Samstag, 16. September 2017

[Samstagstee] mit feministischen Netzfunden

Prost! Ich starte mit Tee ins Wochenende - und den Urlaub.

Hallo ihr Lieben!

Einmal mehr schliddere ich nur kurz bei Andreas Samstagsplausch vorbei - anders seid ihr das von mir ja ohnehin nicht gewohnt, nicht wahr? Diese Woche geht es nach Berlin. Allerdings bin ich dieses Mal nicht allein, sondern mit meiner Mama unterwegs, die noch nie in der Hauptstadt war und vor dem ersten Flug ihres Lebens ganz schön aufgeregt ist. Drückt ihr mir bitte alle die Daumen, dass es gut geht? (Flugaufälle aufgrund von Streik sind zu befürchten.)
Trotz aller Aufregung: Die Vorfreude ist noch größer. Umso mehr, weil mittlerweile offiziell ist: Ich ziehe im Winter in die Hauptstadt! Wie und wo genau es dort für mich weitergeht, ist noch nicht klar, aber seit ich das sicher weiß, komme ich mit einem ganz anderen Gefühl in der großen Stadt an. Das ist mein zukünftiges Zuhause, nicht mehr nur Ort viel zu kurzer Stippvisiten beim Lieblingsmenschen. Obwohl es noch ein paar Monate bis dahin sind, bin ich jetzt schon ganz schön aufgeregt - Job- und Wohnungssuche sind in vollem Gang und das ist ja immer eine stressige Sache.

Der Ablenkung wegen habe ich auch diese Woche wieder im Netz herumgestöbert und dabei erneut einiges an feministischen Netzfunden zu Tage gefödert:

Bei Zeit Online fand sich diese Woche ein spannender Artikel über Gender Studies und deren Zusammenhang mit dem Feminismus. Inklusive folgender Definition:
Feminismus bedeutet, dass Frauen sich und ihren Anliegen Gehör verschaffen.
Gender-Studies können bei solchem feministischen Engagement helfen, und sie tun das auch oft. Aber weder können sie den Feminismus ersetzen, noch sind sie ihm verpflichtet. Feminismus ist keine Wissenschaft. Es ist eine politische Bewegung. 
Margarete Stockowski setzte sich am Dienstag in ihrer Kolumne auf Spiegel Online mit dem Gender Pay Gap auseinander - und mit den fünf häufigsten Mythen, die in diesem Zusammenhang immer wieder bemüht werden. Bester Satz: "[..] man kennt das Statistische Bundesamt nicht unbedingt als feministische Guerillagruppe." Die Sätze außenrum sind aber noch viel gehaltvoller - und könnten in der einen oder anderen Diskussion auch gut weiterhelfen. Lesen lohnt sich also.

Das innenAnsicht-Magazin hat zwei Artikel zum Thema Schwangerschaftsabbruch: einmal in Deutschland und einmal in Kroatien. Beides sehr spannend - und erschreckend, wie stark der Widerstand gegen die Selbstbestimmung über den eigenen Körper nach wie vor ist.

Ebenfalls beim innenAnsicht-Magazin gibt es einen Blick ins Wahlprogramm der AfD unter frauen*politischen Gesichtspunkten.  Ich gehe ja nicht davon aus, dass hier Personen mitlesen, die erwägen, die AfD zu wählen. Falls doch: In dem Tab findet ihr rechts so ein Kreuz. Einmal klicken, bitte, danke. Den Verbleibenden sei gesagt: Der Blick ins Programm dieser angeblichen Alternative ist besonders dann zu empfehlen, wenn ihr noch nicht wisst, ob ihr überhaupt wählen gehen werdet. Dürfte euch motivieren. Denn jedes Kreuz, das ihr irgendwo anders auf dem Zettel macht, reduziert den relativen Anteil der rechten Stimmen.

Zuletzt hat auch der von mir vielgeliebte Lila Podcast eine Episode zur Bundestagswahl gemacht, in der sie einen etwas weiteren Blick in die deutsche Parteienlandschaft werfen.

Wenn euch das noch nicht weiterhilft, möchte ich euch nochmal ans Herz legen, euch die verschiedenen Tools anzuschauen, die euch dabei unterstützen können, die Parteien auf bestimmte Punkte hin abzuklopfen: der altbekannte Wahl-O-Mat, der Sozial-O-Mat für Fragen der Sozialpolitik und deinwal.de für den Überblick über Parteien-Positionierung in den Bundestagsabstimmungen der letzten Legislaturperiode.

Habt alle ein zauberhaftes Wochenende - ganz egal, wo ihr seid!

Samstag, 9. September 2017

[Samstagstee] mit feministischen Netzfunden

Guten Morgen! Lasst uns zusammen eine Tasse Tee trinken.

