Samstag, 27. Juni 2015

Überwuchert

Wenn man mit der Linie 71 zum Wiener Zentralfriedhof fährt und am Ersten Tor aussteigt, fühlt man sich im ersten Moment wie aus der Zeit gefallen. Die Wege im alten jüdischen Teil sind zugewuchert, die Grabsteine lehnen schief in unterschiedliche Richtungen und Grabplatten sind gesplittert. Wenn man vom Hauptweg abweicht und ein paar Mal abbiegt, kann man wohl für ein paar Stunden zwischen
den Bäumen und Gräbern verloren gehen.

When one takes the Tram No 71 to the central cemetery and gets out at the first gate, one feels like falling out of time. The alleyways in the old Jewish part are overgrown, gravestones lean to each other and tomb slabs are broken. If one leaves the main road and turns a couple of times, one may be lost for hours between trees and tombs.



Leider hatten wir keine Zeit, um verloren zu gehen; es war bereits Abend und der Friedhof schloss nach nicht allzu langer Zeit, so dass ich nur ein paar Eindrücke festhalten konnte. 
Ich bin ein großer Fan von Figuren auf Gräbern und auf dem Zentralfriedhof begegnen einem viele davon. Verschleierte Frauen, Feen, Türsteherinnen und Trauernde in grotesk verdrehten Posen waren nur ein Bruchteil.

Unfortunately, we didn't have enough time to get lost; it was evening already and the cemetery closed its gates soon after our arrival, so I could only take a couple of pictures.
I'm a huge fan of statues on graves and the central cemetery offers a lot of them. Veiled women, fairies, doorwomen and grieving ladies in grotesque poses were only a small portion.


Aber selbst Gräber ohne humanoide Zierde haben ihren ganz eigenen Charme: Die bunten Dachziegel auf diesem hier sind nicht zufällig dem Dach des Stephansdoms ähnlich. Vielmehr sind dort Mitglieder  des Wiener Domcapitels bestattet.

But even the graves without humanoid decor are charming: The colourful tiles on this one aren't by chance looking like the roof of the cathedral. Deceased members of Vienna's cathedral chapter are burried there. 


Denjenigen unter euch, die möglichst schnell möglichst viel vom Friedhof sehen möchten, sei gesagt, dass er so groß ist, dass ein Bus auf ihm herumfährt. Ich für meinen Teil werde aber beim nächsten Mal tatsächlich abseits der Wege herumspazieren.

For those of you who want to see as much as possible in no time, there is a bus line going around on the cemetery as it is really big. However I will walk around far away of the streets, the next time, I'll be there.

Montag, 22. Juni 2015

Im Schlaraffenland

One would probably be trampeled to death if they insisted to stare on their mobile...

Einer der Orte, der einem für Wien immer empfohlen wird, ist der Naschmarkt. Bei meinem letzten Besuch im Winter war es zu kalt, um mich so recht zu begeistern, aber dieses Mal: Wow!
Zugegeben: Man sollte keine akute Abneigung gegen enge Gassen, starke Gerüche und viele Menschen auf einem Haufen haben, sonst kriegt man vermutlich innerhalb von Minuten die Krise. Denn die einzelnen Stände und Buden stehen gerade soweit auseinander, dass die Markisen sich nicht berühren und zwei Passantenströme in entgegengesetzter Richtung aneinander vorbei kommen. Gewürz- und Fischstände sind gerade bei über 30 Grad eine aromatische Angelegenheit. Ständig wird man angerempelt und von der Seite strecken einem die Händler laut rufend diverse Häppchen entgegen. Der Naschmarkt ist stressig.

One of the places that is recommened in Vienna is the so-called Naschmarkt which may be translated to "nibble market". When I was there in winter, it was too uncomfy to get excited but this time: WOW!
Okay, one shouldn't have a problem with narrow alleyways, strong smells and a lot of people all bunched together, or they will have a problem in no time. The market stands and stalls are just that much apart that two people can walk next to each other, spice and fish are aromatic, especially when it's 30 degrees or more. You get bumped into all the time and merchants offer you food, calling loudly for your attention.


Ich bereue es ein bisschen, dass ich nicht wie eine Verrückte eingekauft habe - Tees, Gewürze und kandierte Früchte wären ebenso großartig gewesen wie typisch österreichisches Gebäck. 

I'm a bit sad that I didn't buy all kinds of stuff, like teas, spices and crystallised fruits would have been equally great as typical Austrian pastries.  

