Sonntag, 29. März 2015

[7 Sachen Sonntag] vom Umzug

Hallo zusammen!
Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen des Umzugs. Obwohl innerhalb Bambergs von einer Wohngemeinschaft zur nächsten zu wechseln recht schnell und stressfrei war, war ich trotzdem die letzten Tage gut mit Packen und Neupacken beschäftigt (und habe es irgendwie unterwegs geschafft, ein Gepackstück zu verlegen, von dem ich nun nicht weiß, wo es ist...)
Nichtsdestotrotz habe ich an diesem Wochenende wieder sieben Dinge mit meinem Händen getan, die ich mit euch teilen möchte. Andere Siebensachenmacher(innen) findet ihr bei Grinsestern.

Hey there! 
Today I moved from oneshared flat in Bamberg to another. Although the movin part took only half an hour, the last days were full of packing and repacking (and of course I kind of lost one of my luggage pieces and can't figure out where it is now...).
Nevertheless, I did seven things with my hands this weekend, I want to share with you. You can find more seven things over at Grinsestern.

Koffer packen.//Packing.
Neue Sterne für einen Quilt nähen.// Sewing new stars for a new quilt.
Für Nachschub sorgen.//Cutting new hexis.
Play drücken. "Vielleicht lieber morgen" ist ein toller Film!//Watching "The Perks of Being A Wallflower" - great movie!
Dem Tag ein bisschen Glitzer hinzufügen. Ich liebe das Grün!//Adding some glitter to the day. I love the green!
Nebenher noch schnell einen Kuchen backen.//Baking a cake in the meantime.
Mit der neuen Mitbewohnerin anstoßen.//Clinking glasses with the new flat mate.
Und weil das für ein Wochenende nicht genügt, werde ich auch noch Last-Minute-Händchen-Halten für eine Freundin, die morgen ihre Masterarbeit abgibt. Vermutlich wird mich das die halbe Nacht beschäftigen. Aber vorher gucke ich noch schnell bei Grinsestern vorbei und finde heraus, was ihr anderen an diesem nieseligen Sonntag so getrieben habt.

Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende?

And because this is not enough, I will spend the next hours to hold the hand of a friend of mine who will submit her Master's thesis tomorrow. But before, I will take a glance at Grinsestern, finding out, what you did this weekend.

Did you have a nice day?

Mittwoch, 25. März 2015

[Mittwochs Mag Ich] meine neue Frisur


Frollein Pfau aka Vanessa sammelt mittwochs Glücksmomente und heute habe ich davon einen zu bieten. Ich war nämlich beim Friseur. Wie ihr auf dem bisherigen Bildmaterial dieses Blogs sehen könnt, war ich sehr langhaarig:

Frollein Pfau alias Vanessa collects happy moments every Wednesday and today I had one. I visited the hairdresser for the first time in years. As you can see on all the previous pictures on this blog, I had very long hair:



Jetzt ist es so:
Now it looks like that:


Und ja, der Ring in der Nase und das zweite Ohrloch sind Berlin-Souvenirs.
Für die nächsten Tage nehme ich mir fest vor, noch Nicht-Webcam-Bilder zu machen, die man anschauen kann, aber für den Moment kann ich nur damit dienen.

Ich bin echt glücklich mit meinen "neuen Haaren" und kann nicht aufhören, die neue Frau im Spiegel anzuhimmeln.

Yes, the ring in my nose and the second (pair of) lobe(s) are souvenirs from my weekend in Berlin.
For the next days, I plan to take better pictures of my hair (maybe not with the webcam...), but for the moment that is all I got.

I'm really happy and can't stop staring at this new woman in my mirror.

Montag, 23. März 2015

En route with embroidery

 Eigentlich wollte ich gestern Abend noch einen "7 Sachen Sonntag"-Post über mein Wochenende in Berlin schreiben. "Leider" war mein Wochenende dann aber so großartig und ablenkend, dass ich schlicht vergessen habe, zu fotografieren, wie ich auf dem Flohmarkt durch seltsamen 80er-Jahre-Schmuck wühle, dreads streichle, in denen mein eigenes Haar verarbeitet wurde und die Hand meiner Gastgeberin halte, während man mir die Nase piercte.

Alles, was ich euch zeigen kann, ist dieser winzige Einblick:

Actually, I wanted to write a "Seven Things I Did With My Hands This Sunday" post yesterday about my awesome weekend in Berlin. Unfortunaltely, my weekend was so great that I completely forgot to take pictures of me rummaging through weird jewellery on a fleamarket, stroking dreadlocks that include some of my hair or holding my friend's hand while my ears and nose was pierced.

