Dienstag, 20. Dezember 2016

[Award] Liebster Blog

Larissa und Karo von Quietschfideles haben mich bereits im Oktober für den Liebster Blog-Award nominiert und zwar mit sehr lieben Worten:
Sabrinas Blog versorgt uns insbesondere mit spannenden Einblicken in ihre Nähideen und DIY-Projekte. Sie schreibt dazu wunderschöne Texte und ihre Ideen finden wir total kreativ und inspirierend!
Herzlichen Dank, die Damen! Ich habe mich sehr gefreut - und freue mich immer noch.
Die beiden haben wie üblich auch ein paar Fragen an mich gerichtet, die ich natürlich gerne beantworte - geht das nur mir so, oder erfahrt ihr auch gerne Zeugs über die Leute, deren Blogs ihr lest?

1. Wie kam es zu deinem Blog und warum konzentrierst du dich gerade auf deine speziellen Themen?
Ich schreibe gerne. Wenn ich keinen Blogpost tippe oder im Büro an einem Satz feile, verfasse ich vermutlich gerade eine Notiz in meinem Kalender oder - besonders fancy - einen handgeschrieben Brief an eine gute Freundin. Ohne einen Raum zu sein, wo ich schreiben kann, stimmt mich unzufrieden. Da kommt mir ein Blog selbstverständlich entgegen.
Die Themen haben sich ganz natürlich ergeben, denn es sind grob gesagt die Dinge, denen ich mich in meiner freien Zeit am intensivsten widme und über die ich am meisten erzählen kann.

2. Auf welchen Post bist du besonders stolz? Hat dieser auch besonders gutes Feedback von deinen Lesern bekommen?
"Stolz" ist das falsche Wort, aber dieser Post liegt mir am Herzen. Das liegt nicht am Post an sich, sondern an dem Projekt, das ich damit vorgestellt habe: der Backpatch meiner Kutte, ihr Herzstück. Darauf bin ich nämlich tatsächlich stolz. Man muss schon ziemlich genau hinschauen, um zu erkennen, dass er von Hand gestickt wurde.
"We Are The Media": Mein Amanda Palmer-Backpatch macht mich tatsächlich stolz. // My backpatch makes me proud.
Wenn ich gutes Feedback allein in Kommentar-Quantität messen würde, müsste ich zugeben: übermäßig gut kam dieser Post bei meinen Lesern nicht an. Allerdings habe ich ziemlich begeisterte Kommentare bekommen, darunter sogar von einer Freundin, die normalerweise nicht kommentiert. Für mich wiegt das ziemlich schwer.

3. Was erhoffst du dir für die Zukunft von deinem Blog?
Ich habe keinen Fünf-Jahres-Plan, an dessen Ende die gestickten Teetassen meine Miete finanzieren sollen oder so. In erster Linie hoffe ich, dass ich weiterhin so viel Freude daran haben werde, sie regelmäßig zu füllen und dabei in Kontakt mit so vielen inspirierenden Leuten bleibe. Zu diesem Zweck bin ich gerade motiviert, noch intensiver an Linkpartys und gemeinsamen Blogger-Aktionen mitzumachen. Mal sehen, was mir da schönes begegnet.

4. Wie planst du deine Blogbeiträge?
Wenn ich Zeit und Muße habe, produziere ich mehrere Beiträge "auf Halde", die ich dann auf mehrere Wochen verteile. Dabei bemühe ich mich, DIY und andere Themen möglichst gut gemischt anzubieten. Um mein Pulver nicht allzu schnell zu verschießen, beschränke ich mich derzeit meist auf zwei Posts pro Woche, mit denen ich an unterschiedlichen Linkpartys teilnehme - je nach dem, welche mir am passendsten erscheint.

5. Was machst du, wenn du nicht gerade bloggst?
Sofern ich nicht gerade arbeite (und in diesem Rahmen ebenfalls schreibe), ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich Tee aus einer riesigen Tasse trinke, ein Hörbuch höre und Hexagone aneinandernähe - was dem Blog dann wieder zugute kommt.
Wenn die Sonne scheint, streune ich vielleicht auch durch einen Wald in der Nähe und freue mich darüber, wie schön beispielsweise Stuttgarts Umgebung ist.

Das Café Tasso gehört zu meinen Lieblingsorten. // Café Tasso in Berlin is one of my favourite places.
Bei Regen wiederum könnte es sein, dass ich mich in einem Bücher-Antiquariat durch Hunderte oder Tausende jüngerer und älterer Schwarten grabe und hin und wieder entzückt quietsche, wenn ich einen weiteren Schatz entdeckt habe. In Berlin würde ich euch zum Beispiel das Café Tasso empfehlen, weil die neben tollen Büchern für unschlagbare 1,50 € auch wahnsinnig leckeren Kuchen anbieten. Sehenswert ist definitiv auch die Geisterschmiede, denn ich habe noch nie so viele Bücher auf einem Haufen gesehen - und das meine ich wörtlich: In der Mitte des Hauptverkaufsraums liegt ein riesiger Bücherstapel von mehreren Kubikmetern.

6. Wer oder was inspiriert dich?
Die Inspiration prasselt von überallher auf mich ein - Gespräche mit kreativen Freunden und Kollegen, die mir von eigenen Projekten erzählen; Blogs, die ich regelmäßig lese; Instagram-Accounts, denen ich folge (derzeit vor allem Illustratoren - also gar nicht mein eigenes Betätigungsfeld); Musiker und Autoren wie beispielsweise Amanda Palmer, Neil Gaiman oder Terry Pratchett, deren Output mich beim Werkeln begleitet; Pinterests mit all seinen abonnierten und algorithmusgestützen Vorschlägen... Das alles ergibt einen gleichmäßigen Strom an kreativen Ideen, die mir durch den Kopf flattern, sich gegenseitig anstupsen und dann etwas völlig Neues ergeben.