More awesome graffity.

Wenn ihr euch beim nächsten Mal den Markt ansehen möchtet, fahrt mit der U4 zur Kettenbrückengasse und stürzt euch von dort direkt ins Getümmel.
Selbiges könnte unter der Woche geringer ausfallen als auf diesen Bildern, die samstags gemacht wurden. Aber Achtung: Sonntags hat der Markt nicht geöffnet.

If you want to experience this market, too, take the U4 to Kettenbrückengasse and dive into the crowd. This may be smaller at week days - these pictures were taken at Saturday. 
But be careful: the market is closed at Sunday.

Sonntag, 21. Juni 2015

[7 Sachen] mit Sherlock Holmes auf der Couch

Zum ersten Mal seit April habe ich es heute mal wieder geschafft, meinen Sonntag fotografisch festzuhalten und ich kann wieder beim Sieben Sachen Sonntag von Grinsestern teilnehmen. Ich muss allerdings zugeben, dass es sich vielleicht nicht um den spannendsten Sonntag aller Zeiten handelt, denn ich habe ihn größtenteils auf dem Sofa verbracht - habt ihr was aufregenderes gemacht als ich?

For the first time since April, I was able to take pictures of what I did during this Sunday so I can take part in the Seven Things Sunday hosted by Grinsestern. I have to admit that it may not be the most exciting Sunday of all times as I spent most of it on my couch. Did you do anything more exciting?

Play gedrückt und mich durch ein Fitness-Video gesportelt. // Pressing play and training my abs.
Quark, Leinsamen und einen halben Apfel verquirlt. Lecker! // Mixing my everyday breakfast. Yummy!
Diverse Artikel für die Master-Arbeit gelesen. // Reading for the thesis.
Play gedrückt und bei einer Folge "Elementary" Hexagone geheftet. // Sewing hexis while watching "Elementary".
Schwedischen Tee gegen das "Sommer"anfangswetter gekocht. // Making tea because the weather isn't summery at all.
Fingernägel ablackiert - und mehr "Elementary" geschaut. // Removing nail polish and watching more "Elementary".
Meterweise Pailletten auf ein Geheimprojekt genäht. // Sewing too much paillettes to a secret project.
Im April machte die wunderbare Natalie von lottapeppermint mich auf den YouTube-Kanal HappyAndFit aufmerksam. Ich bin ihm vom ersten Moment an verfallen. Obwohl ich zu der Gruppe der notorisch Unsportlichen gehöre, beginnt mittlerweile jeder zweite Tag mit einem Fitness-Video mit Corinna Frey. Okay, manchmal ist es auch jeder dritte. Zum Beispiel dann, wenn ich mich vor lauter Muskelkater nicht rühren kann und die Dame heftig verfluche. Normalerweise mag ich sie aber tatsächlich gern: Neben Warm Ups und Cool Downs zu Beginn und Ende der Videos und den regelmäßigen Hinweisen, wie man die einzelnen Übungen durchführen sollte, ohne seinen Gelenken zu schaden, schätze ich die motivierende und sympathische Art sehr, mit der Corinna Frey durchs Programm treibt. "Ihr habt heute super mitgemacht!" ist ein wunderbarer Satz, auch wenn ich weiß, dass sie in eine Kamera und nicht in mein rotes, verschwitztes Gesicht schaut. Guckt doch mal rein, wenn ihr mögt!

Und wenn ihr dann gerade dabei seid, werft doch auch den einen oder anderen Blick auf "Elementary". Diese Serie verlegt Sherlock Holmes aus dem London des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ins New York City um 2010. Zugegeben, das ist ein krasser Schritt. Und dass Watson weiblich und Holmes Post-Drogenentzugs-Begleitung ist, ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Falls ihr die BBC-Serie "Sherlock" kennt und (wie ich) mögt, solltet ihr alle Erinnerungen daran erstmal tunlichst zur Seite schieben. Wenn euch das gelingt, könntet ihr an "Elementary" Spaß haben.
Ich jedenfalls freue mich sehr, wenn vertraute Elemente auftauchen. Irene Adler beispielsweise ebenso wie Moriarty und einem Captain des NYDP namens Gregson, in den Büchern und Erzählungen ein Kollege von Inspektor Lestrade.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich letzteren ebenso vermisse wie Mrs. Hudson. Desweiteren ist Johnny Lee Millers Sherlock zwar ein reichlich schräger Kauz, allerdings lange nicht so unausstehlich (und genial) wie Benedict Cumberbatch in der selben Rolle.
Aber solange ich Benedict Cumberbatch und Martin Freeman nicht in neuen Folgen sehen kann, schiebe ich "Elementary" gerne beim Nähen dazwischen.