So, the only things I can share with you are these:



Sticken als Zeitvertreib im Fernbus zur großen Stadt.// Selbstgemachten und großartigen Chaitee aus einer Batmantasse trinken. (Alle anderen hatten Tassen in Messingoptik. Ha!)// Lederreste auf dem Markt am Maybachufer streicheln.

Ich verspreche, dass ich beim nächsten Berlinbesuch mehr Fotos machen werde. Denn dieser nächste Besuch könnte viel schneller kommen, als erwartet...

Embroidery as a pasttime activity in the bus to the big city.// Drinking selfmade and super awesome Chai Tea from a Batman mug.// Stroking leather scraps at the market at Maybachufer.

I promise that I will try hard to take more pictures the next time I'll go to Berlin as this may be sooner than expected. ;)

Dienstag, 17. März 2015

Here comes the sun

Nachdem ich vergangenen Sonntag noch Kerzen angezündet hatte, ist dieser Dienstagnachmittag alles, aber nicht winterlich: Ich tippe diese Zeilen mit zusammengekniffenen Augen - und anschließend werde ich mit ebenfalls zusammengekniffenen Augen weiter Hexagone zu Sternen zusammennähen. Und diese Tatsache macht mich ganz furchtbar glücklich. 

After lighting candles last sunday, this Tuesday afternoon is anything but winterish: I type this squinting - and afterwards I will continue to sew hexagon starts squinting, too. And it makes me terribly happy. 


Habt ihr auch so schönes Wetter? Und könnt ihr es ausnutzen?
Do you also have nice weather? And can you spend this afternoon doing something nice?

Sonntag, 15. März 2015

[7 Sachen Sonntag] mit Kerzenschein

Grinsestern sammelt jeden Sonntag sieben Sachen, die wir mit unseren Händen getan haben. Ganz egal, wie lange das jeweils gedauert hat.

Ich hatte Besuch von meiner besten Freundin und nach Fr.Ausverkauft!s Vorbild einen Apfelkuchen gebacken. Meiner geriet allerdings weit weniger ansehnlich als ihrer. Immerhin: Auch als versehentlicher Apple Crumble schmeckte das zerfallende Gebilde ziemlich lecker!
Und selbst wenn er mies geschmeckt hätte: Meine Beste ist der angenehmste Übernachtungsgast aller Zeiten und wir hatten auch abgesehen vom Kuchenfuttern eine Menge Spaß zusammen.

Grinsestern collects seven things you did with your hands every Sunday - no matter how long it took.

My week-end was dominated by the visit of my best friend. Because of that, I baked an apple tarte like Fr.Ausverkauft!s did at Friday. Unfortunately, the taste was much better than the looks. We decided to forget that it was supposed to be tarte, call it accidental crumble and be happy with the fact that it is tasty. She is not only my best friend, but also the best guest one can wish for.

Apfelkuchen zum Frühstück gegabelt.
Dank Erkältung ziemlich oft die Nase geputzt. Immerhin: Die Eulen sind süß!
Die Luftmatratze meines Übernachtungsgasts zusammengerollt.
Mein Bett frisch bezogen. Merkt man Farbvorlieben?
Hexagone aneinander genäht. In Sternenform - und ohne zu wissen, was aus den Sternen wird.
Den "Polarexpress" gestartet und dann gemerkt, dass ich noch anderes zu tun habe.
Tee gemacht und Kerzen angezündet.
Statt nun also "Der Polarexpress" zu gucken, setze ich mich mit einer dampfenden Tasse Tee an den Schreibtisch und beende deadlinegerecht eine Aufgabe. Dabei komme ich mir dann sehr fleißig vor - und anschließend gehe ich nachschauen, wie die anderen 7 Sachen-Macherinnen ihren Sonntag verbracht haben.

Hattet ihr ein schönes Wochenende?

As you can see above, I actually wanted to see "The Polar Express" this evening. But then I remembered, that I've got stuff to do. Stuff with a deadline tonight. So instead of more sewing, I will sit at my desk with a steaming cup of tea, feeling very hardworking. Afterwards, I'll find out what all the other seven things makers did today.

How was your weekend?

Samstag, 14. März 2015

Ein Glas voll Glück

"Mit C. im Buchladen stehen, Science Fiction-Liebesromane aus dem Regal ziehen und dämliche Rückseitentexte mit dramatischer Stimme vorlesen. Jetzt will sie ein Hörbuch von mir. (23.01.2015)"

Weil man solche Momente viel zu schnell vergisst, steht auf meinem Fensterbrett ein altes Einmachglas voller Zettel. Auf jedem einzelnen habe ich Dinge geschrieben, die mich irgendwann in den vergangenen Monaten gefreut oder glücklich gemacht haben.

