    Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß! Und nicht wundern, wenn ihr eure Kommentare nicht sofort entdecken könnt - da ich sie moderiere, dauert es manchmal ein Weilchen. // Thanks for your comment. :)