Was guckt ihr gerne für Serien beim Nähen?

In April, Natalie of lottapeppermint showed her readers the YouTube channel HappyAndFit which contains fitness (and dance, and yoga, ...) videos that I like very much. As the videos are in German, they may not be so interessting for my international readers. ;)

"Elementary" may be of more interest, at least for those of you who like Sherlock Holmes. The series takes him from London in the late 19th/early 20th century to nowaday's New York City. That needs getting used to as much as the fact that this Watson is female and works for Holmes as she is his pid to keep him company after rehab.
If you know like the BBC-series "Sherlock" as much as I do, you should try not to think about it while watching "Elementary" in order to have fun. But I like seeing known elements appear, such like Irene Adler, Moriarty and a police man called Gregson (who is a collegue of Inspector Lestrade in the books). Nevertheless, I have to admit that I really miss the latter as much as I miss Mrs. Hudson. Another problem for me is that Johnny Lee Miller's Sherlock - while being pretty weird - is not at all as obnoxious (and ingenious) as Benedict Cumberbatch's version.
But I'll accept both Johnny Lee Miller and Lucy Liu to keep me company while sewing on my couch until Benedict Cumberbatch and Martin Freeman are back on screen.

What series do you like to watch while sewing?

Donnerstag, 18. Juni 2015

Ein Kaiserreich für ein Bier!

Seit ich in Bamberg lebe, einer Stadt mit neun Brauereien im Stadtgebiet, koste ich mich auch an anderen Orten gerne durch dortige Bierspezialitäten. Dieses Mal probierte ich mich durch das Angebot der österreichischen Brauereien Gösser und Ottakringer und präsentiere euch nun meine vier Favoriten.

Since I live in Bamberg that calls itself a "beer town" and offers nine breweries, I like to try local beers everywhere I go. This time, I want to present you my four favorites of the Austrian breweries Gösser and Ottakringer.


Gösser Radler:
Sehr süß kommt dieses Radler daher, gerade im ersten Moment schmeckt man nur Limo und kaum Bier. Lecker und erfrischend, man tritt damit sicher niemandem auf die Füße - aber es ist eben auch nichts außergewöhnliches.

This shandy is very sweet. In the first moment you don't even taste the beer. It's tasty and refreshing and you will definitely not shock anyone with it - but on the other hand: it's nothing special.


Ottakringer Citrus-Radler:
Sehr fruchtig! Und außerdem trüb! Eine tolle Kombi. Man merkt bei diesem Radler sofort, dass da tatsächlich eine Menge Saft drinsteckt (10%). Das schaffen normale Limo-Radler nicht.
Allerdings schmeckt man gerade die Grapefruit dominant raus und die mögen keine der beiden Verkösterinnen besonders. Das ist allerdings auch der einzige Grund, weshalb das Citrus-Radler nicht unser Favorit wurde.

Wow, that's fruity! One tastes instantly that there is a lot of juice in this shandy (10%). Unfortunately, grapefruit is very dominant in there and neither me nor my lovely travel companion like grapefruits... But: that's the only reason why this isn't our favourite!

Ottakringer Wiener Original:
Wie könnte man in Wien ein solches Bier nicht testen? Das Ettikett verspricht "bernsteinfarbene Reflexe", eine "fein-nussige Note und elegantes Malz-Aroma". War ich beim ersten Schluck noch ein bisschen skeptisch ("Hmja, schmeckt nach Bier"), wurde das Wiener Original zunehmend leckerer, als Nuss- und Malzaroma langsam durchkamen. Ich kann einfach nicht verbergen, dass ich auf malzige Biere stehe.

How could one not taste a beer called Vienna Original when one is in Vienna? The label promises "amber reflexes", a "hint of fine nuts and elegant aroma of malt". I was a bit sceptic at the first sip ("Well, it actually tastes like... beer."), it became more tasty with every other sip as the nuts and malt finally reached me. I simply love malty beers!


Gösser Natur-Radler Kräuter:
Nomsig! Dieses Radler schmeckt, als hätte man Almdudler hineingekippt: süß, aber nicht klebrig; mit leichtem Kräuter-Geschmack. Ich bin begeistert und denke darüber nach, größere Mengen zu importieren. Das ist wirklich außergewöhnlich!