"Standing in a bookstore with C., reading stupid science fiction love novels in dramatic voices. Now she wants to get an audiobook. (2015/01/23)"

As one forgets moments like this far too fast, I have an old glass full of notes standing on my window sill. Written on them are all the things that made me happry during the last months. 

Glass for happy moments, owl from a friend in Sweden, candleholder from Finland, a little plant from my mom.
 Gründe sich zu freuen gibt es ja immer wieder. Zum Beispiel, wenn einem Postkarten aus dem Briefkasten entgegenflattern.
There are so many reasons to be happy. For example postcards sent by nice people.
As my walls are too empty, I asked my Facebook-Friends to send me some postcards...
Rose verfolgt in ihrem Projekt "Die kleinen Dinge des Alltags" einen ähnlichen Ansatz, fotografiert die Glücksauslöser allerdings mit ihrem Smartphone. Ich bin versucht, das auch mal ein paar Wochen auszuprobieren, weil ich häufiger Smartphone als Zettelchen in der Hand habe - und mir daher vieles nicht aufschreibe.

In her project "Die kleinen Dinge des Alltags" Rose has a similar approach. Every day, she takes a picure with her smartphone of a good moment. I think about trying that, too - I spend more time holding my phone than holding notes which leads to not writing down everything. 

Egal auf welche Weise festgehalten. Ich bin zuversichtlich, dass in den nächsten drei Tagen einige neue Glücksmomente dazukommen werden, denn ich fahre morgen früh nach Düsseldorf, um ein paar Online-Bekanntschaften im echten Leben kennen zu lernen. lottapeppermint, Mortua und Fusselchen habe ich bei Natron und Soda kennen gelernt und nachdem wir mehrfach herumgelabert hatten ("Oh, wenn ich mal zufällig in deiner Ecke bin, würde ich dich voll gerne kennen lernen...!"), haben wir im Februar endlich mal Nägel mit Köpfen gemacht und nach einem Wochenende gesucht, wo wir alle können.

Mitbewohnerin: "Und was machste, wenn die doch doof sind?"
Sabrina: "Plan A wird so fantastomanös, Plan B ist nicht existent!"

No matter how I will make notes of it, I am pretty sure that the upcoming days will contain many happy moments as I'm leaving for Düsseldorf tomorrow morning to meet some online friends in real life for the first time. I met lottapeppermint, Mortua and Fusselchen at Natron und Soda and after talking about it a couple of times ("If I'll every be in your town, I would like to meet you so much...!"), we finally looked for a date in February.

My flatmate asked me, what I'll do if the girls turn out to be boring, mean and overall unpleasant. I told her that this won't happen.

Freitag, 13. März 2015

[KreaKränzchen] Why do you go away?

"So that you can come back. 
So that you can see the place you came from with new eyes and extra colors. 
And the people there see you differently, too. 
Coming back to where you started is not the same as never leaving." 
(Terry Pratchett, A Hat Full of Sky

"Fernweh" ist das Februar-Thema beim KreaKränzchen von Palandurwen und Jen - und davon habe ich derzeit reichlich.
Wie einige von euch sicher wissen, habe ich vergangenes Jahr ein paar Monate an der Südwestküste Finnlands, in Turku, verbracht, dort studiert und mich in Stadt und Land verliebt.

"Fernweh" (similar to wanderlust, but quite close to the German word for "homesick") is the February topic of Palandurwen's und Jen's KreaKränzchen. As I have much of it at the moment, this was quite the right topic for me.  
As some of you may know, I've spent a couple of months in Southwest-Finland, in Turku, studying and falling in love with the town and the country.

Aurajoki and cathedral
Aufgrund von Gewichtsbeschränkungen hatte ich in Finnland nur wenig Handarbeitsmaterialien dabei: ein paar Nadeln und wenige Garnrollen. Genug, um den Jutebeutel zu besticken, der seitdem mein ständiger Begleiter ist - was man an diversen Schwarzteeflecken auch ziemlich deutlich sehen kann.

Because of weight restrictions, I didn't bring many craft supplies with me, just some needles and thread. Enough to embroider the tote bag that became my constant companion - as you can clearly see from all the tea stains.

Those who know me at least a bit, know that it's no coincidence that the owl sits under "me".
Seit ich Turku nach herzzerreißenden und filmreifen Abschieden verlassen musste, bin ich in der seltsamen Situation, Fernweh nach einem Ort zu haben, der mir für ein paar kurz, aber schöne Monate ein Zuhause war. 
Vielen meiner Freunde aus dieser Zeit geht es ähnlich - "turkusick" ist unserer Ansicht nach das einzig passende Wort.