Hallo ihr Lieben,

hui, ging die Woche schnell vorbei! Angefangen mit einem ziemlich coolen Bierbraukurs in München (wenn ihr mögt, erzähle ich euch in den nächsten Tagen ein bisschen mehr dazu?) am vergangenen Wochenende, habe ich einige Abende mit lieben Menschen verbracht - und während ihr das hier lest, bin ich auch schon wieder auf Achse und sause zur nächsten Freundin, um dort einen Abend im privaten Pub zu verbringen.
Vorher lasse ich mich aber an Andreas Plauschtafel nieder und schaue nach, wie es euch in dieser Woche so ergangen ist. 

Aber vorher zeige ich euch noch, was ich trotz aller Aktivitäten außer Haus in dieser Woche im Netz so gefunden habe:

"Das Zeigen der Vulva rettet die Menschheit." So ist das nämlich.

Unheimlich gefeiert habe ich auf der Fahrt von und nach München die neueste Episode des Lila Podcasts. Darin geht es um die Vulva, also den äußerlich sichtbaren Bereich der Genitalien. Womit wir an einem der Knackpunkte wären, die auch im Podcast angesprochen werden: Ich war wieder einmal versucht, von "weiblichen" Genitalien zu schreiben. Was aber halt nicht unbedingt zutrifft: Es gibt Menschen, die weder weiblich noch männlich sind. Es gibt Menschen, die sich männlich identifizieren, aber eine Vulva haben - genauso wie es Frauen mit Penissen gibt. Mithu Sanyal, über deren Buch zur Vulva es im Podcast geht, hat angemerkt, wie gerne sie von der Geschlechterdichotomie weggekommen wäre, aber wie schwer es ihr gefallen sei, wie sehr ihr alternative Worte gefehlt hätten, um auszudrücken, was sie eigentlich meinte.

Mithu Sanyal erwähnt im Podcast, dass sie beim erstmaligen Anblick ihrer Vulva unsicher war, ob diese eigentlich ansehnlich sei oder eher gar nicht. Da musste ich spontan an einen meiner liebsten Instagram-Accounts denken:  The Vulva Gallery macht die unterschiedlichen Ausprägungen sichtbar, die Vulven so haben können. Sichtbare innere Schamlippen? Narben? Haare? Pigmentflecken? Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und es gibt deswegen erst recht nichts, was nicht okay wäre, genau so wie es ist. So ein liebevoller und versöhnlicher Blick - mir tut schon allein die Existenz dieses Accounts gut.

Ergänzend zur Episode des Lila Podcasts sei hier noch einmal diese  kleinercast-Episode erwähnt.
Während ich den Lila Podcast angehört habe, musste ich auch wieder an diese Episode des kleinercast denken, in dem es unter anderem darum geht, warum es so wichtig ist, dass Kinder die richtigen Begriffe für Genitalien lernen. 

Dieser Artikel hat mich unheimlich traurig gemacht. Dass bereits im Alter von sechs oder sieben Jahren kleine Mädchen davon überzeugt sind Mädchen und Frauen seien per se weniger schlau oder gar brillant als Jungs und Männer, ist ein verdammt großes Armutszeugnis.

Habt ein wunderschönes Wochenende!

Montag, 4. September 2017

[3 of a kind] I want to do someday

Im September will Sas drei Dinge von uns erfahren, die wir eines Tages tun wollen. Die Frage war gar nicht so schwer, denn in meinem Notizbuch steht eine wohlgefüllte Bucket-List mit den unterschiedlichsten Zielen. Mich auf drei konkrete Punkte zu beschränken, ist mir da viel schwerer gefallen...

Schloss Turaida, umgeben von nebelvergangenen Wäldern. 
Roadtrip durchs Baltikum. Seit ich 2014 auf einer Busreise mit Erasmus-Studierenden in dieser Gegend unterwegs war, zieht es mich dorthin zurück. Tallinn ist mir als verwinkelte Märchenstadt im Gedächtnis geblieben, doch am schönsten fand ich es in Lettland. Das Schloss Turaida mit deinem Park hat mich besonders beeindruckt. Zum Schloss gehört nämlich ein Park, in dem ein Künstler während der Sowjetzeit Skulpturen zu Volkssagen verteilt hat - ohne Titel, um sie vor Zensur zu schützen. Leider war damals viel zu wenig Zeit, sie mir genauer anzuschauen...