Yummy! This shandy tastes like one had put a lot of Almdudler (an Austrian lemonade with herbs) into it: sweet but not sticky, with a hint of herbs. I am really excited and think about importing a lot of this stuff next time. This is really extraordinary!

Habt ihr ein absolutes Lieblingsbier?

Is there a favourite beer of yours that I should definitely try someday?

Dienstag, 16. Juni 2015

Ein pompöseres, teureres Berlin

I really like street art! Imagine how dull and ugly this place would be without...
Lange habe ich es nach meinem letzten Finnland-Post nicht in Deutschland ausgehalten: Mit meiner besten Freundin brach ich vergange Woche in die österreichische Hauptstadt auf, um dort meinen Geburtstag zu feiern.
Vor ein paar Jahren war ich schon ein mal dort. Es war Winter, ich fror erbärmlich und von der Stadt als solchen sah ich nicht so viel, weil es viel verlockender war, sich drinnen aufzuhalten. Dieses Mal war es so sonnig und heiß, dass wir uns am liebsten in Kellern versteckt hätten, aber ich wollte endlich diese wunderbare Stadt erkunden!
In den nächsten Tagen zeige ich euch ein bisschen mehr davon, zur Einstimmung sei euch aber gleich gesagt: Wir fühlten uns so manches Mal an Berlin erinnert - nur teurer und mit viel mehr pompöser, alter Bausubstanz.

Ganz besonders stark war dieser Eindruck am Donaukanalufer mit seinen Strandbars und Graffities. Es wurde sofort zu meinem Lieblingsplatz.

After posting my last pictures from Finland, I didn't spend much more time in Germany: Together with my best friend, I headed south-east to the Austrian capital  to celebrate my birthday. 
A couple of years ago, I spent a weekend there, too. It was freezing cold and I didn't see much of the city as it was much more appealing to spend time inside... This time, it was so sunny and hot that I felt like hiding in cellars, but I wanted to explore the city finally!
I will show you a bit of it in the upcoming days, but let me say that much right now: Vienna reminded us of Berlin sometimes - but more expensive and with much more pompous old buildings.
This impression was strongest at the banks of the Danube canal with all the beach bars and graffities. It immeadiately became my favourite place.

Who thought of using cross-stitch technique for graffities? That's as awesome as the tentacles on the right!
Just in case the colour of the water isn't convincing enough: This fish may hold you off swimming here.
The perfect spot for spening an evening after walking all day: Adria Wien
Ein paar hundert Meter weiter, mit superleckerem Falafel-Teller: das Tel Aviv.
Urban gardening: "Don't pluck! These are holy plants!"
Sunset, water, relaxed people. That's the place to be!

Mittwoch, 10. Juni 2015

[Mittwochs Mag Ich] Unexpected Embroidery

Als ich in mein jetziges WG-Zimmer eingezogen bin, waren die Wände etwas kahl. Der Teil meiner Postkartensammlung, der sich in Bamberg befand, reichte nicht aus, um daran genug zu ändern. Daher frage ich bei Facebook, ob nicht jemand Lust hätte, mir auszuhelfen.
In den vergangenen Wochen kamen verschiedene tolle Karten von tollen Menschen. Zeigen möchte ich euch heute eine, die mein Werkeltanten-Herz ganz besonders erfreut hat.

When I moved into my new room, the walls were pretty empty. The part of my postcard collection, that is in Bamberg, wasn't enough to change that. So I asked my Facebook friends to help me out and got a lot of lovely cards by lovely people. I want to show us one that made my crafty heart jump:

... and can you see the little mole up there? Aww!

charly hat mit neongelbem Garn geometrische Muster neben das Motiv gestickt. Auf die Idee wäre ich nie gekommen.

charly embroidered geometric stuff next to the motif - I would never have tought of this!

 
Isn't this the most creative postcard ever?
Jetzt sieht meine Wand schon viel besser aus, findet ihr nicht?

My wall looks way better now, don't you think?

There is quite a lot of space left... ;)

Und weil mir die Karte so gut gefällt, kommt sie zu [Mittwochs Mag ich] von Frollein Pfau - vielleicht inspiriert sie da ja noch jemanden, mal wieder was zu verschicken. Post bekommen ist toll!

And because I like it so much, I share the postcard at Frollein Pfau's [Mittwochs Mag Ich] - it may inspire someone to send postcards. It's great to find nice stuff in your post box!