Und wie könnte man sich nicht nach Südwestfinnland sehnen?

Sice I had to leave Turku after many heartbreaking farewells, I'm in the weird situation to feel wanderlust for a location that used to be my home for some short, but meaningful months.
Many of my friends feel the same. We agreed that "turkusick" is the only word really describing it.

And how could anyone not wish to be in Southwest-Finland?

Sunset in Naantali in November.
Bright sunshine behind the Student Village West in Turku.
At the coast in Ruissalo - my favourite place.
Es gibt Pläne, im Frühling wieder für ein paar Tage finnische Seeluft zu schnuppern. Eigentlich bin ich ja eh nur zurück nach Deutschland gegangen, um eines Tages zurückkehren zu können...

Was ist mit euch? Habt ihr auch gerade Fernweh? Wohin zieht es euch?

There are plans to return at least for a couple of days in spring. I just went away to be able to come back...

How about you? Do you have itchy feet at the moment? Where do you want to go?

“Do you not know that a man is not dead while his name is still spoken?”

From a pillow case I made years ago...

Wenn man nach diesem Zitat aus einem meiner Lieblingsbücher von der Scheibenwelt ("Ab die Post!") geht, ist Sir Terry Pratchett heute ziemlich viel, aber nicht tot. Ich wünschte, er wäre es tatsächlich nicht.

Meine Liebe zur Scheibenwelt begann recht spät, dafür mit viel Wucht. Seit ich "Kleine freie Männer" das erste Mal in den Händen gehalten habe, liebte ich den Humor, die Weisheit und auch die Wut, die zwischen den Zeilen hervorbrechen konnte - Wut auf Menschen, die anderen Lebewesen aus Gedankenlosigkeit, Gier oder Grausamkeit wehtaten. Ich mochte die politischen Anspielungen, beispielsweise auf Migration(-sschwierigkeiten) oder die Nazi-Bezüge in "Der fünfte Elefant". Wer in den Scheibenwelt-Romanen nichts als Fantasy-Romane ohne Realitätsbezug sehen möchte, hat definitiv etwas verpasst.

Unzählige Stunden habe ich dank Hörbüchern in der Gesellschaft all jener Charaktere verbracht, die mir so ans Herz gewachsen sind: Mit Tiffany Weh habe ich Sechsecke gehefet, mit Sam Mumm Nähte wieder aufgetrennt, mit Tod bin ich in Zügen gesessen und schlaflose Nächte mit Oma Wetterwachs durchwacht. Zu wissen, dass ich nichts neues mehr über sie lesen werde, ist traurig.


Ich hoffe, Sir Terry Pratchett durfte feststellen, dass der Tod so ist, wie er ihn uns beschrieben hat: freundlich, mit Sinn für Humor und nicht enden wollender Liebe für Katzen, Kekse und Kakao. Danke für alles.

Following this quote from one of my favourite Discworld novels, Sir Terry Pratchett is anything today, but not dead. I wish, he really wasn't.

My love for the flat and round world began late, but with huge impact. From the moment I got hold of "Wee Free Men" I fell in love with the humor, the wisdom and especially the anger - anger at people who hurt other beings out of thoughtlesness, greed or cruelty. I liked the political references, e.g. to (problems with) immigration or to Nazis in "The Fifth Elephant". Those who want to see the Discworld novels as pure fantasy without any links to reality miss a lot.

Thanks to great audiobooks, I spent countless hours in the company of the characters that are so dear to me: I have stitched hexagons with Tiffany Aching, ripped seams with Sam Vimes, sat in trains with Death and passed nights waking with Granny Weatherwax. To know that there won't be new stories about them, is very sad.

I hope, Sir Terry Pratchett found death being like he described it to us: friendly, with a great sense of humour and a never-ending love for cats, cookies and hot chocolate. Thank you, for everything.

Mittwoch, 11. März 2015

[MeMadeMittwoch] The Grey Wanderer

Der Frühling hat angefangen - und trotzdem zeige ich euch an diesem sonnigen Mittwoch einen Rock, der eher an Regenwolken, Kälte und Gandalf denken lässt.
Ich jedenfalls denke an Gandalf, wenn ich grauen Wollstoff in den Händen habe. Vielleicht auch deshalb, weil dieser Rock ein hervorragender Reisebegleiter ist und mich schon häufig begleitet hat: Er bekommt nur langsam Sitzfalten, passt zu allem, ist so kurz, dass man mit ihm überall herumklettern kann und ist ziemlich unempfindlich.