Intensive Beschäftigung mit Fan Studies. Im selben Jahr habe ich auch angefangen, mich in das weite, wunderbare Feld der Fan Studies einzulesen. Wie wundervoll muss es sein, zu einem so grandiosen Thema zu forschen? Ein tolles Semester lang habe ich Hausarbeiten über Harry Potter und Game of Thrones verfasst... Leider habe ich es aber versäumt, mir die Buchtitel rauszuschreiben, denn es würde mich sehr in den Fingern jucken, mich da wieder einzugraben.

LARP ausprobieren. Falls ihr es nicht kennt: LARP steht für Live Action Role Play. Das heißt, Leute verkleiden sich und spielen einen Charakter in einer großen Geschichte. Viele meiner Freunde larpen, aber irgendwie habe ich es bisher noch nie geschafft, mich einfach zu überwinden und mitzumachen. Wenn ich ihnen dabei zuschaue, wie sie in monatelanger Arbeit Kleidung nähen und verzieren, sich Hintergrundgeschichten ausdenken und mit leuchtenden Augen irgendwelche LARP-Anekdoten erzählen, bin ich ein bisschen neidisch.

Sas' Sammlung ist den ganzen Monat geöffnet. Vielleicht fallen euch ja auch drei Dinge ein, die ihr irgendwann einmal tun wollt? Ich bin gespannt!

Samstag, 2. September 2017

[Samstagstee] mit Netzfunden

Ehrlich gesagt: Das ist Kakao vom vergangenen Sonntag. In meinem herzallerliebsten Café Tasso in Berlin.
Hallo ihr Lieben!

Viel zu lange schon habe ich nicht mehr an Andreas Plauschtafel Platz genommen, aber heute ist es endlich mal wieder so weit. Allerdings muss ich gestehen, dass ich diesen Beitrag vorbereite und es erst im Laufe des Wochenendes schaffen werde, bei euch vorbeizuschauen. Ich bin nämlich schon wieder unterwegs! Nach mehreren Wochenenden auf Festivals oder beim Lieblingsmenschen in Berlin, gönne ich mir nicht etwa eine Ruhepause, sondern sause zur Besten nach München. Dort will ich heute lernen, wie man Bier braut. Ich bin ganz schön gespannt...

Als ich Sonntagnacht verspätet aus Berlin zurückkam, warteten meine Briefwahlunterlagen auf mich. Mittlerweile habe ich die Zettel sogar schon ganz strebsam ausgefüllt und zur Post getragen. Einfach fand ich das dieses Mal überhaupt nicht. Aber in den Weiten des Internets gibt es natürlich hilfreiche unterstützende Tools. Der Wahl-O-Mat ist ja hinreichend bekannt, nehme ich an. Anhand 38 Thesen, die sowohl insgesamt 32 Parteien als man selbst beantwortet, wird die Übereinstimmung mit eben jenen Parteien erreichnet. Neu war mir DeinWal.de. Dieses Tool ist nicht nur putzig illustriert, sondern auch reichlich aufschlussreich. Anhand diverser Fragen zu verschiedenen Politikfeldern errechnet sich am Ende die eigene Überschneidung mit verschiedenen Parteien. Der Clou daran: Anders als beim Wahl-O-Mat werden dafür keine hypothetischen Stellungnahmen von Parteien herangezogen, sondern die konkreten Entscheidungen in Abstimmungen der vergangenen Legislaturperiode. Das empfinde ich persönlich als "zuverlässiger". Wer allerdings seine Stimme lieber einer ganz kleinen Partei geben möchte, zieht hier natürlich keine Erkenntnisse draus und ist beim Wahl-O-Mat besser aufgehoben. Fun-Fact: Die Ergebnisse beider Tools waren bei mir sehr vergleichbar. Und obwohl sie mir keine Entscheidung abnehmen können, fand ich sie dennoch ziemlich hilfreich.

Lesenswert fand ich dieses Interview des ZEIT Magazins mit der Soziologin Jutta Allmendinger. Ihre These: Der Arbeitsmarkt ist auf die Bedürfnisse von Frauen und ganz besonders Müttern so schlecht ausgerichtet, dass für viele bis heute der Rückzug daraus verlockender ist. Und das, obwohl Berufstätigkeit für Männer wie Frauen identitätsstiftend ist.

Habt ein traumhaftes Wochenende!

Dienstag, 29. August 2017

10 Fakten über mich und Festivals

Strahlend blauer Himmel auf dem Summerbreeze 2017
Im August sammelt Astrid unsere persönlichen Fakten über Musik. Inspiriert von einem Post der wunderbaren Frau Jule mache ich daraus zehn Festivalfakten über mich.

Insgesamt habe ich in meinem Leben bisher sieben Mehrtages-Festivals besucht, nämlich 4x Summer Breeze, 1x Ragnarock, 1x Prophecy Fest, 1x Hammer of Doom. Bisher also nicht so wahnsinnig viele und auch nur deutsche Festivals. Wenn es nach mir geht, darf sich das gerne auch noch ändern. Abhängig ist das eigentlich nur vom Line-Up.

