Freitag, 23. Oktober 2015

Handarbeiten und Fandom

Das irrlicht hat mich nominiert. Ich möchte das hier zum Anlass nehmen, ein Loblied auf ihren Blog A Ghost-Light's Pathway zu singen, weil ich ihn so gerne lese und das irrlicht mir so sympathisch ist. Wer seinen Strickteppich Professor Trelawney nennt und eine Zamonien-Karte ins Wohnzimmer hängt, hat mein Herz eigentlich schon gewonnen. Und wer bei seinen elf Fragen angibt, am liebsten ein Tuk sein zu wollen und nach ausgedehnten Abenteuern seinen Lebensabend in Bruchtal verbringen zu wollen, legt da halt gleich noch nach. Mein Geek-Herz hüpft. Dass irrlicht auch noch wunderschöne Dinge werkelt, ist nur ein weiterer Grund, bei ihr mitzulesen.


Nun aber los, Fragen beantworten, die tatsächlich in weiten Teilen den Themen Handarbeit und Fandom treu bleiben.

1. Welche Handarbeitstechnik möchtest du gerne noch lernen?
Tatsächlich kann ich immer noch nicht (wirklich) stricken, was eine Schande ist. Es gibt so viele wunderschöne Strickmuster, zum Beispiel von Octostag. Bis ich es irgendwann mal richtig lerne, muss ich weiterhin Tauschgeschäfte abschließen. Das wiederum hat den Vorteil, dass man mit Begeisterung für andere werkeln kann - und kein Zubehör für diverse Techniken herumliegen hat.


2. Wie kamst du zum Nähen und Handarbeiten?
La familia - die meisten meiner weiblichen Verwandten hängen oder hingen an irgendeiner Nadel, ich bin von klein auf mit handgestrickten Socken versorgt worden und weiß daher, dass es nichts besseres gibt.
Tatsächlich gab es dann aber eine mehrjährige Pause, in der ich nicht selbst gewerkelt habe. Dann stieß ich auf Natron & Soda und häufe seitdem Stoffe und Zubehör an. Dass ich wenig Kleidung und umso mehr Hexagonpatchwork nähe, verdanke ich der Community. Und einen ganzen Haufen anderes ebenfalls.

3. Hat sich dein Kaufverhalten bei Kleidung verändert, seitdem du selber mit Stoff und Faden hantierst?
Wie gesagt nähe ich nur selten Kleidung, auch wenn ich mir immer wieder vornehme, das zu ändern. Nichtsdestotrotz zetere ich beim Einkaufen laut über verpfuschte Nähte und verdrehte Tops. Allerdings könnte das Selbstnähen Einfluss darauf gehabt haben, dass ich mittlerweile hauptsächlich 2nd Hand kaufe. Der Material- und Arbeitsaufwand ist mir dadurch definitiv bewusst geworden. Außerdem bin ich durch das Hobby auf Leute gestoßen, die sich sehr intensiv mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen - und zu dem Thema gibt es bei Klamotten nun mal sehr viel zu sagen.

Nordiska Museet, Stockholm.
4. Hast du Vorbilder? Wenn ja, welche oder wenn nicht, weswegen?
In Handarbeitshinsicht ist das definitiv Netti. Nicht nur, weil sie allgemeinmitgeholfen hat, mich an dieses Hobby zu binden, sondern weil ihre Arbeitsweise mich motiviert, nicht immer alles nur hinzuschludern, sondern tatsächlich auch mal die inneren Werte von Handarbeitsprojekten zu berücksichtigen (Stichwort "innenschön").

Amanda Palmer, ich erwähnte es hier bereits, ist für mich definitiv ein Vorbild in Sachen über den eigenen Schatten springen und authentisch zu sein, auch wenn es mal schwer fällt.

Ein anderer Mensch, dessen Einstellung zum Leben mir viel gibt, ist mein Opa. Wenn er von lebensgefährlichen Verletzungen und Kriegsgefangenschaft, kann einem Angst und Bange werden. Und trotzdem: Er schafft es, bei jeder Geschichte einen positiven Aspekt zu finden - irgendwo gab es immer hilfsbereite Menschen, ein bisschen Hoffnung. Ich bewundere das unheimlich.

5. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Neverwhere von Neil Gaiman. Davor las ich American Gods und als nächstes wird Anansi Boys verschlungen. Außerdem habe ich gerade Lust, nach Stardust auch Coraline zu sehen. Ich habe wohl gerade eine ausgeprägte Gaiman-Phase. (Er ist ja aber auch toll.)