Genäht habe ich ihn schon vor einigen Jahren nach diesem Schnitt. Es war der erste Versuch und wie ihr seht noch weit von der Perfektion entfernt: Der Reißverschluss beult und die Hüfte knautscht. Trotzdem mag ich ihn sehr.

Spring has come! Nevertheless, I show you a skirt that reminds one more of rain clouds, cold and Gandalf.
At least it makes me think of Gandalf when I touch this grey wool fabric. Maybe just because this skirt is an awesome travel companion: it does not get crinkes when you sit just for a couple of minutes, it goes with everything, it is short enough to climb everywhere and it is quite immune against stains.

I have sewn it years ago using this pattern. I'm afraid, you can only use this tutorial well, when you speak German, sorry! As it was my first try, the skirt is far from perfect: the zipper bulges and it is too wide around the hips. I love it nevertheless.

My grey and faithful friend.
Und weil ich ihn so gern habe, darf er heute mein Premierenrock für den MeMadeMittwoch sein, denn dafür muss das Kleidungsstück zwar selbstgemacht sein, aber nicht neu.

Seid ihr heute schon frühlingshafter unterwegs als ich?

And because of that, it was chosen to be my first item to be shown at the MeMadeMittwoch (me made wednesday), as the clothes presented there must be selfmade but not new.

Are your clothes more springlike than mine today?

Schnitt: Basisschnittmuster für einen Rock
Stoff: unelatisches Wollgemisch

Pattern: Basic pattern for a skirt (German)
Fabric: inelastic wool mix

Sonntag, 8. März 2015

[Rezension] Dramatisch, überschäumend, wild

Neben (Fantasy-)Romanen und Reiseführern blättere ich auch wahnsinnig gerne in Handarbeitsbüchern, immer auf der Suche nach neuen Ideen . Vor einiger Zeit bin ich dabei auf "Quiltinspirationen" von Jane Brocket gestoßen.


Nach einer Einleitung, in der Frau Brocket erzählt, wie ihre Liebe zum Quilten entstand und wie sie dabei vorgeht, folgen 16 ausgiebig vorgestellte Quilts mit solch klingenden Namen wie „Kacheln aus Lissabon“, „Purpurregen“ oder „Hängematte“. Daran angeschlossen ist eine Art Tutorial-Teil, in dem die Autorin dem Leser noch einmal ausführlich erklärt, wie man einen Quilt vorbereitet, komponiert und zusammennäht. Außerdem verrät Frau Brocket dort ihre Lieblingsbücher, -blogs und -zeitschriften. Dass nicht alle mit Patchwork zu tun haben, und sie dennoch dabei inspirieren, finde ich besonders spannend. Vor den Bezugsadressen findet sich außerdem noch eine Galerie der 16 Quilts. Das finde ich besonders deshalb toll, weil die Bilder auf den 146 vorherigen Seiten zwar stimmungsvoll arrangiert sind, aber eben meist nicht die ganze Decke oder ihr Format einfangen können.
Das Buch trägt die Inspiration im Titel und um die geht es ganz besonders. Frau Brocket erzählt viel darüber, wie sie auf Ideen kommt, was sie wie wozu inspiriert. Selbst wenn man selbst mit Gärten nicht so viel anfangen kann, bekommt man durch diese Textstellen ein Gefühl dafür, wie die Autorin beim Komponieren der Quilts vorgeht und kann sich dabei bei Bedarf ein Beispiel nehmen. Besonders spannend finde ich die Assoziationen, die sie beschreibt: Wenn Frau Brocket erklärt, wie man vorgehen muss, um den vorgestellten Quilt zu nähen, schließt sie nicht einfach mit der Anweisung, wie zu quilten sei. Nein! Sie schreibt zum Quilt "Russische Impressionen" stattdessen folgendes: "Legen Sie sich den Quilt um die Schultern und tanzen Mazurka." 
Mein eigener Quilt (WIP) in Action.