Wenn ich nämlich auf ein Festival fahre, dann in erster Linie wegen der Bands. Am liebsten verbringe ich einen Großteil der Zeit vor irgendeiner Bühne, halte Teufelshörner in die Luft oder gröhle mit. Wenn es sein muss, auch bis nachts um halb vier. Zeltplatztourismus mit ewigem Rumhängen am Zelt und ziellosem Trinken machen mich zappelig und unzufrieden.

Summer Breeze 2017: Amon Amarth

Drei von vier Summerbreezes habe ich mit meiner besten Freundin verbracht, die eine ganz großartige Begleitung ist. Stets gut gelaunt, ziemlich passender Musikgeschmack, eine Göttin am Campingkocher. Außerdem besitzt sie im Gegensatz zu mir Zelt und Pavillon!

Überhaupt: Begleitung. Im Gegensatz zu Jule würde ich nie allein auf den Festival fahren wollen. Neben meiner habe ich noch ein weiteres Grüppchen an Menschen, die sich als tolle Festivalbegleitung herausgestellt haben. Egal in welcher Gruppe ich unterwegs bin, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ich am Ende des Festivals noch mehr Menschen kenne.

Besonders zu nennen sind da Zeltplatzfreundschaften. Diese Leute, die man kennen lernt, weil man sich an der Wasserstelle den Kanister über den Kopf geleert hat, um der akuten Hitze Herr zu werden und dann über Verdunstungskälte plaudert. Menschen, die einem morgens eine Pfanne mit Rührei in den Pavillon bringen, weil sie schon satt sind und wir hungrig aussahen. Campingnachbarn schließe ich inniglich in mein Herz und leide dann auf der Heimfahrt unter fiesem Herzschmerz, weil man sich vermutlich nie wieder begegnen wird.

Da sitzt man so, guckt man in den Himmel und alle Probleme sind ganz weit weg.
Nun gibt es natürlich auch Kurzzeitnachbarn, die ich nicht ganz so schätze, weil sie nächtelang grauenhaften Deutschrap hören und Dünnschiss labern. Aber auch mit denen habe ich schon freundliche Momente geteilt, in denen riesige Gummibärchentüten herumgereicht wurden, ein Pavillon gegen den nahenden Sturm mit zusätzlichen fremden Heringen und Panzertape gesichert wurde oder stundenlange Uno-Partien ausgefochten wurden.

Am schönsten fand ich das Zelten bislang auf dem Ragnarock 2015, weil ich da als Crew-Mitglied im VIP-Bereich nächtigen durfte. Sprich: Extrem kurze Wege zur Bühne, nur tolle Nachbarn und Zugang zu einer echten Dusche.

Gesichtskirmes unterm Pavillon und ausnahmsweise tolle Funde auf dem Dixieklo.
Dass ich mit den sanitären Zuständen auf den üblichen Zeltplätzen nämlich nur so semi klarkomme, habe ich auf der diesjährigen Rückreise vom Breeze daran bemerkt, dass ich die Handseife auf der Zugtoilette (!) als bedeutsames Zeichen von Zivilisation gepriesen habe. Die meisten Menschen finden Zugtoiletten ja eher grausam.

Die sanitären Zustände sind – zusammen mit dem Schlaf auf richtigen Matratzen einer der Gründe, warum ich zunehmend kleine Festivals für mich entdecke, für die ich im Umfeld eine Ferienwohnung anmiete. Abends nicht in ein klammes Zelt kriechen zu müssen, sondern auf einer Couch vor dem Kamin herumzulungern, hat schon was für sich. (Ist nur vielleicht nicht ganz so true wie schlammverschmierte Leiber.)


Sobald ich dann eine Nacht in einem richtigen Bett geschlafen habe, steigt bei mir die Vorfreude aufs nächste Mal.

Früher hab ich Festivalbändchen noch monatelang getragen, jetzt schneide ich sie ziemlich schnell ab. Die Dinger jucken wie Sau! Außerdem bleiben sie schöner, wenn man sie irgendwo aufnäht. (Wo genau ich sie aber aufnähen werde, weiß ich noch nicht so genau.)

Was macht ihr mit alten Festivalbändchen? Oder seid besucht ihr höchstens mal Einzelkonzerte? Erzählt mal!

Mittwoch, 9. August 2017

Juli - es war regenbogenbunt!

Auf Mondkunst rekapitulieren Hana und Nria jeden Monat, was sie so getan haben. Nachdem der Juni ausgefallen ist, folge ich für den Juli rückblickend ihrem Beispiel.

