Sonntag, 26. Juli 2015

[Review] The Art of Asking

My favorite part.
"When you accept somebody's offer for help, whether it's in the form of food, crash space, money, or love, you have to trust the help offered. You can't accept things halfway and walk through the door with your guard up."

Als Kind war ich schüchtern. Tief im Inneren bin ich das noch immer, aber wenn ich das neuen Freunden erzähle, lachen sie mich aus: "Ja nee, is klar." Die vergangenen zwanzig Jahre habe ich hart daran gearbeitet, meine Schüchternheit wenigstens nicht mehr zu zeigen, wenn sie mich überfällt.

Ich springe über Schüchternheitsschatten, wann immer ich kann: Ich reise mit Mitfahrgelegenheiten und übernachte in Airbnb-Wohnungen. Ich besuche Online-Bekanntschaften aus meinem Nähforum, die ich vorher noch nie getroffen habe.Und immer wieder stelle ich dabei fest: Es ist großartig. Nicht nur, weil ich dadurch immer wieder merke, dass man mit fast allen Menschen ein Gesprächsthema findet. Sondern auch, weil es dadurch jedes Mal einfacher wieder, auf diese neuen Menschen zuzugehen.

I was a very shy child. Deep inside, I'm still shy, but not even my friends believe me. I worked hard for twenty years, at least not to show it.

I try to leave my comfort zone: I travel by shared cars and Airbnb appartements. I visit online friends from my sewing forum who I've never met before. And usually I realize: It's awesome! Not only because I find something to talk with everyone. But also because it gets easier every time to approach new people. 
  
I love the fact that she's painted white and holding a flower like in her days as The Bride.
Beim Offen-auf-andere-Menschen-zugehen finde ich Amanda Palmer unheimlich inspirierend. Amanda Palmer ist nicht nur meine Lieblingssängerin, TED-Talkerin und erste Musikerin, die mit Kickstarter mehr als eine Million Dollar gesammelt hat (als sie nach 100.000 Dollar fragte), sondern auch Autorin von "The Art of Asking". Dieses Buch wollte ich schon sehr lange lesen, bin aber mehrere Monate nicht dazu gekommen.

Der Grund für mein Fangirlie-Dasein ist, dass Amanda Palmer in ihren Blog- und Facebookposts immer absolut furchtlos wirkt. Sei es in Sachen exzentrische Optik oder wenn es darum geht, persönliche Details zu veröffentlichen. Darin wirkte sie immer so anders als ich. Bis ich ihr Buch gelesen habe. Während der Lektüre habe ich festgestellt, dass sie gar nicht so sehr anders ist - auch Amanda Palmer hat Selbstzweifel und eine gehörige Portion Angst davor, was andere von ihr denken (könnten). Das hat meine Begeisterung aber nicht zerstört. Im Gegenteil. Der entscheidende Punkt ist: Sie vertraut ihren Fans und der Internetöffentlichkeit trotz ihrer Verletzlichkeit. Und: Wenn sie das kann, können andere Menschen (und damit meine ich mich) das auch.

When it comes to approaching people openly, Amanda Palmer is immensely inspiring for me. She is not only my favourite singer, TED talker and first musician ever to rise more than $ 1.000.000 (when asking for $ 100.000), but also author of "The Art of Asking". I wanted to read this book the moment, it was published, but it took me a little longer.

The reason for my fangirling is how fearless she appears in her blog and facebook posts. She always seemed so different from me, looking eccentrically or publishing really personal details. Reading her book, I realized that she isn't that different. Amanda Palmer does have self-doubts and a big enough fear of what others (might) think of her. This didn't destroy my enthusiasm for her in the slightest. The thin is: She trusts her fans and the public despite her vulnerability. And: if she is able to, others (that is: I) can make it, too.

A great place to read. I have to leave it soon, though.
"The Art of Asking" handelt in weiten Teilen von Amandas Zeit als Lebende Statue, ihren Anfängen als Musikerin und ihrem legendär erfolgreichen Kickstarter-Projekt und ihrer Ehe mit Neil Gaiman, welcher ebenfalls zu meinen Lieblingsautoren gehört. Dabei hält der Erzählstrang sich nicht immer an die Chronologie, er springt teilweise von Anekdote zu Anekdote, von Person zu Person. Nicht immer ist dabei eindeutig, wohin das führen soll und häufig handelt es sich um Dialoge ohne Kontextinformationen. Das ist manchmal ein bisschen anstrengend.

Allerdings wirkt dadurch auch alles sehr echt - authentisch wie ein Gespräch unter Freunden. Mir hat das dabei geholfen, mich emotional auf das Buch einzulassen. Ich habe laut gelacht (in einem Zug, mit Leuten drumherum) und heftig geweint (glücklicherweise allein). Wer mich schon ein Weilchen kennt, weiß, dass heftige Gefühle bei mir nicht ungewöhnlich sind. Wenn ich über Büchern oder im Kino nicht kichere und keine Tränen vergieße, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es mich schlicht langweilt und kalt lässt.

Auf ihrer Homepage ich habe nun gesehen, dass "The Art of Asking" auch als Hörbuch existiert, gesprochen von Amanda Palmer selbst. Dreimal dürft ihr raten, was jetzt ganz oben auf meinem Wunschzettel steht.

Welches Buch wollt ihr unbedingt als nächstes lesen?

"The Art of Asking" is about Amanda's time as Living Statue, the beginning of her being a musician, her legendary kickstarter project but also her marriage with Neil Gaiman who happens to be one of my favourite authors. The story is not always chronological, but tends to jump from person to anecdote. Sometimes there are dialogues without context. Besides being not my preferred style, this makes it very authentic, like talking to a good friend. It helped me opening emotionally to the book - I laughed and cried pretty hard which is usually a great sign.

Now, I saw that there exists an audio book, read by Amanda herself. Guess what I'd like to have for Christmas.

Which book to you want to read next?
 
"I am exactly the person that I want to be!"

Kommentare:

  1. oh da haben wir beide etwas gemeinsam....ich liebe Amanda, genau aus den gleichen Gründne wie DU, sie ist autentisch, sagt was sie denkt, zieht an wie sie es möchte....
    eigentlich komme ich ja aus der Gothic-Szene, aber trotzdem mag ich Ihr Musik sehr sehr gerne....:)

    Liebe Grüsse
    merlina ( auf der ihrer to-read-Liste auch The Art of Asking steht)

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    1. Ich bin eigentlich eher Metal-Fan mit viel Begeisterung für melodischen Death und Doom, aber Amandas Musik tut mir einfach gut.^^
      Dass du The Art of Asking auch lesen willst, freut mich. Absolute Kaufempfehlung. :D

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  2. Mit Amandas Musik kann ich persönlich zwar nichts anfangen, aber trotzdem finde ich ihre Lebenseinstellung durchaus inspirierend.
    Zufälligerweise lese ich momentan auch einWerk ihres Gattens, nämlich die norwegische Übersetzung von American Gods. So kann ich Freizeitvergnügen genießen und dennoch das Gefühl haben, fleißig etwas für die Uni zu tun. :D

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    1. Hihi, das finde ich jetzt doch ziemlich amüsant! Ich bin nämlich nach obiger Lektüre direkt zu American Gods (im Original) übergegangen. :D

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