Ihre Assoziationen sind jedoch nicht nur sprachlicher Natur, sondern werden auch direkt in den Quilt hineingearbeitet. Da wird ein schwarz-gepunkteter Stoff zur Rückseite des „Briefmarken“-Quilts, weil das Muster sie an die Perforationen am Briefmarkenrand erinnert. Der „Swimmingpool“-Quilt erhält einen Rahmen, weil ja auch echte Pools einen Rand haben: Man könnte sonst versehentlich hineinfallen. Daran erkennt man bereits, dass Frau Brocket jedem Bestandteil des Quilts Bedeutung beimisst. Für die Rückseite einen langweiligen oder gar hässlichen Stoff zu verwenden, käme gar nicht in Frage. Schließlich sähe man die Rückseite doch genauso wie die Vorderseite, wenn man sich in den Quilt hineinkuschle oder ihn zusammenfalte. 
Diese Aufmerksamkeit für kleine Details erkennt man auch im Layout des Buchs, beispielsweise in Form von Naht“abbildungen“ um die Seitenzahlen oder unter Überschriften. Und mit solchen Details kriegt man mich immer!
... ebenso mit sympathischen Kapitelnamen!
Frau Brocket verfolgt mit ihren Quilt das Ziel, zügig voran zu kommen, wenig Regeln beachten zu müssen und Komplexität zu reduzieren. Auf der einen Seite gefällt mir das. Ich mag undogmatisches Vorgehen. Mir gefällt es, wenn sie beschreibt, dass man diesen Schritt jetzt machen oder auch einfach weglassen könnte: Wenn einem der Quilt an diesem Punkt gefalle, sei er gut so. Ich finde es sympathisch, dass Frau Brocket auch freimütig über fehlgeschlagene Versuche berichtet. Darüber, wie sich Quilts ganz anders entwickeln, als ursprünglich gedacht. Darüber, dass manche Ideen reifen müssen, um sich in perfekte Quilts zu verwandeln. Hätte ich noch gar keine Ahnung, wie man eine Decke quiltet, hätte ich nach dem Lesen dieses Buches keine Angst mehr davor, sondern würde einfach nach meinem Empfinden und Geschmack loslegen.
Auf der anderen Seite entspricht ihr zügiges Arbeiten so gar nicht meinem eigenen: Frau Brocket verwendet hauptsächlich Quadrate, Streifen und ähnliches, was sich schnell mit der Maschine zusammennähen lässt. Ich muss zugeben, dass ihre Quilts trotz der einfachen Grundformen nicht langweilig werden. Da wird die Quadratgröße variiert, werden Quadrate auf die Ecke gestellt, um dynamischer zu werden… die Kombinationsmöglichkeiten ihrer Einzelteile sind schier endlos. Trotzdem entspricht diese Art Quilts herzustellen so gar nicht meiner eigenen Vorgehensweise mit in monatelanger Arbeit handgestückelten Hexagönchen.
Blumenprints. Gewaltige Blumenprints!
Auch bei der Stoffauswahl haben wir schlicht unterschiedliche Geschmäcker. Ich mag's gerne aufgeräumt, ruhig und wenigstens teilweise unifarben. Frau Brocket hingegen schöpft aus dem Vollen. Bis zu 20 verschiedene Stoffe in knalligen Farben, riesige Blumendrucke und Musterstoff an Musterstoff erschlagen mich als Betrachter. Und um es ganz ehrlich zu sagen: Viele der Blumenmuster finde ich persönlich auch ganz schön scheußlich. ;)
Wer im Gegensatz zu mir sein Herz an einen der Stoffe verliert, hat Glück: Frau Brocket beschreibt bei den 16 Projekten ausführlich, welche Stoffe sie verwendet hat, unter Nennung der Designer und der Stoffnamen. In mir weckt diese Vorgehensweise zwiespältige Gefühle. Auf der einen Seite mache ich das ja ganz ähnlich, wenn ich in Blogposts kundtue, dass ich für meinen Quilt grüne Ditte von Ikea verwende. Auf der anderen Seite wirkt es im Rahmen eines Buches sehr werblich und irritiert mich auch deshalb, weil Frau Brocket immer wieder darauf hinweist, wie schön es sei, wenn ein Quilt organisch wächst, wenn man also nicht alle Stoffe auf einmal und ganz gezielt für ein bestimmtes Projekt kauft. Wenn ich ihrer Arbeitsweise eine Überschrift geben müsste, lautete sie „Mach dein eigenes Ding und pfeif auf Vorgaben!“ – das erscheint mir durch solche Empfehlungen zu verwässern.
Etwas positives muss ich aber dennoch über Frau Brockets Stoffauswahl sagen: Im Zuge der Komplexitätsvermeidung könnte sie ausschließlich einfach zu verarbeitenden Baumwollstoff verwenden. Doch mit dem Quilt „Ballkleid“ taucht auch ein Exemplar aus Seide auf. Obwohl gerade der mir so gar nicht zusagt, finde ich dieses Kapitel toll, da hier auf die spezifischen Anforderungen an eine Arbeit aus schwierigeren Stoffen eingegangen wird.