Für mich selbst gewerkelt im Juli:
Im Rahmen der CSD-Linkparade habe ich mir ein regenbogenbuntes Hexagonkissen genäht. Dieses hat auch tatsächlich den größten Teil meiner Werkelzeit gebunden. Hat Spaß gemacht!

Fluff präsentiert Regenbögen.

Für andere gewerkelt im Juli:
Daneben sind Kleinigkeiten entstanden, die ich hier aber noch nicht gezeigt habe. Vermutlich begegnen euch beide noch in Frau Jules Reihe "Politisiert euch!". Aber vorher muss ich sie noch vor die Kamera bekommen...

Angefangene Projekte:
Nichts, was momentan unvollendet herumliegen würde.

Gescheiterte Projekte:
Nö.

Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
Im Schnittmuster- und Anleitungsbereich habe ich nichts neues gekauft. Allerdings ist "Craftista! Handarbeit als Aktivismus" in meinem Bücherregal gelandet, nachdem ich diesen Artikel im innenAnsicht-Magazin gelesen hatte.

Stoff gekauft:
Für das Regenbogenkissen habe ich ordentlich eingekauft - den gab mein Stoffschrank nämlich nicht her. 1,61 m² sind neu hineingewandert.

Stoff vernäht:
Leider hab ich nicht ganz so viel verarbeitet wie gekauft. 1,37m² sind direkt wieder verschwunden. Wir merken: Mein Stoffschrank beinhaltet noch Material für mehr Regenbögen!

Material verarbeitet:
Außer Stoff ist nichts weiter passiert.

Pläne für den August:
Konkrete Pläne habe ich nicht - dafür bin ich im August zu viel unterwegs.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Werkelpläne für den August?

Sonntag, 6. August 2017

[Samstagstee] am Sonntag

Mein neuer Teeuntersetzer von Antje. Ist er nicht wundervoll?

Hallo ihr Lieben,

heute zeigt mein Foto gleichzeitig auch einen Glücksmoment der letzten Woche. Da kam ich nämlich am Sonntagabend vollkommen erledigt von einem Festivalwochenende nach Hause - und zog einen dicken Umschlag aus dem Briefkasten. Die liebe Antje von fairy&snail hat mich mit einem kleinen Präsent überrascht, als Dankeschön für ihr feministisches Monsterchen Agneta. Als hätte sie geahnt, dass ich auch heute wieder reichlich müde und mit Halsschmerzen (fiese Klimaanlage im Zug!) aus dem Wochenende zurückkommen sollte, beinhaltete es diesen liebenswürdig bestickten Untersetzer sowie einige Beutel Tee. Diese führe ich mir nun zu Gemüte, während ich bei Andrea nachschaue, was ihr so die Woche über getrieben habt. Vorher habe ich aber noch ein paar Netzfunde für euch.

"Farbe, Vielfalt, Toleranz!" war das Motto.
Karin von Grüner Nähen - Bunter Leben hat am Montag ihre regenbogenbunte Linkparade zum CSD geschlossen - jedenfalls für dieses Jahr. Ich hoffe sehr auf eine Neuauflage 2018. Vorher habe ich aber nochmals einen Blick in die Sammlung geworfen, um sicher zu gehen, dass ich keinen Beitrag verpasst habe.

Toleranz fordert nicht nur Karins Linkparade, sondern auch dieser Artikel über Fat Acceptance und Body Positivity. Natürlich haben wir alle irgendwelche Idealvorstellungen, ästhetische Vorlieben - aber die haben erst einmal mit uns selbst zu tun, nicht mit den anderen. Und für diese anderen gilt, was Your Fat Friend am Ende schreibt:
"Dignity is not earned. Safety is not a reward. None of us should have to overcome our bodies just to be safe, to be loved, to be treated like anyone else. Safety, acceptance and love are for all of us. Not just the ones we’re comfortable with." 
Das finde ich einen ziemlich wichtigen Gedanken im Umgang mit anderen Menschen - und zwar unabhängig davon, ob sie jetzt dick sind oder irgendeine andere negativ konnotierte Eigenschaft haben. (Im Artikel geht's allerdings auch erst mal um Optik - bei Überzeugungen ziehe ich nämlich sehr wohl Grenzen, hinter denen niemand mehr erwarten kann, Liebe und Akzeptanz von mir zu bekommen.)

Außerdem bin ich im Guardian über einen Nebeneffekt der globalen Erwärmung gestolpert: Weil die Gletscher in den Alpen mit rasender Geschwindigkeit wegschmelzen, tauchen dort nun immer häufiger die sterblichen Überreste von Menschen auf, die dort verschwunden sind - teilweise erlangen ihre Angehörigen so nach 75 Jahren endlich Gewissheit über den Verbleib ihrer Lieben. Den Artikel findet ihr hier

Kommt gut in die neue Woche!