6. Worüber hast du dich im Laufe des Tages gefreut?
Als ich heute Vormittag im Stadtpark laufen war, schien zum ersten Mal seit längerem die Sonne. Es war noch ein kleines bisschen neblig, die bunten Blätter leuchteten an den Bäumen und machten patschende Geräusche unter meinen Füßen. Mein mp3-Player spielte Amanda Palmer.

7. Worauf bist du stolz?
Ich bringe Dinge zu Ende. Manche dauern ein bisschen länger als angenommen, aber sie werden abgeschlossen. Und zwar gut!
Ein Beispiel dafür ist mein grün-weißer Quilt, an dem ich im Sommer nach mehreren Jahren die letzten Stiche nähte.

My beloved monster.
8. Was überrascht andere Menschen an dir?
Üblicherweise wird mir nicht geglaubt, dass ich schüchtern sei. Gleichzeitig sind Menschen irritiert, wenn ich dreckig lache oder freundlich lächelnd darauf hinweise, dass cleaner Gesang gegen Growlen abstinkt.

9. Feierst du Halloween?
Nein, üblicherweise nicht. Aber ich hab's allgemein nicht so mit Feiertagen.

10. Würdest du gerne eine Weile in der Welt eines deiner Lieblingsbücher oder -serien verbringen? Welche wäre das aus welchen Gründen?
Ja! Wenn ich könnte, säße ich schon morgen Vormittag im Hogwarts-Express. Ich würde Kürbissaft trinken und Kesselkuchen essen, Schokofroschkarten tauschen und an Zuckerfederhaltern nuckeln.
Selbstverständlich nachdem ich in der Winkelgasse einkaufen war, mich ein Zauberstab ausgesucht hat und ich mit neuen Schulroben und einer Eule auf der Schulter durch die Bücher bei Flourish and Blott's gestöbert habe.
Ich will wissen, in welches Haus ich tatsächlich kommen würde, Eulenpost bekommen und Schildkräten in Teekannen verwandeln. Ich möchte den Raum der Wünsche aufsuchen, den Riesenkraken am Tentakel kitzeln und herausfinden, wie mein Patronus aussieht.


 
Auch wenn irrlichts Plan, Mittelerde zu besuchen, natürlich auch seinen Reiz hat. Ich würde gerne die Ents in Fangorn sehen und nachschauen, was nach dem dritten Zeitalter aus Ithilien geworden ist.

11.  Freust du dich auf den Winter und die Weihnachtszeit?
Eher auf den Winter als auf Weihnachten. Prinzipiell hätte ich allerdings lieber mehr Herbst. Ich mag, dass es schon kühl genug ist für Schals und Stulpen, warmen Tee und Spekulatius, aber dass die Welt trotzdem noch voller bunter Blätter ist und die Sonne einem warm ins Gesicht scheint.
Es sei denn, es gibt genug Schnee, um eine lebensgroße Schneefrau zu bauen. Dann bin ich dabei!

Naantali, Finnland

Kommentare:

  1. Deine Patchworkdecke ist wirklich wirklich toll und deine Gaiman-Phase kann ich seeeehr gut nachvollziehen. Stardust und Caroline sind beide sehr lesenswert. Gaiman's neustes Buch "Der Ozean am Ende der Straße" im übrigen auch <3
    Die geeky DIYs von irrlicht sind toll. Danke für die Blogvorstellung :)
    Liebste Grüße und fühl dich gedrückt,
    Natalie

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    1. Stimmt, den Ozean hab ich auch gelesen vor einiger Zeit und er hat mir auch gut gefallen.
      Danke für die Blumen! :)

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  2. Diese niedliche Einleitung hat mich ziemlich Erröten lassen. Vielen Dank! :)

    Deine Antworten finde ich auch sehr sympathisch, ich weiß gar nicht, worauf ich zuerst eingehen soll. Auf meine Mittelerderundreise würde ich dich definitv mitnehmen, damit wir im Bruchtal dann schließlich strickend und hexagonezusammenfügend ein wenig Ruhe genießen könnten. ;)

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    1. Ehre, wem Ehre gebührt - ich mag deinen Blog. :D

      Jaaaaaaaa! Das wäre super. (Jetzt stelle ich mir natürlich vor, wie ich pinke Heftfäden überall in Bruchtal verliere. Und Schablonen... Ich fürchte, irgendwann würde man mich rauswerfen.^^)

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  3. Ich hätte jetzt erstmal auch nicht gedacht, dass du schüchtern bist O.o
    Gaiman ist toll, da fehlen mir auch noch so einige Bücher und diese Hexagon-Projekte sind wirklich bewundernswert, ich würde nicht beschwören, dass ich so einen Quilt zu Ende bringen würde! Liebe Grüße :)

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