Würde ich mir das Buch kaufen? Nein. Obwohl es schön anzusehen und sympathisch geschrieben ist, haben Jane Brocket und ich doch zu unterschiedliche Herangehensweisen und Ziele beim Quilten. 
Nichtsdestotrotz glaube ich, dass es gerade Anfängern helfen kann, entspannt ans Quilten heranzugehen und stelle das Buch daher in Goldkinds Bücherregal.


Jane Brocket: "Quiltinspirationen: 16 Projekte", 29,90 €
Amazon ermöglicht hier einen Blick ins Buch, falls ihr mal hineinlinsen möchtet.

***
Dear international readers,
I'm sorry, but there is no translation for you as I read this book in German and can't say anything about the original issue. 

Mittwoch, 4. März 2015

[Tutorial] Cuddling with Scraps

Patchworkkissen gehören zu meinen Lieblingsprojekten: Sie sind relativ schnell genäht, man kann gut neue Muster oder Techniken ausprobieren und das Ergebnis ist brauchbar. Deswegen zeige ich euch heute, wie man diese Hülle näht:

I like sewing patchwork pillow covers: they are done pretty fast, one can try new techniques or patterns and the result is useful. That's why I want to show you how this case is done:

Dafür braucht ihr:

  •  Stoffreste für das Patchwork
  • ein Stück Fleece 50x50 cm fürs Volumen
  • ein Stoffstück 50x50 cm + NZ als Zwischenfutter
  • ein Stoffstück von 60x50 cm+ NZ als Rückseite
  • 2 m Schrägband
You will need:
  • fabric scraps (e.g. cotton)
  • 50x50 cm of fleece
  • 50x50 cm + seam allowance of cotton for the lining
  • 60x50 cm + seam allowance for the back
  • 2m of bias tape

Anleitung/Instrction:

Bevor ich mich jetzt in eine lange Anleitung stürze, möchte ich noch auf eine Sache hinweisen: Die Hülle ist fast komplett von Hand genäht, weil mir das Spaß macht. Es spricht aber überhaupt nichts dagegen, sie komplett mit der Maschine zu nähen, allerdings ist dann die Technik eine andere. Die wird bei Draußen nur Kännchen sehr gut erklärt. ;)
 
Before I start, I want to mention one important thing: This case was sewn almost completely by hand because I like that. But there is no reason not to use a sewing machine, though the technique is different then and you have to use another tutorial. The pictures over at Draußen nur Kännchen may be helpful for Non-German speakers, too.

1.) Als erstes muss man sich für ein Muster entscheiden - bei mir ein Windrad mit Rahmen außenrum. Bei diesem Schritt bietet es sich auch schon an, Farbkombinationen zu überlegen und in das Schema hineinzumalen. Oft sieht man auf dem Papier dann schon, ob die Idee funktioniert oder nicht:

At first you have to decide for a block pattern - for me, it's a pinwheel with a frame. It's a good idea to try colour combinations in this step to see if the idea works:

2.) Die Einzelteile werden im richtigen Maßstab auf Papier übertragen und ausgeschnitten. Ich habe Karopapier verwendet, das wird ordentlicher.
Transfer the pieces to paper in the right measurements and cut them out. I used squared paper for a neat result.


3.) Die Stoffe der Wahl werden gebügelt und mit Nahtzugabe zugeschnitten.
Iron the facrics of your choise and cut with seam allowance.


4.) Die Stoffteile werden auf die Papierteile geheftet. Kontrastfarbiger Heftfaden ist dabei echt angenehm.
Stitch the fabric patches onto the paper pieces with a basting stitch. Using colourful thread can be helpful later.


5.)  Wenn alle Teile fertig geheftet wurden, kann man sie schon mal probelegen: Sind alle da?
When you are done stitching, put the pieces together. Anything missing?


6.) Jetzt geht's ans Zusammennähen mit überwendlichen Stichen - oder dem Knopflochstich, wenn man es ganz sicher machen möchte. Beim Zusammennähen ist es von Vorteil, wenn man immer Quadrate, Rechtecke und Reihen bildet. Die kann man im Anschluss nämlich wieder einfacher zusammensetzen.
Use an overcast stitch to connect the single pieces. It's good to join them to squares, rectangles and rows because they can be put together more easily.


7.) Die Heftfäden werden herausgezogen und die Papierstücke entfernt. Dabei kann man die Rückseite anhimmeln, mir gefällt die bei Patchwork immer sehr gut.
Remove the basting stitches and the paper pieces. Admire the back - I love how it looks.


8.) Sieht schon nach Kissen aus, oder? Bügeln ist jetzt eine gute Idee!
Doesn't it look like a cushion already? Iron it again to faciliate the next step.