Mittwoch, 26. Juli 2017

[Rezension] Good Night Stories for Rebel Girls

Rezension
"Good Night Stories for Rebel Girls" von Elena Favilli und Francesca Cavallo
Astrid Lindgren kennt jeder. Aber habt ihr schon mal von Maud Stevens Walker gehört? Nein? "Good Night Stories für Rebel Girls" würde das ändern. Mir ist da nämlich im Juni schon wieder ein hübsches Buch zugelaufen, das dann ganz ungeplant mit nach Hause musste...

Das Buch stellt einhundert Frauen in Kurzbiografien vor. Einige von ihnen sind oder waren Schriftstellerinnen, andere Sportlerinnen. Musikerinnen, Politikerinnen und Aktivistinnen sind ebenso dabei wie Königinnen und Journalistinnen. Women of Colour sind ebenso dabei wie Frauen mit Behinderungen und Transfrauen, ihre Herkunft umfasst die ganze Welt und zwei Jahrtausende. Gemeinsam ist all diesen Frauen, dass sie etwas Außergewöhnliches geleistet haben und jede dieser Leistungen wird gefeiert. Mir hat gefallen, dass dadurch vermittelt wird, dass jede auf ihre Art, mit ihren Stärken und Fähigkeiten etwas Positives in ihrem Bereich erreichen kann - dass es nicht schlimm ist, dass wir nicht alle beispielsweise Naturwissenschaftlerinnen sind.
Passend dazu und sehr schön finde ich die Möglichkeiten, sich selbst in das Buch einzubringen. Nach den hundert Porträts findet sich eine Doppelseite, in die man seine eigene Geschichte  und das eigene Gesicht eintragen kann.

Den Gesichtern der Frauen wird ebenso viel Raum gegeben wie ihre Biographie, jeweils die rechte Seite ist gefüllt mit einem Porträt von insgesamt 60 Künstlerinnen aus aller Welt, die ganz unterschiedliche Stile haben. Manche sind kantiger als andere, einige sind sehr bunt, ein paar sind sehr verträumt - eben so unterschiedlich wie die porträtierten Frauen. Natürlich sagen mir einige Bilder mehr zu als andere. Aber auch hier schätze ich die Abwechslung und vor allem die liebevolle Zusammenstellung. Ich habe bei allen Illustrationen den Eindruck, dass die jeweilige Künstlerin die Essenz der Porträtierten eingefangen hat. Die Bebilderung war letztendlich auch der Grund für den sehr spontanen Kauf!

Rezension
Das ist Maud Stevens Wagner, eine der porträtierten Frauen.
Die größte Stärke des Buches für mich liegt aber darin, dass ich unheimlich Lust bekommen habe, weiter zu recherchieren, ausführlichere Biographien zu lesen - und vielleicht sogar zu schreiben. Als ich an dem Punkt war, dass ich am liebsten Porträts sticken und diese dann betexten wollte (vollkommen wahnsinnig!), habe ich mich schnell auf meine negativen Kritikpunkte konzentriert.

Diese negativen Punkte gibt es nämlich trotz aller Begeisterung auch: Das Buch wird auf der Rückseite beworben, es sei ein "must-have for the nightstand of every girl or young woman you now" und es ist tatsächlich auch ein bisschen aufgemacht, als könnte es sich um Gute-Nacht-Geschichten für Mädchen handeln. Zu klein dürfen diese Mädchen aber nicht sein, denn auch wenn oft eine Märchenstruktur bedient wird ("Once upon a time..."), sind die Texte doch teilweise gespickt mit Fremdwörtern, die auch nicht erläutert oder im Folgesatz umschrieben werden.

Leider wird die Märchenstruktur auch nicht ganz konsequent durchgezogen: "Once upon a time..." ist zwar meist der Textbeginn, aber eben nicht immer. Das wirkt auf mich, als hätte man ein Konzept nur halb durchgezogen. Gleichzeitig wirken Textteile teilweise seltsam unverbunden, als hätte man vergessen, sie an die richtige Stelle zu schieben. Informationen stehen irgendwo am Ende, obwohl sie sich in der Mitte wunderbar eingepasst hätten. Hier scheint mir, dass ein korrigierender Durchgang vor der nächsten Auflage keine schlechte Idee wäre, denn für mich widerspricht das der vielen Arbeit und Liebe, die so offenkundig in diesem Buch steckt.