7. Was ist dein Wundermittel gegen schlechte Laune?
Schlafen, am besten mit "Die Stadt der Träumenden Bücher" von Walter Moers im Hintergrund.  Damit wird alles besser.
Wenn Schlaf gerade keine Option ist, schwöre ich auf gute Musik. Derzeit höre ich zum Beispiel gerne das Album "The Uncanny Valley" von Perturbator. Das bringt mich in Schwung und hält mich davon ab, trübe in die Gegend zu starren. Wenn der Schwung dann erstmal wieder gegeben ist: Anderen eine Freude zu machen, erfreut einen auch selbst.

8. Was war die letzte Gelegenheit oder das letzte Ereignis, das bei dir für das Gefühl gesorgt hat, du könntest die ganze Welt umarmen?
Ehrlich gesagt: Viel wichtiger finde ich persönlich ja, dass es regelmäßig kleine, tolle Momente gibt, die für ein einigermaßen stetiges Zufriedenheitsgefühl sorgen. Die Freude des Lieblingsmenschen beim Anblick des Pelle-Wärmekissens. Eine Ziege, die voller Genuss die Augen schließt, wenn man ihr Kinn krault. Ein liebevoll angerichtetes Frühstück, nach dessen Verspeisung man tolle Bücher im Antiquariat vorfindet. Ein Waldspaziergang zu einem Ort meiner Kindheit, der genauso schön war, wie ich ihn in Erinnerung hatte (nur viel kürzer). Ein Überraschungsgeschenk im Briefkasten, von dem ich euch noch erzählen werde. Wenn das gegeben ist, braucht es die ganz großen Weltumarmungs-Bedürfnis-Momente gar nicht so dringend.

9. Wärst du gerne in einem anderen Land geboren? Wenn ja, in welchem und warum?
Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit, in Deutschland geboren zu sein. Viel wichtiger als die Frage, woher man kommt, ist doch, wohin man geht, wenn man dann irgendwann alleine laufen kann. Was das betrifft, steht Finnland nach wie vor und immer wieder weit oben auf meiner Liste. Tatsächlich ist der Nummer 1-Grund, weshalb ich irgendwann das Autofahren meistern will, der Wunsch nach einem Roadtrip durch Finnland und Schweden. Und auch darüber hinaus ist die Liste der Orte und Länder, die ich einmal besuchen möchte, noch ziemlich lang.

Der Dom in Turku, der ältesten Stadt Finnlands. // The cathedral of Turku, Finland's oldest town.

10. Gibt es etwas, was du momentan besonders vermisst?
Die Möglichkeit, mich ohne Zeitverlust kreuz und quer durchs Land - oder noch besser: durch die Welt - zu beamen. Nicht nur, weil ich reisewütig wäre und meine To Travel-Liste abarbeiten wollen würde. Sondern hauptsächlich, weil sich meine besten Freundinnen, der Lieblingsmensch und diverse andere tolle Leute in mehreren hundert Kilometern aufhalten (und das natürlich in ganz unterschiedlichen Richtungen!). Spontane Feierabendbierchen, Werkelrunden oder Café-Frühstücke sind daher mit ziemlich vielen Menschen in meinem Leben nicht möglich - und ja, das vermisse ich. Aber zum Glück ist auch Stuttgart ganz und gar kein trostloser Ort, an dem ich keine lieben Kontakte hätte!

Dear international readers, as this wall of text is immensely long, I set the translation aside. I hope you don't mind!

Kommentare:

  1. argh! noch so eine ohne führerschein, die durch skandinavien will. das war eigentlich ja auch meine intention, damit ich mich noch flexibler durch schweden bewegen kann... tja, schade, dass ich so gar keinen bock habe, im wahnsinnigen verkehr hamburgs meine fahrerlaubnis zu erzittern... wir sollten unsere führerscheine in schweden machen. ich glaube da ist autofahren viiiiiiiel entspannter.
    und ja, ich finde solche fragebeantwortungen wirklich sehr spannend. danke für die einblicke.
    liebst,
    jule*

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    1. Ich habe sogar einen Führerschein, ich fahre nur sensationell ungern und daher faktisch nie... Aber du hast Recht, in Schweden würde ich vielleicht deutlich entspannter fahren.
      Dass du den Führerschein nicht in Hamburg machen möchtest, kann ich so gut verstehen. Innerstädtischer Verkehr ist mein absolutes Grauen!

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  2. Liebe Sabrina,
    herzlichen Glückwunsch zum Liebster Award. Vieles von dem, was Du schreibst, kann ich auch unterschreiben, insbesondere habe ich eine Schwäche für Bücher und an einem Antiquariat kann ich schon gar nicht vorbei gehen, da gibt es immer was zu entdecken.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Dankeschön! Ich werde beim nächsten Besuch in der Geisterschmiede meine Kamera mitnehmen - Worte werden diesem Antiquariat einfach nicht gerecht.

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Hey! Schön, dass ihr da seid. Dank eurer lieben Worte macht's dreifach Spaß! Und nicht wundern, wenn ihr eure Kommentare nicht sofort entdecken könnt - da ich sie moderiere, dauert es manchmal ein Weilchen. // Thanks for your comment. :)