Ordentliches Zusammentreffen der Nähte dank Paperpiecing!/
Paper Piecing makes the corners neat.
9.) Die Hülle soll ein bisschen flauschig werden, daher wird in diesem Schritt ein Stück Fleece in der Größe der Hülle zugeschnitten. Wie man sieht, musste ich stückeln. Das ist aber kein Problem und wird später niemand merken.
To make the case fluffier, cut a piece of fleece as big as the case. As you can see, I did not have a piece large enough and had to stitch one together. That is not a problem, as it will be invisible later. 



10.) Patchwork-Oberteil und der Fleece werden zusammengeheftet.
Join the patchwork top and the fleece with a basting stitch.


11.) Nach Stoff- und Musterwahl kommt jetzt die nächste große Entscheidung: Wie soll die Hülle abgesteppt werden? Ich habe mich wieder für kontrastfarbene Nähte knapp neben der Naht auf den einfarbigen Teilen entschieden und dafür vierfach gelegtes Nähgarn verwendet.
The next big decision is to be made: How do you want to quilt the case? I used contrasting thread next to the seams on the plain parts.



12.) Wenn man alle einfarbigen Dreiecke abgesteppt hat, sieht das so aus - die Oberseite des Kissens ist fertig.
When you are done, it looks like that - the top is ready.


13.)  Um das Platzdeckchen in eine Kissenhülle zu verwandeln, fehlen noch drei Stoffstücke:
Eines, das die Fleecedecke nach innen abdeckt (ich mag die Optik nicht und befürchte Gefussel)[hier: das geblümte Stück] und zwei, mit denen man den Hotelverschluss macht. In diesem Arbeitsschritt schneide ich mit der Oberseite als Schablone zu.
To transform the placemat into a pillow case, three more pieces of fabric are needed. One that works as an interlining to hide the fleece on the inside and two for the back.
I used tthe top as template to cut the rest.


14.) Die Teile, die zum Verschluss werden sollen, werden jeweils an einer Seite gesäumt: Zweimal umschlagen und mit der Maschine festnähen.
Hem the two pieces for the back that form the envelope closure: Fold twice and sew with the machine.
 

15.) Alle Einzelteile werden in der richtigen Reihenfolge aufeinander gelegt: Erst das Patchworkoberteil, dann das geblümte Zwischenfutter und zuguterletzt die Rückseiten-Einzelteile. Dabei werden sie genau in der Richtung aufgelegt, wie sie auch am Ende als Kissenhülle liegen werden.
Lay the pieces on each other: patchwork top, interlining, both backs in exactly the order they appear in the finished pillow case. Stitch them together to prevent shifting.


16.) Was man auf dem Bild leider nicht so besonders gut sieht, ist die Naht, die ich mit der Maschine einmal rund um das Patchworkoberteil gemacht habe. Wegen der Nahtzugaben steht da ja noch ordentlich Stoff über. Die Naht dient in den nächsten Schritten als Orientierung, wo genau die Dreieckspitzen sich befinden.
Use the machine to sew around the top - because of the seam allowance there is much overlapping fabric. In the following steps, this seam will help you recognizing where the seam allowance starts.


17.) Nachdem man die Naht gemacht hat, kann man die Nahtzugaben zurückschneiden, ungefähr auf die Breite des Schrägbandes, das den Rand der Hülle bildet und dem Binding eines "normalen" Quilts entspricht.
Now you can cut back the seam allowance to the wide of your bias tape which makes the binding of this pillow case.

18.) Das Schrägband wird aufgesteckt...
Pin the bias tape in place...


19.)... und mit der Maschine auf der Vorderseite festgenäht.
... and sew it to the front with your sewing machine.


20.) Die Rückseite des Schrägbands nähe ich von Hand mit möglichst kleinen Stichen fest. Dadurch hat man keine sichtbare Naht auf dem Schrägband, was ich persönlich hübscher finde.
Sew the bias tape to the back with little stitches. Of course you can also use the machine in this step, but I prefer to have no visible stitches here.

21.) Wenn eure Kissenhülle jetzt so (oder so ähnlich) aussieht, habt ihr es geschafft.
If your pillow case looks like this (or similar) now, you are done. Congrats!


Da ihr jetzt wisst, wie man eine Kissenhülle näht, wisst ihr im Prinzip auch, wie man eine Kuscheldecke nähen könnte: Zum Beispiel aus 3x4 Kissenhüllenoberseiten in verschiedenen Farbvariationen (und ohne Rückseite mit Hotelverschluss). ;)
As you know now how to sew a pillow case, you also know, how to sew a blanket: For example with 3x4 pillow tops in different colour combinations (and without the envelope closure back!). ;)