Das Cover hat mich wieder mal erwischt... Ist es nicht hübsch?
Und was ist jetzt mit Maud Stevens Wagner? Die war die erste bekannte US-amerikanische Tattookünstlerin überhaupt. Ansonsten ist Maud einfach einer von hundert Gründen, dieses Buch zu kaufen. Trotz meiner Kritikpunkte kann ich hier nämlich eine ganz entschiedene Leseempfehlung aussprechen.

Welches Buch hat euch zuletzt begeistert? Erzählt mal!

Samstag, 22. Juli 2017

[Samstagstee] mit feministischen Netzfunden

Frühstück im Weltladen am Charlottenplatz - mit Kaffee und aktivistischer Hirnnahrung

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr hattet alle eine schöne Woche? Meine ist so an mir vorbeigerauscht, dass ich am Freitagabend völlig überrascht vom Wochenende war. Gefühlt war immer noch eher Mittwoch. Aber mittlerweile bin ich jetzt ausgeschlafen bin, war in einem meiner Lieblingscafés frühstückslesen und klicke mich gleich an mein CSD-Blogparaden-Regenbogenkissen gekuschelt zu Andreas Samstagsplausch - so komme ich schnell im Samstag an.
Nachher treffe ich mich mit meiner Mama, um einen längst überfälligen Mutter-Tochter-Urlaub für den Spätsommer zu planen. An meiner Seite will sie sich nämlich erstmalig in ein Flugzeug wagen - und dann Berlin erkunden. Ich freu mich jetzt schon!

Bevor ich nachlese, wie ihr anderen eure Woche verbracht habe, will ich euch an meinen Netzfunden der Woche teilhaben lassen:

Über Lisa von "Radau im Nähzimmer" habe ich eine Seite voller Mitschnitte von Ringvorlesungen der Gender Studies der Uni Marburg aus den letzten Jahren gefunden. Ich bin ja jetzt einige Zeit aus dem Studium raus - und noch länger aus der Phase, in der man inspirierende Vorlesungen hört. Schön, dass die Uni Marburg diese Mitschnitte öffentlich zugänglich gemacht hat!


Dank der Instastory von Feminismus im Pott bin ich auf diesen Beitrag des Deutschlandfunks über Homosexualität im Frauenfußball aufmerksam geworden, in dem nicht nur darüber gesprochen wird, dass lesbische Frauen trotz eines vermuteten Anteils von etwa fünfzig Prozent recht unsichtbar bleiben, sondern auch über die Sexualisierung in der Vermarktung des Sports, um "den Frauenfußball sexy [zu] machen, so dass Männer uns dafür mögen. Das ist ja auch nur eine Form von Sexismus." Dass diese Strategie offenbar nicht so richtig aufgeht, bemerke ich als fußball-desinteressiertester Mensch ever hauptsächlich daran, dass Männerfußball für nervtötende Ausnahmezustände führt, während ich von den Damen tatsächlich nur mitbekomme, wie deren Brüste in den Medien herumgeschwenkt werden. Aufmerksamkeit auf die sportliche Leistung zu lenken, funktioniert offenbar nicht so richtig.

Bei Spiegel Online hat Margarete Stockowski wieder einmal heftig mit den Augen gerollt, nachdem Claus Kleber ein Interview mit Maria Furtwängler geführt hat. Sie hat mit ihrer Stiftung MaLisa eine Studie zu unterschiedlicher Geschlechterrepräsentanz in Fernsehen und Kino durchführen lassen - ein Studienthema, das zu dem Herr Kleber gerne wissen möchte, ob Frau Furtwängler mit ihrer Studie eine Umerziehungsagenda verfolge, die auf  "Geschlechterproporzgeschichte"herauslaufe. Warum "Umerziehung" jetzt vielleicht nicht das Wort der Wahl sein sollte, warum es schön wäre, mehr weibliche Vorbilder in audiovisuellen Medien zu haben und was das Festhalten an einer männlichen Besetzung von Doctor Who mit Asbest zu tun hat, fand ich hier wie üblich sehr angenehm zu lesen. Nicht angenehm zu lesen und nicht empfehlenswert sind die Kommentare unter der Kolumne. Wie üblich, wenn's um Feminimus geht (auch wenn ich hier auf die Schnelle keine Gewaltfantasien gesehen habe, wie sie einem auf Facebook und Instagram um die Ohren fliegen).

Dass man Kommentare einfach grundsätzlich nie lesen sollte, schreibt Lady Tea im innenAnsicht-Magazin zu den "13 Dingen, die mir der Feminismus beigebracht hat".Wie recht sie doch hat! Mit anderen Punkten auf ihrer Liste ebenfalls.

 Habt alle ein wundervolles Wochenende!

Donnerstag, 20. Juli 2017

[CSD-Blogparade] Ein ganzer Regenbogen

Das ist mein Eulerich Fluff. Er hat ein Körnerkissen im Bauch und mag Regenbögen und riesige Lollies.
Im Mai hat mich Karin von Grüner Nähen - Bunter Leben gefragt, ob ich Lust hätte, sie bei ihrer Linkparty zum CSD als Paradebloggerin zu unterstützen. Und ob ich das hatte! Mittlerweile läuft die Parade seit dem 28.6. und die hier zu bestaunenden Beiträge sind ganz unterschiedlich und allesamt fantastisch.

Ich darf heute eine Werkelei hinzufügen, von deren Entstehung ihr auf Instagram bereits kleine Ausschnitte erspähen konntet: Eine regenbogenbunte Hexagon-Kissenhülle.

Diese Kissenhülle leuchtet, wenn man sie in die Sonne hält. Ich bin hin und weg davon.
In Finnland hatte ich einen Mitbewohner, den ich sehr mochte. Er hat mir Kuchen gebacken, wenn ich krank war, ich habe ihm Pfannkuchen zum Frühstück gemacht. Wenn ich eine Umarmung brauchte, habe ich an seine Tür geklopft. Erst nach Monaten, in einer ziemlich betrunkenen Nacht, hat er mir gesagt, dass er schwul ist.
Schon kurz darauf haben wir unsere WG aufgelöst und jeweils die Heimreise angetreten. Ich war traurig, weil Finnland mein happy place geworden war. Mein Mitbewohner hingegen war panisch, weil er zu Hause sein Coming Out gegenüber seinen Eltern plante.
Wochenlang habe ich ihm über einen Ozean hinweg virtuell die Hand gehalten, während er mehrere Anläufe unternahm, es ihnen zu sagen und sich im letzten Moment doch nicht traute. "I just couldn't do it. I am so afraid. What if they don't love me anymore?"
Als er sich doch getraut hat, hat seine Mutter ihn zuerst gefragt, ob er psychatrische Hilfe in Anspruch genommen hat und danach überhaupt nicht mehr mit ihm gesprochen.

Fluff findet, man kann sich ziemlich gut an das Kissen ankuscheln.
An diesen ehemaligen Mitbewohner denke ich, wenn jemand behauptet, Homosexuelle würden  dermaßen hofiert werden, dass man sich als heterosexuelle Person diskriminiert fühle.
Ich fühle mich nicht diskriminiert als Frau, die in einer Beziehung mit einem Mann lebt. Ich bin dankbar, dass ich meinen Eltern von meinem Partner erzählen kann, ohne Angst vor ihrer plötzlichen Ablehnung zu haben. Dass ich am Montagmorgen im Büro vom Wochenende mit dem Lieblingsmenschen erzählen kann, ohne dass tagelang darüber getratscht wird. Ich sehe keine Diskriminierung darin, dass meine Beziehungsform derart gewöhnlich ist, dass sie kein Politikum ist.
Ich habe nur ein paar vereinzelte Hexagone gequiltet. Das sieht luftiger aus, finde ich.
Sexualität kann erst dann wirklich Privatsache sein, wenn sie als alltäglich wahrgenommen wird. Dass das nicht der Fall ist, zeigen geifernde Reaktionen auf die Öffnung der Ehe. Es müsse doch mal Schluss sein, las ich viel zu oft und fragte mich, warum denn bitte Schluss sein sollte, solange die Liebesbeziehungen mancher Menschen als Beziehungen zweiter Klasse behandelt werden? Solange nicht völlig wurscht ist, wer mit wem wie verbunden ist, bleibt die Liebe ein politisches Thema - und CSD-Linkparaden wie diese sowie andere Pride-Aktionen notwendig. Um für Sichtbarkeit zu sorgen. Um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass es neben der Heterobeziehung auch noch was anderes gibt. Und um so Stück für Stück für Normalität zu sorgen.

Gewöhnung funktioniert nämlich. Nachdem die Mutter meines ehemaligen Mitbewohners tagelang nicht mehr mit ihm gesprochen hat, ist ihr aufgefallen, dass die Homosexualität ihres Sohnes einen Scheiß daran ändert, dass er ihr liebenswerter, kluger, freundlicher Sohn ist. Heute sagt sie zu Nachbarn: "Na und? Dann hab ich halt einen Schwiegersohn, statt einer Schwiegertochter. Und wisst ihr was? Der ist super!"

Wenn ihr auch dazu beitragen möchtet, dass die Nähblogs ein bisschen zu mehr Farbe, Vielfalt und Toleranz beitragen, könnt ihr noch bis zum 31. Juli mitmachen. Ich würde mich sehr freuen, von euch zu lesen!
Hier geht's entlang zum Mitmachen!